Unerlaubter Tourismus am Lippestrand: Stadt und Lippeverband haben gehandelt

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Es waren Szenen, die man so noch nicht gesehen hatte: Menschen campieren am neu gestalteten Lippebogen in Olfen, lassen sich Pizza liefern, haben Getränke im Wasser. So einfach geht es nicht mehr.

Olfen

, 07.08.2020, 16:19 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Himmelfahrtstag mit zig Besuchern am Strand am Lippebogen war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Dieser Ansturm von ungebetenen Nutzern des renaturierten Bereiches war der vorläufige Höhepunkt eine Entwicklung gewesen, die seit längerem zu beobachten war. Dabei sollten gerade die nun von menschen eroberten Bereiche maximal Fischen, Vögeln und Insekten vorbehalten sein. Von einer regelrechten Touristenschwemme war nie die Rede gewesen.

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Also suchten Stadt, Lippeverband und Umweltbehörden nach Lösungen. Mittlerweile hat der Lippeverband vom Kreis Coesfeld Zäune aufstellen, eine Furt als Hindernis graben und Hinweisschilder aufstellen lassen, wie Ilias Abawi, Sprecher des Lippeverbandes, auf Anfrage der Redaktion mitteilt. Die Details: „Wir haben eine Furt erweitert, wie so eine Art Graben. Als natürliche Barrieren haben wir Totholz ausgelegt, um quasi Absperrungen zu bilden.“ Weidezäune seien auch aufgestellt worden. „Es sind Drahtzäune mit Holzpfosten, die sich in die Umgebung einfügen sollen.“

Diese Schilder machen unmissverständlich klar, dass niemand die der Natur vorbehaltenen Gebiete betreten darf.

Diese Schilder machen unmissverständlich klar, dass niemand die der Natur vorbehaltenen Gebiete betreten darf. © Lippeverband

Der Lippeverband hoffe, dass diese Maßnahmen Wirkung zeigen. „Im Rahmen unserer Gewässerbegehungen, die unser Betrieb ja permanent macht in unserem Einzugsgebiet gucken wir da hin.“

Dadurch, dass Schilder aufgestellt seien, könne niemand sagen, er habe es nicht gewusst, dass das Betreten dort verboten ist, sagt Ilias Abawi.

Appell an die Vernunft

Er appelliere jedenfalls an die Vernunft der Menschen. Inwiefern die Stadt noch Maßnahmen ergreife, was das Unterbinden des Parkens an den Zufahrten betreffe, wisse er nicht.

Wir haben Olfens Bürgermeister Wilhelm Sendermann dazu befragt. Antwort: „Das Parken an den Zufahrten ist schon länger nicht erlaubt und wir schreiben die Autos auf. Die Beträge sind ja nicht gering.“

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Sendermann dankt dem Lippeverband und dem Kreis Coesfeld, „dass sie so schnell gehandelt haben“. Er habe aber schon signalisiert bekommen, dass es dort schon wieder Falschparker gibt, „die auch geahndet werden“. Ob die sich an die Verbotsschilder halten, bleibe abzuwarten.

„Jetzt ist ja wieder ein Kampfwochenende“, sagt der Bürgermeister und spielt damit auf die hohen Temperaturen und die Verlockungen der erfrischenden Lippe an. Er werde das beobachten. Dass die Regeln eingehalten werden im Verbund mit den Beteiligten, sei ein „Langstreckenlauf“. Wenn alles nichts nütze, „bleibe ich dabei, dass es am Ende eine Beweidung geben kann“, sagt Sendermann. „Dieser Sommer kann zeigen, ob man die Menschen bewegen kann, sorgsam mit der Natur umzugehen.“

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