Trickbetrüger bereiten der Polizei Sorge - sonst erfreulicher Abwärtstrend bei Straftaten

rnKriminalitätsstatistik

Die Polizei im Kreis Coesfeld wirkt zufrieden und entspannt. Der Rückblick auf das vergangene Jahr zeigt: „Der Kreis Coesfeld ist einer der sichersten Kreise in ganz NRW“, so der Landrat.

Olfen, Nordkirchen, Herbern

, 02.03.2020, 16:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dr. Christian Schulze Pellengahr als oberster Dienstherr der Kreispolizeibehörde ist zufrieden mit den Ergebnissen der Kriminalitätsstatistik: „Es ist erfreulich. Der Abwärtstrend setzt sich weiter fort.“ Zwar seien im vergangenen Jahr 10.564 Straftaten angezeigt worden, „aber das ist ein Rückgang von 8,12 Prozent.

Die Kriminalitätshäufigkeitszahl - die Zahl der Straftaten in Bezug auf die Bevölkerungszahl - sank von 4973 auf 4803. Damit sind wir einer der sichersten Kreise in NRW.“

Und man habe damit zudem ein neues Allzeittief erreicht, sagt Guido Prause, Direktionsleiter Kriminalität bei der Kreispolizeibehörde Coesfeld. „Man lebt hier schon sehr sicher“, bestätigt er die Aussage des Landrats. „Wir liegen 30 Prozent unter dem Landesschnitt.“

Trickbetrugsversuche stiegen deutlich, „Erfolg“ blieb aber gleich

Doch ein paar Wermutstropfen gibt es auch hier: Sorge bereiten zum einen die 758 gemeldeten Fälle von versuchtem Trickbetrug gegen ältere Menschen. „Die sind nach wie vor heftig“, so der Landrat. Zum anderen wurmt die Polizei der leichte Rückgang der Gesamt-Aufklärungsquote von 1,83 Prozent.

„Unsere Aufklärungsquote liegt immer noch bei 52,94 Prozent und das ist ein akzeptabler Bereich“, erklärte Guido Prause, doch in den Augen der Polizei lassen sich die Zahlen mit Prävention noch weiter verbessern.

Wohnungseinbrüche weiter bekämpfen

Zur Behördenstrategie, so erklärte Kriminaldirektor Thomas Eder, kommissarischer Leiter der Polizei im Kreis Coesfeld, gehöre daher weiterhin die Bekämpfung der Wohnungseinbrüche, wo man seit 2018 eine positive Entwicklung ausmache.

Zum einen bleibe es immer häufiger beim Versuch, weil sich Investitionen in Sicherheit auszahlten, zum anderen habe man mit 26 Prozent eine sehr, sehr gute Aufklärungsquote.

„Wer bei uns im Kreis einbricht, setzt sich einem hohen Risiko aus, erwischt zu werden“, sagt Eder. Dennoch appelliert die Polizei an die Bevölkerung, in der Wachsamkeit nicht nachzulassen. Der wachsame Nachbar und eine sofortige Information der Polizei über die Notrufnummer 110 bei verdächtigen Beobachtungen von Fahrzeugtypen, Kennzeichen und Personen sei wichtig.

Individuelle Beratung auch vor Ort

„Rufen Sie an“, appelliert Eder an die Bevölkerung. „Die Polizei ist nicht böse, wenn sie umsonst kommt. Und es kostet auch nichts.“ Ziel sei ist, das historische Tief von nur 202 Taten in 2018 und 206 in 2019 auch in diesem Jahr zu halten. Kostenlose, individuelle Beratungen - auch vor Ort - zur Verbesserung der Sicherheit wird es daher weiterhin geben.

Eigentumsdelikte größter Teil der Statistik

Größter Wert der Statistik sind nach wie vor Eigentumsdelikte mit einem Anteil von über 50 Prozent, mit 0,03 Prozent verschwindend gering sind Straftaten gegen das Leben. Drei Verdachtsfälle hatte es im vergangenen Jahr zwar gegeben, doch in Dülmen handelte es sich um eine Selbsttötung, eine Explosion auf einem Lüdinghauser Campingplatz wurde vor Gericht nicht als Tötungsabsicht bewertet und in Appelhülsen war es letztlich eine Familientragödie.

Ins Auge fallen 173 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, vor allem die 34 Fälle von Vergewaltigung und sexueller Nötigung. Diese Zahl verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahr (17). Hier schaute auch die Polizei genauer nach und kann den Anstieg auf drei Faktoren zurückführen: Zum einen gibt es eine Verschärfung des Gesetzes unter dem Gesichtspunkt „Nein heißt Nein“, zum zweiten gibt es ein besseres Anzeigeverhalten.

