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Veterinäramt prüft Fall: Geparkter Schweinetransporter entfacht hitzige Debatte

rnTierschutz

Mehrere Zeugen haben ausgesagt, dass ein Anhänger mit Schweinen über Nacht im Gewerbegebiet in Olfen geparkt gewesen sei. Auf Facebook läuft dazu eine hitzige Debatte.

Olfen

, 15.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Es sei nicht das erste Mal gewesen, dass er einen Fall wie diesen beobachtet hat, sagt Thorsten Fieker (53) aus Olfen mit deutlicher Wut in der Stimme. Als er dann am Mittwochmorgen (15. Mai) „wieder“ einen beladenen Tieranhänger gesehen habe, der ohne Fahrer in der Nähe der Westfalentankstelle im Gewerbegebiet in Olfen geparkt worden sei, da habe er beschlossen, zu handeln.

Und zwar, indem er Fotos von dem Transporter machte und sie in der Facebook-Gruppe „Du bist Olfener, wenn...“ mit der Überschrift „Unglaubliche Tierquälerei in Olfen“ postete. Er stieß damit eine hitzige Debatte auf der Plattform an. „Das habe ich mit voller Absicht getan - damit darüber mal gesprochen wird“, sagt er im Gespräch mit der Redaktion.

Zeugen sagen, Anhänger stand über Nacht

In dem Fall ermittelt bereits das Veterinäramt des Kreises: Mehrere Zeugen hatten der Polizei gegenüber ausgesagt, dass der mit Schweinen beladene Anhänger mehrere Stunden über Nacht in der Nähe der Tankstelle geparkt gewesen sei, wie die Polizei auf Anfrage erklärte. Sie setzte sich mit dem Halter des Anhänger in Verbindung, der versicherte, gegen keine Vorschrift verstoßen zu haben, bevor er den Anhänger entfernte.

Der Fall liegt jetzt beim Veterinäramt, wie Kreissprecher Christoph Hüsing auf Anfrage der Redaktion bestätigte. Er wird geprüft, was ein bis zwei Wochen dauern könne.

Wenn - was ja im konkreten Fall noch nicht geklärt ist - ein Anhänger mit Tieren über Nacht irgendwo abgestellt ist, wäre das „nicht in Ordnung und würde auch geahndet werden“, erklärt Experte Dr. Helmut Hiegemann vom Veterinäramt des Kreises. „Übliche Praxis“ und „tolerabel“ sei es allerdings, wenn ein Anhänger in räumlicher Nähe zur Zugmaschine für eine kurze Zeit geparkt werde.

Regeln für Schweinetransporte

Allgemein ist es so, dass bei Schweinetransporten zwischen Kurz- und Langstrecken unterschieden wird. Bei Kurzstrecken ist es so, dass sie zeitlich auf acht Stunden begrenzt sind. Wobei diese acht Stunden mit dem Verladen des ersten Tieres beginnen und dem Verlassen des letzten Tieres enden. Bei Langstrecken ist es so, dass Schweine höchstens 24 Stunden transportiert werden dürfen, bevor die Speditionen eine Kontrollstelle ansteuern müssen. Da gibt es - anders als bei den Kurzstrecken - auch bestimmte Auflagen, dass die Tiere mit Wasser versorgt sind, es im Transporter eine Lüfungsanlage gibt, die Temperatur kontrolliert wird und ein Ortungssystem vorhanden ist.

Grund für einen solchen Vorgang könnte zum Beispiel sein, dass ein Unternehmen einen Anhänger mit Schweinen bei einem Landwirt belädt, die Zugmaschine aber für Tiere von einem anderen Landwirt vorgesehen ist.

Dann sei es nicht möglich, den schon voll beladenen Anhänger mit Schweinen von einem anderen Hof mit auf den anderen Hof zu nehmen: aus Schutz vor Seuchen und Krankheiten, erklärt der Experte. So sei das Zwischenparken zu erklären. „Das muss dann aber möglichst schnell passieren“, sagt Dr. Helmut Hiegemann. „Wenn der Anhänger da über Stunden steht, dann ist das natürlich nicht tolerabel.“

Kritik von vielen Facebook-Usern für Veröffentlichung des Kennzeichens

Wie genau der Fall mit dem geparkten Anhänger in Olfen war: Das muss das Veterinäramt jetzt prüfen, bevor ein Urteil gefällt werden kann. Genau deshalb muss Thorsten Fieker bei der von ihm angestoßenen Diskussion bei Facebook auch mächtig einstecken.

Von Hetze ist da die Rede, von einer Hexenjagd, und davon, dass der Poster Unwahrheiten verbreite und Unschuldige an den Pranger stelle - auch, weil in den Bildern deutlich das Kennzeichen des Anhängerhalters zu sehen ist. Das, so sagt es Bjoern Korte ohne das weiter bewerten zu wollen, habe natürlich auch die Polizei im Auge. „Also wenn wir einen Fahndungsaufruf machen, brauchen wir einen richterlichen Beschluss“, erklärt er.

Ob er nicht Angst habe, dass der Post für ihn Konsequenzen zu rechnen habe? „Das ist es mir wert“, sagt Thorsten Fieker.

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