Vinnumer Notunterkunft schließt Ende Oktober

Früher als erwartet

Die Notunterkunft auf dem Gelände der Ziegelei Hüning in Vinnum schließt bereits zwei Monate früher als ursprünglich angekündigt. Die Enttäuschung, auch bei den Mitarbeitern, war deutlich. Wir haben die Geschichte der Unterkunft in einer Chronologie zusammengefasst.

VINNUM

, 17.10.2016, 14:01 Uhr / Lesedauer: 1 min
Vinnumer Notunterkunft schließt Ende Oktober

Ein Bild aus dem September 2015. Hier wurde die Zeltstadt gerade aufgebaut.

"Wir haben in der letzten Woche ein Gespräch bei der Bezirksregierung zur Zukunft der Notunterkünfte geführt. Da hat man uns die frühere Schließeung der Unterkunft in Vinnum mitgeteilt“, so der DRK-Vorstand Christoph Schlütermann am Montag.

Die Schließung war eigentlich erst zum 13. Dezember diesen Jahres vorgesehen. Nun kommen aber immer weniger Flüchtlinge nach NRW. Ziel des Landes ist es, so Christoph Schlütermann, Unterkünfte in Zeltstädten und Traglufthallen zu schließen. Schlütermann: „Vinnum wird auch früher geschlossen um Kosten zu sparen.“ Denn wenn es kälter werde, würden die Heizkosten sehr hoch sein.

"Enttäuschung war deutlich zu spüren"

Zwölf Flüchtlinge befinden sich zurzeit noch in Vinnum. Diese werden nun in den nächsten Tagen verlegt. „Sie werden nun in feste Gebäude untergebracht“, so Schlütermann. Der DRK-Vorstand informierte die Mitarbeiter am Freitag im Rahmen einer Betriebsversammlung auf dem Gelände in Vinnum.

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„Die Enttäuschung war schon deutlich zu spüren, hatte man sich doch auf das Jahresende eingestellt“, erklärte der DRK-Vorstand. Man müsse sich nun auch von rund 40 Mitarbeitern, darunter 13, die als Teilzeitkraft bei der Essensausgabe behilflich waren, trennen.

Kein leichter Schritt

Schlütermnan: „Die Mitarbeiter haben Zeitverträge, wir mussten sie nun fristgerecht mit einer 14-tägigen Frist kündigen.“ Ihm sei der Schritt nicht leicht gefallen, hätten sie doch in den letzten Monaten gute Arbeit in Vinnum geleistet. Man wolle mit einigen zwar noch über die Möglichkeit einer anderen Tätigkeit sprechen, doch habe er wenig Hoffnung, dass man Stellen anbieten könne.

In den nächsten Wochen heißt es nun noch für die DRK-Mitarbeiter, die Zeltstadt ausräumen. Wann die Zelte abgebaut werden steht noch nicht fest. „Die Zelte sind bekanntlich gemietet. Wann sie abgebaut werden steht noch nicht fest“. Allerdings würden die gesamten Versorgungsleitungen recht schnell abgebaut.  

Chronologie: Die Unterkunft in Vinnum:
- Der Ausbau begann Ende August. Errichtet wurden unter anderem fünf Schlafzelte für bis zu 60 Personen.
- Die ersten Füchtlinge erreichten am 27. September 2015 die Unterkunft in Vinnum. Um 19.30 Uhr traf der erste Bus mit 51 Menschen an Bord in Vinnum ein. Er kam direkt aus Passau, Eine Stunde später folgte ein zweiter Bus mit 30 Menschen.
- Ohne Ankündigung trafen in der Nacht 30. September 2015 zwei Busse mit 78 Flüchtlingen in Vinnum ein. Das DRK war zuvor nicht über die Ankunft informiert worden. Flüchtlinge weigerten sich auch den Bus zu verlassen. Erst nach vielen Gesprächen stiegen sie aus.
- Quarantäne in der Zeltstadt Anfang Oktober 2015. Drei Kinder hatten Windpocken. 
- 133 Flüchtlinge trafen am Morgen des 26. Oktober in Vinnum ein. Die Unterkunft war dann mit 2800 Menschen fast vollständig belegt. Die Flüchtlinge waren von Slowenien mit Bussen nach Passau gebracht worden, wo sie sofort in Busse Richtung Vinnum umstiegen.
- Es brannte in der Nacht zum 9. Oktober in der Zeltstadt. Nach einem Streit zwischen zwei Familien waren Matratzen angesteckt worden. Die Feuerwehr konnte das Feuer schnell löschen.
- Evakuiert wurden in der Nacht zum 30. November 2015 100 Flüchtlinge. Dies geschah aufgrund einer Unwetterwarnung. Orkanartige Böen wurden angekündigt. Gegen Mitternacht wurden die Menschen zur Notunterkunft in Nordkirchen gebracht. Zwei Tage später kehrten sie wieder nach Vinnum zurück.

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