Wolfhelmschule: Flucht wurde im Lkw erfahrbar

Präsentation des Hilfswerks Missio Halt

Die Geschichten von acht Menschen auf der Flucht – erzählt auf nur wenigen Quadratmetern. Der Flucht-Truck des Hilfswerks Missio Halt macht an der Wolfhelmschule halt. Darin können Besucher in einer multimedialen und interaktiven Ausstellung in die Rolle von Flüchtlingen aus Afrika schlüpfen. Wir waren mit der Kamera vor Ort.

OLFEN

, 19.10.2015, 18:44 Uhr / Lesedauer: 1 min
Wolfhelmschule: Flucht wurde im Lkw erfahrbar

Jenna Graumann hat sich wie ihre Mitschülerin Cindy Neumann dagegen entschieden, Papiere mitzunehmen. Das wird sich bald rächen. Denn im weiteren Verlauf der Geschichte bekommen beide große Probleme, Arbeit zu finden ohne die passenden Dokumente.

Eine der schwierigsten Entscheidungen steht gleich am Anfang. Sie kommt lapidar daher und wird die beiden Schülerinnen Cindy Neumann und Jenna Graumann noch vor große Probleme stellen. Aus Cindy und Jenna sind Irene und Falon geworden. Zwei junge Frauen aus der Republik Kongo, die gerade erfahren haben, dass Rebellen in ihre Gegend vorrücken.

Es ist die zweite von sechs Stationen in ihrem Fluchtszenario und die beiden müssen sich entscheiden: Was nehme ich mit? „Keine Ahnung“, murmeln beide Schülerinnen vor sich hin. Sie stehen vor einem Touchscreen und müssen sich für drei verschiedene Dinge entscheiden. Für mehr ist kein Platz. Beide nehmen Wasser, Kleidung und etwas Essen mit und denken nicht an Papiere und Dokumente.

 

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Fluchttruck macht Halt in Olfen 2015

19.10.2015
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Die Wolfhelmschule hat den Truck gemeinsam mit dem Arbeitskreis Asyl nach Olfen geholt.© Foto: Karim Laouari
Die Wolfhelmschule hat den Truck gemeinsam mit dem Arbeitskreis Asyl nach Olfen geholt.© Foto: Karim Laouari
Die Olfener Schüler waren an dem Truck sehr interessiert.© Foto: Karim Laouari
Die Schüler sollen bei dem Erlebnis die Hintergründe verstehen lernen, die Menschen zur Flucht bewegen, erklärt Pastoralreferent und Mitorganisator der Aktion, Martin Reuter.© Foto: Karim Laouari
Cindy Neumann und Jenna Graumann waren nach dem Rundgang beeindruckt. Die beiden Schülerinnen fanden vor allem das interaktive Erlebnis spannend.© Foto: Karim Laouari
Zwei Tage lang macht der Truck Halt in Olfen.© Foto: Karim Laouari
Jenna Graumann hat sich wie ihre Mitschülerin Cindy Neumann dagegen entschieden, Papiere mitzunehmen. Das wird sich bald rächen. Denn im weiteren Verlauf der Geschichte bekommen beide große Probleme, Arbeit zu finden ohne die passenden Dokumente.© Foto: Karim Laouari
An der ersten Spielstation müssen die Schüler entscheiden: Was nehme ich auf der Flucht mit? Es ist nur Platz für drei dinge.© Foto: Karim Laouari
Viel Zeit zum Umsehen bleibt nicht.© Foto: Karim Laouari
Im zweiten Raum beginnt die Geschichte. In der Kirche ihres Ortes erfahren die Schüler, dass Rebellen immer mehr Menschen töten. Bei dem Konflikt geht es um Rohstoffe.© Foto: Karim Laouari
Eins wird sofort klar: der Flucht-Truck ist eng. Das hat mit dem geringen Platzangebot in dem Anhänger zu tun. Und es verstärkt das bedrückene Gefühl der Flucht noch zusätzlich.© Foto: Karim Laouari
Eine Mitarbeiterin von Missio erklärt die verschiedenen Produkte. Die weitere Geschichte erleben die Schüler allein.© Foto: Karim Laouari
Eine Mitarbeiterin von Missio erklärt die verschiedenen Produkte. Die weitere Geschichte erleben die Schüler allein.© Foto: Karim Laouari
Papiere und Dokumente aus dem afrikanischen Land werden ausgestellt. Sie spielen bald eine entscheidende Rolle für die Schüler.© Foto: Karim Laouari
Die erste Station im Truck zeigt eine MArktszene mit typischen Produkten aus dem Kongo, darunter Gewürze.© Foto: Karim Laouari
Immer zu zweit sind die Jugendlichen dann durch den Truck gegangen. Auf der Rückseite der Karten war auch ein QR-Code abgedruckt, mit dem die Schüler einzelne Stationen aktivieren konnten.© Foto: Karim Laouari
Auf der Treppe vor dem Eingang zu Truck lagen Karten mit Infos über die verschiedenen Flüchtlinge, in deren Haut die Schüler schlüpfen sollten.© Foto: Karim Laouari
Der Flucht-Truck des Katholischen Hilfswerks Missio besucht am Montag und Dienstag die Wolfhelm-Schule. Bei dem Projekt geht es darum, hautnah die GEschichten von Flüchtlingenzu erleben. In dem LKW-Anhänger sind mehrere Stationen aufgebaut, die eine Flucht aus der Demokratischen Republik Kongo simuliert. In der Wolfhelm-Schule nehme Schüler ab der 8. Klasse teil. Den Anfang machte am Montag die Jahrgangsstufe 11.© Foto: Karim Laouari
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Das wird sich bald rächen, denn nachdem sie es auf der Ladefläche eines kleinen Lastwagens und zu Fuß bis in die Nähe Nairobis geschafft haben, suchen beide Arbeit. Aber ohne Papiere ist das schwierig. Nur mit Mühe können sich beide mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten. Die Zukunft – ungewiss. Ihre Familien – das erfahren beide im Laufe der Flucht, sind zum Teil Opfer des Bürgerkriegs geworden.

Begeistert vom Interaktiven

Am Ende sind die beiden Mädchen aus der 11. Jahrgangsstufe beeindruckt. Von dem, was sie gesehen haben und dem, wie sie es erlebt haben. „Das Interaktive fand ich sehr gut“, sagt Cindy Neumann nach dem Rundgang. „Und, dass die Entscheidungen die Flucht beeinflusst haben“, fügt Jenna Graumann hinzu.

Ab Klasse acht können die Wolfhelmschüler sich die Ausstellung ansehen. Die Schule und der Arbeitskreis Asyl haben den Truck nach Olfen geholt, um dieses „hochaktuelle Thema“, wie Pastoralreferent Martin Reuter sagt, anschaulich zu vermitteln und Ängste abzubauen. 

Der Flucht-Truck
Die hat den Truck entwickelt. Es handelt sich dabei um eine Ausstellung zum Thema "Menschen auf der Flucht. Weltweit". Die Zielgruppe sind dabei Schüler ab Klasse 8, Jugendliche und Erwachsene. Interaktiv können die Teilnehmer das Leben und Fliehen der Flüchtlinge hautnah miterleben - und das auf sehr engem Raum. Ein Veranstaltungstag kostet 150 Euro.

 

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