Opfer melden die Straftat und verschweigen sie nicht. Zum dritten gibt es durch Internet und Cybermöglichkeiten eine andere Tatgelegenheitsstruktur. Mit 86 Prozent ist die Aufklärungsquote jedoch sehr hoch. „Ein sehr großer Teil sind Beziehungsdelikte“, so Prause.

Zahl der Kindesmissbrauchsfälle auf Vorjahresniveau

Laut Statistik gab es auch 40 Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern bis 14 Jahre. Einmal gab es Exhibitionismus vor einem Kind, in neun Fällen ging es um eine entsprechende Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie. 30 Mal gab es konkrete Straftaten im Sinne von § 176 StGB.

Kriminalität vor Ort

Straftaten in Ascheberg im Jahr 2019

Bekannt wurden im Jahr 2019 in Ascheberg 612 Straftaten. Im Vorjahr waren esnoch 680. Aufgeklärt werden konnten 276 und damit 45,10 Prozent. Im Vorjahr waren 346 Straftaten geklärt worden. Die Aufklärungsquote lag damit bei 50,88 Prozent. Unter Gewaltkriminalität, zu der Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen, Vergewaltigung, Raub sowie gefährliche und schwere Körperverletzung gezählt werden, wurden 13 Straftaten bekannt. Im Jahr zuvor waren es 28 gewesen. Aufgeklärt werden konnten 76,92 Prozent, im Vorjahr lag die Quote bei 85,71 Prozent. Es gab keine Straftaten gegen das Leben und keine Vergewaltigungen. Neun Anzeigen gab es wegen Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, sieben davon konnten aufgeklärt werden; 105 Roheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit wurden erfasst, zweimal handelte es sich dabei um Raub oder räuberische Erpressung; 69 Mal ging es um Körperverletzung. Die Aufklärungsquote lag insgesamt bei 88,57 Prozent. Insgesamt wurden im Jahr 2019 261 Diebstähle angezeigt. 15 Mal ging es um Ladendiebstahl, 26 Wohnungseinbrüche, drei Autodiebstähle, 49 Diebstähle aus Kraftfahrzeugen und zudem wurden 64 Fahrräder entwendet. Sachbeschädigungen wurden 69 angezeigt, Rauchgiftdelikte gab es 20.

Kriminalität vor Ort

Straftaten in Olfen im Jahr 2019

Bekannt wurden im Jahr 2019 in Olfen 400 Straftaten. Im Vorjahr waren es noch 527 gewesen. Aufgeklärt werden konnten 214 Fälle und damit 53,50 Prozent. Im Vorjahr waren 254 Straftaten geklärt worden. Die Aufklärungsquote lag damit bei 48,20 Prozent. Unter Gewaltkriminalität, zu der Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen, Vergewaltigung, Raub sowie gefährliche und schwere Körperverletzung gezählt werden, wurden wie im Vorjahr 15 Straftaten bekannt. Aufgeklärt werden konnten in 2019 9 Fälle und damit 60 Prozent, im Vorjahr waren es 13 Taten und die Quote lag somit bei 86,67 Prozent. Es gab keine Straftaten gegen das Leben. Vier Anzeigen gab es wegen Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, einmsl ging es dabei um Vergewaltigung. Alle Fälle konnten aufgeklärt werden; 88 Roheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit wurden erfasst, einmal handelte es sich dabei um Raub oder räuberische Erpressung; 59 Mal ging es um Körperverletzung. Die Aufklärungsquote lag insgesamt bei 86,36 Prozent. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 153 Diebstähle angezeigt. 13 Mal ging es um Ladendiebstahl, 19 Mal um Wohnungseinbrüche, sechs Autodiebstähle, 41 Diebstähle aus Kraftfahrzeugen und zudem wurden 23 Fahrräder entwendet. Sachbeschädigungen wurden 42 angezeigt, Rauchgiftdelikte gab es 12.

