Vinnum bekommt Zeltstadt für Flüchtlinge

Notunterkunft mit 300 Plätzen

Die Bezirksregierung Münster baut in den kommenden Wochen eine Notunterkunft für Asylbewerber auf dem Gelände der Ziegelei Hüning in Vinnum. Bürgermeister Josef Himmelmann hat davon am Dienstagvormittag erfahren. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

VINNUM

, 25.08.2015, 12:24 Uhr / Lesedauer: 2 min
Vinnum bekommt Zeltstadt für Flüchtlinge

Die alte Ziegelei Hüning in Vinnum wird Standort einer Unterkunft für Flüchtlinge.

Die alte Ziegelei Hüning in Vinnum wird Standort einer Unterkunft für Flüchtlinge. In den nächsten Wochen wird die Bezirksregierung Münster, die für die Organisation zuständig ist, dort eine Zeltstadt errichten lassen. Diese soll eine Kapazität von 200 bis 300 Plätzen erhalten.

Am Montagabend (31.8.) um 19 Uhr will die Bezirksregierung in Olfen die Bürger bei einer Infoveranstaltung darüber in Kenntnis setzen und Hintergründe erklären. Dazu will die Stadt Olfen möglichst die Stadthalle buchen.

Hintergrund der neuen Entwicklung sind die stark gestiegenen Ankunftszahlen von Flüchtlingen in Deutschland. Bis Jahresende rechnet die Regierung mit 800.000 Ankommenden aus den Krisenregionen Syrien, Afghanistan, einigen afrikanischen Staaten und dem Balkan. 200.000 allein am Jahresende laut Prognosen werden in Nordrhein-Westfalen untergebracht worden sein.

Bürgermeister im Kreis Coesfeld zusammengerufen

Die Bezirksregierung Münster hatte dazu die Bürgermeister im Kreis Coesfeld zusammengerufen und ihnen abverlangt, Orte im Kreis zu nennen, die für Notunterkünfte infrage kämen. Daraufhin einigten sich die Bürgermeister aller Kommunen darauf, dass jede Kommune einen Standort nennt. Lüdinghausen und Olfen kommen nach Aussage von Bürgermeister Himmelmann nun als erstes dran.

Die Stadt Olfen meldete die Ziegelei Hüning: Die Firma ist nicht mehr aktiv am Standort Vinnum aktiv, aber noch Immobilienbesitzerin. Warum gerade diesen Ort? „Die suchten große befestigte Flächen, die einen Zugang zu Strom- und Wasserversorgung haben“, so Himmelmann.

„Bevor man Turnhallen oder gar Schulen schließt, waren wir in Olfen der Meinung, dass das Hüning-Gelände der einzige geeignete Standort sein könnte.“ Nach seiner Aussage habe die Bezirksregierung den Standort besichtigt und zugestimmt. Sie habe dann auch das Gespräch mit dem Eigentümer gesucht und offensichtlich Einigung gefunden.

Engagement aufrechterhalten 

Die Stadt Olfen will nun auch die Politik informieren. Am Dienstagabend sind die Fraktionsvorsitzenden zu Bürgermeister Himmelmann eingeladen. Außerdem steht das Thema nun auf der Liste der Themen bei der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses der Stadt am Dienstag. Der Stadt und auch der Politik seien aber die Hände gebunden: Man habe keinen Einfluss auf die Entscheidung. „Die ist ein paar Etagen höher gefallen“, so Himmelmann.

Jetzt komme es darauf an, dass „wir menschenwürdig mit den Menschen umgehen, die hierher kommen“, so Himmelmann. Bei der Organisation sei die Bezirksregierung gefragt. „Wir können das nicht allein mit Ehrenamtlichen schaffen“, so Himmelmann.

Irgendwann seien die Leute auch ausgelaugt. „Es hat uns bisher schon wahnsinnige Anstrengungen gekostet, dieses tolle ehrenamtliche Engagement in Olfen aufrecht zu erhalten“, sagte er mit Blick auf die Menschen, die sich um die der Stadt fest zugewiesenen Asylanten kümmern. „Wir können diese Notunterkunft damit vielleicht begleiten, aber der Rest ist Aufgabe der Bezirksregierung.“

Nur wenige Wochen Aufenthalt in Vinnum

Klar ist, dass die Flüchtlinge, die in dieser Zeltstadt unterkommen, nur wenige Wochen in Vinnum sein werden. Die Zeltstadt wird eine Durchlaufstation für sie vor der festen Zuweisung sein, so lange der Asylantrag nicht genehmigt oder auch kein vorläufiger Asylbescheid für sie da ist.

Insgesamt sollen die Kommunen im Kreis Coesfeld Unterbringungsmöglichkeiten für rund 1000 Flüchtlinge bereit stellen.

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