Stadt stellt neue Konzeption der OGGS in Olfen vor

Diskussion um 15-Uhr-Schluss

Seit zehn Jahren gibt es die offene Ganztagsgrundschule (OGGS) in Olfen. Rund 190 Grundschüler werden zurzeit betreut. Nun war es an der Zeit, das Konzept und auch die Elternbeiträge zu überdenken. Ein besonderer Streitpunkt war die verpflichtende Teilnahme der Kinder an fünf Tagen von 7:30 Uhr bis mindestens 15 Uhr.

OLFEN

, 01.04.2017, 08:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bürgermeister Wilhelm Sendermann stellte zusammen mit Vertretern der Wieschhofschule, der OGGS und Verwaltungsmitarbeiterinnen die neue Konzeption und die neuen Elternbeiträge vor. Dazu kamen am Dienstag rund 60 Mütter und einige Väter in die Stadthalle.

Die erhöhten Beiträge sorgten noch nicht für Diskussionen. Allerdings die nun verpflichtende Teilnahme an fünf Tagen von 7.30 bis auf jeden Fall 15 Uhr erregte viele Gemüter. Denn vorbei ist nun die Zeit, wo die Kinder früher abgeholt wurden oder an einigen Tagen nicht am OGGS-Programm teilnahmen.

Die Stadt muss sich an Gesetze halten

Wilhelm Sendermann betonte, die Stadt müsse sich an Gesetze halten, die die NRW-Ministerin Sylvia Löhrmann erlassen habe. Denn es gelte nun eine Anwesenheitspflicht.

„Es kann doch nicht sein, dass ich mein Kind bis 15 Uhr in der OGGS lassen muss, obwohl das Abholen nur um 14.30 Uhr eingerichtet werden kann“, so eine Mutter. Eine Mutter aus Vinnum erklärte, ihr Kind könne nicht mit dem Bus nach Hause fahren, wenn es erst um 15 Uhr gehen darf. Der Bus fahre um 14.30 Uhr.

Weitere Mütter erklärten, dass viele Angebote bei Sportvereinen und anderen Institutionen bereits um 15 Uhr begännen, ihre Kinder dann zu spät kämen. Wilhelm Sendermann erklärte, man werde schauen, ob man Lösungen finden könne.

„Die Gemeindeprüfungsanstalt überprüft, ob Kommunen den Landeszuschuss rechtmäßig erhalten.“ Es würden Anwesenheitslisten der OGGS geprüft. Wenn ein Kind einen Tag gefehlt habe, müsste eine Entschuldigung vorliegen. „Wenn dies nicht alles stimmt, müssten wir Zuschüsse zurückzahlen.“ Einige Kommunen hätten dies schon tun müssen.

Die neuen OGS-Regelung ist nicht nur ein Problem für die Eltern in Olfen:

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Abholzeiten müssen verbindlich festgelegt werden

Ab dem 1. August müssen die Kinder nun mindestens bis 15 Uhr in der OGGS bleiben. Die Abholzeiten müssen zum Beginn eines Schulhalbjahres verbindlich von den Eltern festgelegt werden. Geöffnet ist die OGGS von 7.30 bis 16.30 Uhr. Daniela Damm: „Kinder werden auch von 7 bis 7.30 Uhr weiterhin betreut.“

Dies sei eine Zusatzleistung der Stadt. Für das nächste Schuljahr müssen Eltern auch einen Betreuungsvertrag, wie es ihn auch im Kindergarten gibt, abschließen. Neue Kinder können bis zum 30. April angemeldet werden. In diesem Jahr wird die Frist aber bis zum 15. Mai verlängert. Hauptamtsleiterin Daniela Damm betonte, Kinder, die jetzt bereits in der OGGS betreut würden, hätten ihren Platz weiterhin sicher.

Nichts ändern wird sich auch bei dem Projekt „Verlässliche Schule“, das eine Betreuung bis 13 Uhr gewährleistet. Zehn Kinder nehmen das Angebot in Anspruch.

Eigenbeitrag: Olfen hat günstigste Tarife im Kreis

Der Eigenbeitrag liegt seit zehn Jahren bei fünf Euro pro Monat. Bei Einbringung der Haushaltskonsolidierungsliste hatte Wilhelm Sedermann bereits erklärt, man müsse auch den Elternbeitrag für die OGGS einmal betrachten. Der freiwillige Beitrag der Stadt sei in den vergangenen Jahren auf 107.000 Euro gestiegen. Zudem hätten sich die Kosten für die OGGS auch erhöht. „Trotz der Erhöhung haben wir in Olfen die günstigsten Tarife im Kreis Coesfeld“, so der Bürgermeister.

 

 

 

Eltern mit einem Jahreseinkommen zwischen 37.000 und 49.000 Euro zahlen ab dem 1. August nun in Olfen 18 Euro monatlich. In anderen Städten werden 50 bis zu 100 Euro genommen. Daniela Damm betonte, für das zweite und jedes weitere Kind gebe es einen Nachlass von 75 Prozent. Und dies gelte auch, wenn weitere Kinder in einer Kindertageseinrichtung betreut würden.

Die Verwaltung hat das neue Konzept erst den Eltern vorgestellt. Der Schulausschuss befasst sich mit dem Thema am Dienstag, 4. April, ab 18 Uhr im Bürgerhaus.

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