KRIMINALITÄT VOR ORT Textbaustein: Infokasten Titel

STRAFTATEN IN NORDKIRCHEN IM JAHR 2019

Bekannt wurden im Jahr 2019 in Nordkirchen 376 Straftaten. Im Vorjahr waren es nur 292 gewesen. Aufgeklärt werden konnten 168 und damit 44,68 Prozent. Im Vorjahr waren 122 Straftaten geklärt worden. Die Aufklärungsquote lag damit bei 41,78 Prozent. Unter Gewaltkriminalität, zu der Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen, Vergewaltigung, Raub sowie gefährliche und schwere Körperverletzung gezählt werden, wurden 3 Straftaten bekannt. Im Jahr zuvor waren es 10 gewesen. Aufgeklärt werden konnten alle Vorfälle, im Vorjahr lag die Quote bei 80 Prozent. Es gab keine Straftaten gegen das Leben. Sieben Anzeigen gab es wegen Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, vier davon konnten aufgeklärt werden; Es gab eine Vergewaltigung, die ebenfalls aufgeklärt werden konnte. In Nordkirchen wurden 49 Roheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit erfasst, Raub oder räuberische Erpressung gab es dabei nicht, allerdings handelte es sich 35 Mal um Körperverletzung. Die Aufklärungsquote lag insgesamt bei 97,96 Prozent. Im Jahr 2019 wurden 153 Diebstähle in Nordkirchen angezeigt. 15 Mal ging es um Ladendiebstahl, 17 Mal um Wohnungseinbrüche, drei Autodiebstähle, 32 Diebstähle aus Kraftfahrzeugen und zudem wurden 23 Fahrräder entwendet. Sachbeschädigungen wurden 53 Mal angezeigt, Rauschgiftdelikte gab es 13.

§ 176 Strafgesetzbuch

Sexueller Mißbrauch von Kindern

(1) Wer sexuelle Handlungen an einer Person unter vierzehn Jahren (Kind) vornimmt oder an sich von dem Kind vornehmen läßt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft. (2) Ebenso wird bestraft, wer ein Kind dazu bestimmt, daß es sexuelle Handlungen an einem Dritten vornimmt oder von einem Dritten an sich vornehmen läßt. (3) In besonders schweren Fällen ist auf Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr zu erkennen. (4) Mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren wird bestraft, wer 1. sexuelle Handlungen vor einem Kind vornimmt, 2. ein Kind dazu bestimmt, dass es sexuelle Handlungen vornimmt, soweit die Tat nicht nach Absatz 1 oder Absatz 2 mit Strafe bedroht ist, 3. auf ein Kind mittels Schriften (§ 11 Absatz 3) oder mittels Informations- oder Kommunikationstechnologie einwirkt, um a) das Kind zu sexuellen Handlungen zu bringen, die es an oder vor dem Täter oder einer dritten Person vornehmen oder von dem Täter oder einer dritten Person an sich vornehmen lassen soll, oder b) um eine Tat nach § 184b Absatz 1 Nummer 3 oder nach § 184b Absatz 3 zu begehen, oder 4. auf ein Kind durch Vorzeigen pornographischer Abbildungen oder Darstellungen, durch Abspielen von Tonträgern pornographischen Inhalts, durch Zugänglichmachen pornographischer Inhalte mittels Informations- und Kommunikationstechnologie oder durch entsprechende Reden einwirkt. (5) Mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren wird bestraft, wer ein Kind für eine Tat nach den Absätzen 1 bis 4 anbietet oder nachzuweisen verspricht oder wer sich mit einem anderen zu einer solchen Tat verabredet. (6) Der Versuch ist strafbar; dies gilt nicht für Taten nach Absatz 4 Nr. 3 und 4 und Absatz 5.
Quelle: Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, www.gesetze-im-Internet.de

Kriminalität vor Ort

Straftaten in Nordkirchen im Jahr 2019

Bekannt wurden im Jahr 2019 in Nordkirchen 376 Straftaten. Im Vorjahr waren es nur 292 gewesen. Aufgeklärt werden konnten 168 und damit 44,68 Prozent. Im Vorjahr waren 122 Straftaten geklärt worden. Die Aufklärungsquote lag damit bei 41,78 Prozent. Unter Gewaltkriminalität, zu der Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen, Vergewaltigung, Raub sowie gefährliche und schwere Körperverletzung gezählt werden, wurden 3 Straftaten bekannt. Im Jahr zuvor waren es 10 gewesen. Aufgeklärt werden konnten alle Vorfälle, im Vorjahr lag die Quote bei 80 Prozent. Es gab keine Straftaten gegen das Leben. Sieben Anzeigen gab es wegen Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, vier davon konnten aufgeklärt werden. Es gab eine Vergewaltigung, die ebenfalls aufgeklärt werden konnte. In Nordkirchen wurden 49 Roheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit erfasst, Raub oder räuberische Erpressung gab es dabei nicht, allerdings handelte es sich 35 Mal um Körperverletzung. Die Aufklärungsquote lag insgesamt bei 97,96 Prozent. Im Jahr 2019 wurden 153 Diebstähle in Nordkirchen angezeigt. 15 Mal ging es um Ladendiebstahl, 17 Mal um Wohnungseinbrüche, drei Autodiebstähle, 32 Diebstähle aus Kraftfahrzeugen und zudem wurden 23 Fahrräder entwendet. Sachbeschädigungen wurden 53 Mal angezeigt, Rauschgiftdelikte gab es 13.
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