Archäologen untersuchen die Fläche des künftigen Wohnmobilstellplatzes im Olfener Westen. Die Verwaltung will den Bereich Richtung Füchtelner Mühle (oben im Bild) ausweiten, Hier könnte auf Sicht ein neues Hotel gebaut werden. © Günther Goldstein
Hotel-Projekt

Stadt Olfen will Suche nach historischen Spuren für Tag X ausweiten

Die Stadt Olfen will mehr wissen über das Leben vor 11.000 Jahren. Neben der Fläche des künftigen Wohnmobilstellplatzes sollen deshalb weitere Bereiche untersucht werden. Das hat seinen Preis.

Wer sich in diesen Tagen auf den Weg in den Olfener Westen macht, stößt in Höhe des Naturbades auf riesige Erdhügel. Folgen umfassender Ausgrabungen der LWL-Archäologie (Außenstelle Münster). Mit ihren Funden der vergangenen Wochen und Monate halten sie sich stark zurück, doch die Folgen ihrer Arbeit sind für jeden Bürger sichtbar.

Eigentlich sollte bereits in diesem Frühjahr 2021 ein Wohnmobilstellplatz an den Start gehen. Doch die Arbeiten dafür haben nicht einmal beginnen können. Eine Situation, die die Stadt bei einer weiteren Entwicklung des Olfener Westens unbedingt vermeiden möchte. Die Fläche zwischen dem Bereich für den Wohnmobilstellplatz und dem Wald an der Füchtelner Mühle (Alter Postweg) ist reserviert für ein Hotel.

Stadtverwaltung will auf einen Hotelneubau vorbereitet sein

Ob hier tatsächlich neue Übernachtungsmöglichkeiten entstehen, ist aktuell absolut unsicher. Noch hat sich kein Investor öffentlich positioniert oder gar Pläne für ein entsprechendes Objekt vorgestellt. Doch die Stadtverwaltung will vorbereitet sein auf den „Tag X“. Sie ist deshalb mit dem Vorschlag an die Politik herangetreten, diese Fläche schon jetzt von den Archäologen untersuchen zu lassen. Preiswert wird das Vorhaben nicht. Die Untersuchungen auf dem heutigen Naturbadgelände haben nach Auskunft der Stadt Kosten von rund 200.000 Euro verursacht.

„Der Betrag für die Untersuchung der Wohnmobilstellplatz- und der Hotelfläche wird deutlich niedriger sein“, sagte Bürgermeister Wilhelm Sendermann in den Beratungen. Nach dieser Einordnung sprach sich die Politik einstimmig dafür aus, dass die Gesamtkosten für die Untersuchung beider Bereiche ohne scharfe Abgrenzung zu jeweils 50 Prozent von der Stadt und damit auch zum gleichen Anteil vom Eigentümer der Wohnmobilstellplatzfläche übernommen wird.

Fundstücke sollen im Naturparkhaus ausgestellt werden

Gedanken hat sich die Stadtverwaltung auch darüber gemacht, was aus den Funden auf den beiden Flächen werden soll. „Wir sind in guten Gesprächen“, sagt Bürgermeister Sendermann, um den Blick auf das Naturparkhaus zu richten. Aus Sicht der Stadtverwaltung wäre die frühere Scheune an der Füchtelner Mühle perfekt für eine entsprechende Ausstellung. So könnten die Besucher im neuen zentralen Tourismus-Anlaufpunkt nicht „nur“ Fahrräder leihen, sich die Fische der Stever in einem Aquarium ansehen und reichhaltiges Informationsmaterial mitnehmen, sie würden gleich einen tiefen Einblick in die Olfener Geschichte erhalten.

Die Chancen auf interessante Fundstücke sind auf jeden Fall groß. Auf dem Gelände des Naturbades waren Speere und Armreifen sowie Rückstände von Häusern gefunden worden. Dabei reichten die ältesten Funde bis zur Mittelsteinzeit zurück.

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Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer