Wie Skater die Diskussion über den Skatepark sehen

Interview

Am 11. Juli soll die Entscheidung des Rates fallen, wo Olfens neuer Skatepark gebaut werden soll. Favorit ist aktuell der Bereich am Friedhof an der Steveraue. Doch es gibt gegen diesen Standort Widerstand von Olfenern. Das sagen Skater Daniel Hatebur und BMX-Fahrer Maurice Meusert über die Diskussion in der Bevölkerung.

OLFEN

, 16.06.2017, 20:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wie Skater die Diskussion über den Skatepark sehen

Maurice Meusert (l.) und Daniel Hatebur am geplanten Standort für die Skateanlage.

Daniel, Maurice, könnt ihr die ganze Diskussion noch verstehen?

Daniel Hatebur: Uns war klar, dass es bei jedem Standort Olfener geben würde, die etwas gegen ihn haben. Doch denke ich, dass vieles darauf beruht, dass sie nicht richtig über unseren Sport informiert sind. Wir sind kein wilder Haufen, sondern nur Sportler, die ihren Sport ausüben wollen. Und es sind nicht nur Jugendliche, sondern es gibt auch Skater, die um die 40 Jahre alt sind. Und es wäre doch toll, wenn Eltern gemeinsam mit ihrem Nachwuchs den Skatepark nutzen könnten.

Maurice Meusert: Die Anzahl der Skater und BMX-Fahrer wird auch unterschätzt. Zurzeit gibt es sicherlich rund 30 Leute, die den Sport ausüben. Zurzeit müssen sie aber zu Anlagen in andere Städte wie Lüdinghausen, Werne oder Buldern fahren. Ich bin mir sicher, dass, wenn wir einen Park in Olfen haben, viele, die aufgehört haben, wieder mit dem Sport anfangen. Und ein Park in Olfen bietet auch die Möglichkeit für Jüngere, zu beginnen. Erfahrene Skater und BMX-Fahrer würden sicherlich den Anfängern auch helfen und Tipps geben.

Welcher Standort ist für euch ideal? Spielt die Nähe zur Stadt eine Rolle?

Meusert: Der beste Standort wäre sicherlich der an der Alten Fahrt. Auf diesen haben sich auch die Überlegungen bezogen. Es wäre schon geil, wenn man von oben auf den schiffähnlichen Park schauen würde. Die Anlage hätte von Außen gesehen so einen Aha-Effekt.

Hatebur: Die Entfernung spielt schon eine Rolle. Denkbar wäre für uns auch ein Standort am Naturbad, denn dort gehen auch viele zum Schwimmen hin. Nicht so gut wäre ein Standort im Gewerbegebiet. Dann wären wir doch schon etwas abseits und ausgeschlossen. Wir sind aufgrund der Diskussion schon etwas verunsichert. Denn egal, welcher Standort beschlossen wird, gibt es Widerstände. Wir möchten jetzt nur, dass es eine Entscheidung gibt und mit dem Bau begonnen werden kann.

Wie sehen Sie den jetzt geplanten Standort? Können Sie die Kritik verstehen?

Hatebur: Dieser Standort ist sicherlich ok, obwohl, wie ich noch einmal betone, ein Park an der Alten Fahrt ideal wäre. Für uns ist es wichtig, dass es endlich eine Entscheidung gibt. Dieser Ort ist sicherlich ein sehr schöner Platz in Olfen. Doch warum sollen sich Sport und Ort der Erholung nicht ergänzen? Auch wenn es hier den Skatepark in einer Größe von 40 mal 20 Meter gibt, gibt es noch Platz. Es könnte eine Verbindung von Ruhe und Erlebnis werden. Es ist auch keine Anlage aus Blech, sondern aus Beton. Dann ist es viel leiser. Immer wieder wird die Angst geäußert, es könnt ein neuer, unkontrollierter Treffpunkt werden.

Meusert: Das sehen wir nicht so. Wie gesagt, wir sind kein wilder Haufen, sondern Sportler. Der Skatepark wäre unsere Sportanlage, die wir natürlich auch pflegen würden. Denn welcher Sportler vernachlässigt sein Sportgerät und Sportstätte?

Hatebur: Wir haben uns auch um die jetzige Anlage gekümmert, als sie noch stark genutzt wurde. Gab es dort Scherben, haben wir sie weggeräumt, damit wir ohne Verletzungsrisiko fahren konnten.

Flutlichtanlage und Wetterschutzhütte fallen weg. Eine richtige Entscheidung?

Hatebur: Auf jeden Fall. Wir haben sofort erklärt, dass wir damit kein Problem haben. Nach 22 Uhr fährt keiner mehr gute Tricks. Und bei einer Wetterschutzhütte gebe es die Gefahr, dass es ein unkontrollierter Treffpunkt sein könnte.

Könnten Sie sich die Gründung eines Vereins oder den Anschluss an einen Verein vorstellen?

Meusert: Das können wir uns vorstellen, doch sollten wir erst einmal den Park haben. Dann gibt es sicherlich eine Gruppe, die sich regelmäßig trifft. Dann könnte man das Thema mal diskutieren.

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Protest durch Unterschrift weiter möglich

Auch an diesem Wochenende können Interessierte per Unterschrift bekunden, dass sie gegen einen Skatepark am Friedhof sind. Vertreter der neu gegründeten Bürgergemeinschaft „ProFriedhofsruhe“ werden am Samstag, 17. Juni, von 15 bis 18 Uhr und am Sonntag, 18. Juni, ebenfalls von 15 bis 18 Uhr am geplanten Standort des Skateparks am Friedhof stehen.
Dort liegen die Unterschriftenlisten aus. Wie die Bürgergemeinschaft mitteilt, hat es bereits eine unerwartet hohe Anzahl Unterschriften und damit die Zustimmung zu der Aktion „ProFriedhofsruhe und Erhalt der grünen Oase“ gegeben.
Ebenfalls sei die Vielzahl der Klicks auf die Internet-Frage der Ruhr Nachrichten, ob ein Skatepark am Olfener Friedhof eine gute Idee ist oder nicht, sehr positiv.
Die Bürgergemeinschaft bittet darum, die noch bei den Helfern in Umlauf befindlichen Listen bis spätestens Sonntagabend, 18. Juni, einem der Sprecher – Volker Barth, Wolfgang Lorch, Hans Oswald Mattern, Ulrich Streil – zu übergeben.

 

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