Wollhandkrabbe aus China breitet sich in Lippe aus

Naturschutz

OLFEN Sie stammt ursprünglich aus China, fühlt sich aber auch in unseren Breiten „pudelwohl“ und verursacht bei Naturschützern sowie Anglern zunehmend Sorgenfalten: die Wollhandkrabbe. Sie macht sich langsam aber sicher auch in der Lippe breit.

25.05.2009, 16:24 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mit ihren kräftigen Scheren schnappt sich die Wollhandkrabbe alles, was fressbar ist.

Mit ihren kräftigen Scheren schnappt sich die Wollhandkrabbe alles, was fressbar ist.

„Denn sie ist ein Räuber, macht sich über alles her, was ihr vor die Schere kommt.“ Sie verspeist kleine Fische, deren Laich sowie Insekten und Pflanzen. Somit sei sie für die heimischen Gewässer-Bewohner auch ein Nahrungskonkurrent. Und überhaupt habe eine fremde Tierart wie die Wollhandkrabbe hierzulande nichts zu suchen. Konkrete Aussagen, welchen Einfluss das Auftreten der „China-Krabbe“ auf den Fischbestand und die Artenvielfalt in der Lippe hat, gibt es wegen fehlender Untersuchungen bisher nicht. Der Diplom-Biologe geht aber davon aus, dass die Krabbe sich weiter vermehren und die Problematik verschärfen wird.

Denn natürliche Feinde habe das Schalentier bei uns nicht. Ab und zu werde ein Exemplar von einer Möwe oder einem großen Raubfisch erwischt, das reiche aber nicht, um die Verbreitung der Krabbe einzudämmen. Daher komme die Wollhandkrabbe im Zuständigkeitsbereich des Landesfischereiverbandes Westfalen zwischen Wesel und Hamm an einigen Stellen inzwischen geradezu massenhaft vor – fast wie eine Plage In einigen Gewässern, so Dr. Michael Möhlenkamp, sind mittlerweile Krabbensperren installiert worden, um die Tiere aufzuhalten und einzusammeln. Das sei aber leider bei der Lippe nicht möglich, dazu sei der heimische Fluss zu breit, bedauert er.  

Für die Olfener Angler ist die Krabbe aus China noch nicht zur Plage geworden, wie Claus Bunte, Vorsitzender des örtlichen Fischereivereins, sagt. Dessen Pachtgewässer ist die Stever. „Hier haben wir mit der Krabbe noch nichts zu tun, höchstens in Einzelfällen“, so Bunte. Ab und zu fischen die Olfener auch in der Lippe. „Doch auch dort haben wir mit der Wollhandkrabbe noch keine Probleme“, stellt Claus Bunte fest. „Ich kenne sie eigentlich nur aus der Fachliteratur." 

Lesen Sie jetzt