Unfallschwerpunkt B235: Experten sind auf der Suche nach Lösungen

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Unfälle, immer wieder Unfälle auf der B235 in Höhe Olfen - was ist nur los auf diesem Abschnitt der Bundesstraße? Bürger schlagen seit Monaten Alarm, jetzt ziehen Experten die Reißlinie.

Olfen

, 18.11.2019, 17:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Zahlen sind schockierend: Seit 2014 sind Polizei und Rettungskräfte zu 14 Unfällen auf der B235 zwischen Einmündung Birkenallee und Abzweig Schliekerpark ausgerückt. Und immer wieder waren Schwerverletzte zu beklagen. Jüngster Fall am vergangenen Freitag.

Ein 20-jähriger Olfener wollte aus der Straße Schliekerpark nach links auf die B235 abbiegen. Dabei missachtete er die Vorfahrt eines 54-Jährigen Olfeners. Beim Zusammenstoß wurde die Insassen schwer verletzt. Eine typische Unfall-Situation in dem Gefahrenbereich.

„In der überwiegenden Zahl der Unfälle waren zwei oder drei Pkw beteiligt“, sagt am Montagmittag Polizeisprecher Rolf Werenbeck-Ueding. Doch gibt es kein durchgängiges Muster bei den Unfällen. Die Ursachen seien vielfältig.

Unfälle haben nicht das gleiche Muster

Mal werde wie am Freitag die Vorfahrt missachtet, in anderen Fällen waren Fehler beim Überholen die Ursache und in einem Fall baute ein alkoholisierter Fahrer einen Alleinunfall. Sichtbare Konsequenzen hatten die vielen Unfälle nicht.

„Vor rund eineinhalb Jahren habe ich einen Antrag gestellt, dass hier in Höhe Einfahrt zum Schliekerpark ein Überholverbot und eine Geschwindigkeitsbegrenzung eingerichtet wird“, sagte uns in diesem Frühjahr Janine Schultz.

Unfallschwerpunkt B235: Experten sind auf der Suche nach Lösungen

Janine Schultz hat sich bereits vor Monaten für eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Bundesstraße stark gemacht. Sie hofft weiter, dass sie kommt. © Thomas Aschwer

Vor einigen Jahren war die Mutter von zwei kleinen Kindern an die Lüdinghauser Straße gezogen. Ja, die Bundesstraße 235 sei eine viel befahrene Straße. Doch damals hätte sie sich nicht in den schlimmsten Träumen vorstellen können, was sie in den Folgejahren erleben würde. Und wie langsam die Mühlen von Behörden mahlen können.

Unfallkommission lehnte Tempo 70 im vergangenen Jahr ab.

Janine Schultz hatte Tempo 70 beantragt und sie macht sich auch heute dafür stark. „Dafür gibt es strenge Voraussetzungen“, sagte im Frühjahr Stefan Schenk von der Straßenverkehrsabteilung beim Kreis Coesfeld. Aus Sicht der Unfallkommission waren diese nicht erfüllt.

Nachdem es in den vergangenen Monaten vier weitere Unfälle gegeben hat, beschäftigt sich die Kommission in wenigen Wochen erneut mit der Situation. Die tatsächliche Situation ist aus Sicht von regelmäßigen Nutzern der Strecke noch viel schlimmer als die Aktenlage.

Die von der Unfallkommission im vergangenen Jahr beschlossene durchgezogene Linie scheint für etliche Autofahrer allenfalls eine Empfehlung zu sein. Immer wieder wird die Linie ignoriert, um dann gleich mehrere Fahrzeuge zu überholen. Nicht das einzige Problem.

Schockierende Ergebnisse bei einer Messung Anfang Oktober

Im Bereich des Unfall-Schwerpunkts hat die Polizei bislang noch keine Messstelle eingerichtet, wohl aber davor und dahinter. Bei einer Messung im Mai registrierte die Polizei weniger Verstöße als bei Messungen im Kreis üblich. Von 2565 gemessenen Fahrzeugen waren nur 50 Fahrer zu schnell.

Bei einer Messung am 6. Oktober in Tetekum sah es ganz anders aus. Hier haben 2101 Fahrzeuge die Messstelle passiert. 334 waren schneller als erlaubt unterwegs. Jetzt prüft die Polizei, ob sie in Höhe des Unfallschwerpunkts eine Messstelle einrichten kann.

Janine Schultz bietet der Polizei an, dass „sie unsere Einfahrt dafür nutzen kann. Die Beamten können gerne von uns einen Kaffee haben.“

„Verkehrsfluss muss auf Verbindungsstraße gesichert sein“

Spannend wird die Frage sein, welche Empfehlung die Unfallkommission Mitte Dezember aussprechen wird. Polizeisprecher Rolf Werenbeck-Ueding sagt im Vorfeld, dass auf der Straße „der Verkehrsfluss gesichert sein muss. Es handelt sich um eine überörtliche Verbindungsstraße.“

Unbestritten ist aber auch, dass es auf diesem Abschnitt der Bundesstraße 235 in den vergangenen vier Jahren extrem viele Unfälle gegeben hat. Die durchgezogene Linie hat dabei nicht den erhofften Erfolg gebracht und die Zahl der Unfälle deutlich reduziert.

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