Die Tangonacht des Kunst- und Kulturvereins Olfen war mal wieder eine große Veranstaltung für den Verein. Die Stadthalle - jetzt Eventwerk - war entsprechend ausgeleuchtet. © Arndt Brede
Tangonacht

Tangonacht in Olfen: Nah beieinander und doch mit Abstand

Die Tangonacht war für den Kunst- und Kulturverein Olfen mal wieder eine richtig große Veranstaltung. Wie ist das, zu tanzen, wenn doch Coronaregeln nach wie vor gelten?

Der Tango lebt davon, miteinander in Kontakt zu gehen. Körperliche Nähe – gerade beim Tango Argentino – lässt Führende und Folgende innerhalb der einzelnen Tanzpaare intuitiv spüren, welche Schritte als nächste folgen. Doch die Coronapandemie ist eine schlechte Tango-Tänzerin. Erlegt sie uns allen doch eher auf, Abstand zu halten. Diese Gratwanderung hat der Kunst- und Kulturverein (KuK) jetzt in der Olfener Stadthalle – jetzt Eventwerk – vollzogen. Der Verein hatte zur großen Tangonacht eingeladen.

Wir haben mit dem Vorsitzenden Ulrich Haas über die Veranstaltung gesprochen.

Wie viele Teilnehmer genau hatte die Tangonacht am Samstag?

Insgesamt waren knapp 100 Personen im Eventwerk. Das ist natürlich weniger als bei den letzten Tango-Veranstaltungen mit 150 Gästen – aber in dieser Coronazeit doch beachtlich …meine ich. Besonders auffällig war am Samstag der Einzugskreis: Neben Olfenern auch Gäste aus Bochum, Bottrop, Bremen, Datteln, Dortmund, Essen, Haltern, Hamm, Hattingen, Herten, Hückeswagen, Kamen, Krefeld, Marl, Münster, Recklinghausen, Selm, Senden, Telgte, Werne, Witten, Wuppertal.

Es war mal wieder eine große Veranstaltung für den KuK, aber auch in der Stadthalle. Was ist das für ein Gefühl gewesen, nach langer Zeit mal wieder solch eine Veranstaltung durchführen zu können?

Wir hatten schon zwei beachtenswerte Veranstaltungen nach dem Lockdown im Mai. Ein Jazzkonzert Ende Mai im Leohaus, im Juli OpenAir auf Schloss Sandfort und „Frank Sinatra“ am letzten Samstag bei Mutter Althoff. Aber natürlich: Eine Tanzveranstaltung ist auch für uns immer etwas ganz besonderes: Allein die Suche und der Kontakt zu solch guten Künstlern, für die es auch die erste Großveranstaltung nach dem Lockdown war. Dann die Besuche der Tango-Zentren mit entsprechender Werbung in den Hochburgen Wuppertal, Witten, Dortmund und Münster. Für den Besuch einer Tango-Tanzveranstaltung muss man potenzielle Gäste persönlich ansprechen und einladen. Viele sind allerdings auch wegen Cuarteto Rotterdam gekommen, ein Orchester, das europaweit gastiert.

Der Verein hat die Besucher beim Einlass um Nachweise nach der Coronaschutzverordnung gebeten. Wie groß war der Aufwand für euch als Verein, die Coronamaßnahmen einhalten zu können?

Im Prinzip war die Vorbereitung durch die aktuelle Coronaschutzverordnung NRW eindeutig. So sind für eine Tanzveranstaltung ausschließlich Gesundete, Geimpfte und PCR-Getestete zugelassen. Wir mussten im Vorfeld sechs Gäste abweisen: Sie hätten nur einen Schnelltest vorweisen können. Am Abend selbst waren wir in einer 2G-Gesellschaft – Niemand hatte einen PCR-Test. Wenn überhaupt von Aufwand gesprochen werden kann, war es die 100%ige Prüfung der Corona-Unterlagen der Gäste. Hier wechselten sich gelbe Ausweise, Handy-Pixelcodes und sogar die alten scheckkartengroßen Impfbescheinigungen ab.

Haben sich alle Teilnehmer an die Regeln gehalten?

Ja, es gab keine Diskussionen.

Corona wird uns ja noch eine Weile begleiten. Gibt es weitere Veranstaltungen, die der KuK demnächst durchführen will? Wenn ja, welche sind das? Und ist der Verein zuversichtlich, dass er das trotz Corona hinkriegt?

Für uns in unserem Vereinsdomizil, dem Olfonium, folgt als nächstes die Klassikmatinee am 1. November. Dazu werden wir unseren Vereinsmitgliedern zum KuK-AfterWork am Freitag, 1. Oktober, von 19 bis 21 Uhr Tickets anbieten. Am Sonntag, 3. Oktober, dann öffentlich. Das Publikum wird dazu in Schachbrettformation sitzen: Die Plätze links, rechts, hinten und vorne bleiben frei.
Aufwändiger wird es dann zum Silvesterkonzert im Eventwerk Olfen. Aber auch hier werden die Gäste mit Abstand im Schachbrettmuster Platz finden. Auch diese Karten werden wir am Freitag, 1. Oktober, erstmalig anbieten. Für alle Veranstaltungen des KuK gilt eine 100-prozentige Kontrolle der Coronaunterlagen.

Die Tangonacht hat wegen der Coronaauflagen gezeigt, dass es zwei Drittel der sonst üblichen Besucher waren. Wie bekommt der KuK das finanziell hin?

Hier und auch bei den vielen anderen Veranstaltungen ist die externe Unterstützung für uns besonders wichtig. Spenden, selbst kleine Beiträge, tragen dazu bei, dass wir derartige Veranstaltungen in unserem Ort stattfinden lassen können. Nicht zuletzt ist es auch der Beitrag unserer Vereinsmitglieder, der das alles ermöglicht und dem wir zu großem Dank verpflichtet sind.

Über den Autor
Redaktion Selm
Ich finde meine Themen auf der Straße und bin deshalb gerne unterwegs.
Zur Autorenseite
Arndt Brede