Vertreter der Stadt und der Vereine legten Kränze am Ehrenmal nieder. © Antje Pflips
Volkstrauertag

Volkstrauertag: Olfener erinnern an Opfer von Gewalt, Krieg und Terror

Den Volkstrauertag haben am Sonntag auch Menschen in Olfen begangen und Kränze niedergelegt. Zur Erinnerung, aber auch zur Mahnung.

Vertreter der Stadt, der Politik und der Vereine haben am Sonntag (14. November) Kränze am Ehrenmal niedergelegt. Zum Volkstrauertag gedachten die Versammelten der Opfer von Gewalt, Krieg und Terror. Pfarrer Thorsten Melchert von der evangelischen Christuskirchen-Gemeinde hielt in diesem Jahr die Ansprache. Er appellierte daran, niemals zu vergessen, welches Leid Menschen in ferner und naher Vergangenheit und Gegenwart erdulden und ertragen mussten.

„Das Gedenken macht bewusst, welches Leid über Menschen gekommen ist. Aus dem Gedenken und Erinnern erwächst die Verantwortung, alles zu tun, um Gewalt und Leid zu verhindern. Darum: Einen Schlussstrich kann es nicht geben, denn ein Schlussstrich streicht das Gedenken und Erinnern. Ein Schlussstrich ignoriert das Leid. Ein Schlussstrich verhöhnt die Opfer.“ Besonders der 9. November sei ein Tag, an dem alles zusammen käme – Freude und Scham, Verbrechen und Trauer. „Zahlreiche Veranstaltungen dieses Festjahres ,1700 Jahre Judentum in Deutschland‘ führen den Reichtum und die Vielfalt jüdischen Lebens in unserem Land vor Augen: Bewusst wird dabei auch, welcher Verlust durch den Fanatismus und die Verblendung zu beklagen ist.“

„Leid ist nicht wägbar“

Großes Leid erfuhren die Menschen durch Krieg und Gewaltherrschaften überall auf der Welt. Doch könne man Leid nicht abwägen. „Leid ist nicht wägbar – Unermessliches Leid schon gar nicht. Aber: Leid schreit – aus den vieltausend stummen Mündern der Opfer. Leid weint – in den Tränen der Hinterbliebenen. Und: Leid mahnt – Verantwortung zu übernehmen. Und das geht nur, indem man sich erinnert: Verantwortung kennt keinen Schlussstrich: Wir brauchen weiterhin Gedenktage wie diesen am Volkstrauertag“.

Für Melchert sind Orte wichtig, die erinnern: „Ein Mahnmal, wie dieses hier; eine Tafel am Rathaus, die an die Synagoge erinnert, die bis Anfang des letzten Jahrhunderts dort stand.“ Gedenktage, Zweitzeugen und Orte würden dazu beitragen, miteinander im Gespräch zu sein, füreinander da zu sein und miteinander zu schweigen – und so Verantwortung zu übernehmen.

Die Versammlung am Ehrenmal wurde musikalisch begleitet vom Spielmannszug, Musikcorps 76, dem Jagdhornbläserkorps Horrido Olfen und der Chorgemeinschaft 82.

Über die Autorin
freie Mitarbeiterin
Ich habe Spaß am Fotografieren und Schreiben. Ich freue mich immer, neue Menschen kennenzulernen.
Zur Autorenseite
Antje Pflips

Corona-Newsletter

Alle wichtigen Informationen, die Sie zum Leben in der Corona-Pandemie benötigen, sammeln wir für Sie im kostenlosen Corona-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.