Zäune und Gräben gegen ungebetenen Besuch am Lippebogen bei Olfen

rnBetretungsverbot

Am Lippebogen in Olfen rollen in den nächsten Tagen wieder Bagger an. Der Lippeverband errichtet eine massive Abzäunung mit Gräben und mehr. Bilder wie am Vatertag soll es nicht mehr geben.

Olfen

, 19.06.2020, 14:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Spiel, Sport und Spaß hatte Olfens Bürgermeister Wilhelm Sendermann an diesem Feiertag bei einem privaten Ausflug beobachtet. Dazu in Coronazeiten Menschen dicht an dicht am Lippestrand - ausgestattet mit allem, was für einen zünftigen Campingurlaub benötigt wird. Die Lippe diente als „Kühlfach“ für das mitgebrachte Bier.

Keine einmalige Situation. Längst ist der mit großem Aufwand renaturierte Bereich zum Geheimtipp in Olfen und weit darüber hinaus. Vor allem auch aus dem Ruhrgebiet kommen viele Menschen, um hier die Natur zu genießen - und vor allem auch Spaß zu haben. Die Folgen will die Stadt nicht länger dulden.

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„Wir haben mittlerweile 104 Verkehrswidrigkeiten registriert“, sagt Bürgermeister Sendermann. Bei einem runden Tisch am Donnerstag (18. Mai) hat er zusammen mit Vertretern vom Kreis, der Polizei, vom Lippeverband und anderen beraten, wie die Naturbereiche besser geschützt werden können.

Frei zugänglicher Bereich wird auf rund 100 Meter begrenzt

Es geht dabei um rund 1500 Meter Lippeufer links und rechts vom Aussichtsturm. „Den frei zugänglichen Bereich werden wir hier auf rund 100 Meter im Bereich des Turmes begrenzen“, sagt Sendermann. Zugleich kündigt der Olfener Bürgermeister an, dass die Maßnahmen schnell umgesetzt werden sollen.

Der Aussichtsturm an der Lippe wird auch in Zukunft erreichbar sein.

Der Aussichtsturm an der Lippe wird auch in Zukunft erreichbar sein. © Thomas Aschwer

Bereits in der Woche ab Montag, 22. Juni, sollen Bauarbeiter anrücken, um - so Sendermann - „kernige Maßnahmen“ umzusetzen. Aus Sicht des Runden Kreises wäre ein Draht zu wenig. „Der ist schnell durchgeschnitten“, sagt der Bürgermeister.

Zur vorgesehenen „massiven Abgrenzung“ gehört in einem ersten Schritt neben einem Zaun auch ein Graben, der die unerwünschten Besucher fernhalten soll. Sollten beide Dinge nicht ausreichen, ist nach Auskunft von Wilhelm Sendermann „langfristig auch eine Beweidung denkbar“.

Stadt Olfen will Ordnungswidrigkeiten konsequent ahnden

Wie wirkungsvoll die ersten Maßnahmen sind, soll in den nächsten Wochen immer wieder überprüft werden. Wer das Vertretungsverbot ignoriert und dabei erwischt wird, hat ein Problem. „Das ist eine Ordnungswidrigkeit, die geahndet wird.“ Sendermann begründet das massive Vorgehen mit den Entwicklungen in der jüngeren Vergangenheit.

„Die Menschen haben sich teilweise sogar Pizza zum Lippestrand liefern lassen.“ Damit soll jetzt Schluss sein. „Der Bereich ist für die Natur gemacht.“ Um sie wirkungsvoll zu schützen, will die Stadt Olfen jetzt ein deutliches Signal nach außen senden. Verbunden mit der Hoffnung, dass die Menschen das Betretungsverbot akzeptieren.

Die Sandstrände an der Lippe werden für Besucher gesperrt. Bereits in wenigen Tagen beginnen deshlab Bauarbeiten.

Die Lippe ist in der Nähe von Haus Vogelsang renaturiert worden. Deutlich zu erkennen ist dabei der neu geschaffene Lippebogen. Er hat sich zum beliebten Treffpunkt entwickelt. © K_V

Die Entwicklung im Bereich des Lippebogens kommt nicht ganz überraschend. Bereits im vergangenen Jahr gab es kurz nach der Renaturierung erste Klagen aus der Bevölkerung, dass Menschen die neu geschaffenen Sandstrände als Badestrände nutzten. Das herrliche Wetter bei gleichzeitig noch geschlossenen Freibädern dürfte dann dafür gesorgt haben, dass immer mehr Menschen nach Olfen gekommen sind, um sich an der Lippe zu entspannen - und immer wieder auch ihren Müll zurücklassen.

„Unfassbar, was die Leute einfach in die Natur werfen“

Eine Situation, die auch aus anderen Bereich bekannt ist - beispielsweise am Silbersee. „Es ist wirklich unfassbar, was die Leute alles einfach in die Natur werfen“, sagt Albert Oelmann. Der Föster vom Regionalforstamt Ruhrgebiet des Landesbetriebs Wald und Holz ist für die privat bewirtschafteten Waldflächen rund um Haltern zuständig.

Neben einem transportablen Kinderbett holten die Mitarbeiter unter anderem Paddel, Besen, ein Fahrrad und jede Menge Plastik aus dem Waldgelände. Der gesammelte Müll wurde an der Zufahrtsstraße deponiert und dort vom Baubetriebshof der Stadt Haltern abgeholt. Eine Entwicklung, die Olfen unter allen Umständen verhindern will.

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