Zehn Fragen und Antworten zum Skatepark in Olfen

Umstrittenes Bauvorhaben

Wie ist eigentlich der Stand der Dinge rund um den umstrittenen Bau des Skateparks in Olfen? Liegt ein Bauantrag vor? Wird es an der Anlage Toiletten geben? Wann bekommt die Bürgerinitivative "Pro Friedhofsruhe" von der Kreisverwaltung Antworten auf ihre Einwände? Zehn Fragen und Antworten.

OLFEN

, 08.09.2017, 16:36 Uhr / Lesedauer: 3 min
Zehn Fragen und Antworten zum Skatepark in Olfen

Die Skateranlage zwischen Stadion und Kleingartenanlage bietet als zentrales Element eine Halfpipe. Die ist bei vielen Skatern nicht mehr gefragt

Die Stadt Olfen hat beim Kreis Coesfeld noch keinen Antrag zum Bau einer Skateranlage an der Steveraue eingereicht. Das sagte Kreis-Pressesprecher Christoph Hüsing auf Anfrage unserer Redaktion. Er ging zudem darauf ein, unter welchen Voraussetzungen für die Skaterbahn auch der Flächennutzungsplan geändert werden muss. Dazu Fragen und Antworten.

 

Wie sind die baurechtlichen Rahmenbedingungen für den Bau der Skaterbahn an der Steveraue?

„Wenn die Stadt Olfen einen Bebauungsplan für das Gebiet aufstellen will, müsste auch der Flächennutzungsplan geändert werden. Stellt die Stadt hingegen eine Satzung nach Paragraf 34 Baugesetzbuch auf, ist keine Änderung des Flächennutzungsplanes notwendig.“ Mit diesen Aussagen geht die Kreisverwaltung auch auf Punkte ein, die die Initiative Pro Friedhofsruhe bei einem Gespräch mit unserer Redaktion angeführt hatte.

 

„Wo verrichten die Skater ihre Notdurft“, lautet eine andere Frage der Initiative Pro Friedhofsruhe.

„Es gibt dafür keine gesetzlichen Anforderungen“, sagt die Kreisverwaltung. Für die Skaterbahn würden die gleichen Vorgaben gelten wie bei einem Spielplatz. „Da gibt es auch keine sanitären Anlagen.“

 

Welche Stellen und Einrichtungen hat die Initiative mittlerweile eingeschaltet?

Die Initiative hat nach dem Ratsbeschluss Mitte Juli den Regierungspräsidenten und auch den Kreis Coesfeld eingeschaltet und um kommunalaufsichtliche Prüfung des Beschlusses gebeten. „Ja, das stimmt“, sagt Kreis-Pressesprecher Christoph Hüsing. Er bestätigte weiter, dass neben dem Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr auch Dr. Ansgar Scheipers vom Dezernat I der Kreisverwaltung (Sicherheit, Bauen und Umwelt) Post von der Initiative bekommen hat.

Diese Eingaben seien an die interne Kommunalaufsicht weitergegeben worden. Beim Kreis gelandet ist auch die Eingabe, die die Initiative bei der Bezirksregierung gemacht hat, weil – so Hüsing – „der Kreis zuständig ist“.

Zu welchem Ergebnis ist die Kreisverwaltung gekommen?

Die Prüfung der Eingaben ist nach Aussage des Kreispressesprechers nun weitgehend abgeschlossen. „In den nächsten Tagen erhält die Initiative eine gebündelte Antwort von der Kreisverwaltung.“ Ob der Kreis dabei das Vorgehen der Stadt in einzelnen Punkten beanstandet oder Änderungsvorschläge macht, könne die Kreisverwaltung aus rechtlichen Gründen nicht beantworten.

 

Wie hat die Initiative auf das Aufstellen des Schildes an der Aue reagiert?

Die Kreisverwaltung bestätigt auf unsere Anfrage, dass beim Kreis Coesfeld nach dem Aufstellen eines Schildes in der Steveraue am 19. August ein weiteres Schreiben der Initiative beim Landrat eingegangen ist. Auch hierzu macht der Kreis keine inhaltlichen Angaben.

Der Ansatzpunkt der Initiative ist, so betonen Sprecher beim Ortstermin, die Aussage der Stadt auf dem Schild, dass „die beiden großen Kirchengemeinden ausdrücklich keine Bedenken zur Nähe des Friedhofes haben, sondern viel Verständnis für die Jugend und ihre Interessen bekunden.“

Wie wir im Juli berichtet haben, gibt es zwei Schreiben der beiden großen Kirchengemeinden. In den gleichlautenden Briefen weisen sie darauf hin, „dass sie zu keinem Zeitpunkt eine Empfehlung, Entscheidung oder Befürwortung zu einem von der Stadt als möglichen Standort vorgesehenen Platz ausgesprochen haben“. Dies liege auch nicht im Kompetenzbereich der Kirchengemeinden.

 

Gibt es weitere Stellungnahmen zum geplanten Standort?

Bedenken zum Standort an der Steveraue hat die Neuapostolische Kirche in einem Brief an Bürgermeister Sendermann geäußert. „Es geht uns nicht in erster Linie um die Totenruhe, sondern um die Ruhe für die trauernden Angehörigen. Aus eigener Erfahrung kann ich mir als Priester unserer Kirchengemeinde eine Trauerandacht unter einem befremdlichen Geräuschpegel schwer vorstellen“, heißt es in dem Brief von Uwe Krumminga.

 

Hat die Initiative weitere Kritikpunkte?

Die Initiative übt vor allem auch Kritik an der Lärmentwicklung der geplanten Skateranlage. Oswald Mattern sagt, dass „laut Herstellerangabe von der Skaterbahn einer Lärmentwicklung von 105 dB (A) ausgeht.“ Das sei so laut wie in einer Disco. Das Bayerische Landesamt habe bei Messungen sogar 112 db (A) festgestellt. Zugleich verweist Mattern darauf, dass bei Friedhöfen und Parkanlagen maximal Lärmentwicklungen von 55 dB (A) erlaubt seien. Nach der Aussage von Oswald Mattern empfehle das Bayerische Landesamt „bei größeren Abständen einen Abstand von 360 Metern.“ Deshalb, so die Initiative, sei der gewählte Standort falsch. 

 

 

Wie viele Unterschriften hat die Initiative bislang gesammelt?

 

„Wir haben 130 Listen im Umlauf“, sagt Oswald Mattern. Deshalb könne er aktuell keine konkrete Zahl nennen. Erklärtes Ziel der Initiative sei es, „deutlich mehr als 970 Unterschriften zu sammeln gegen den Standort zwischen Friedhof und Steveraue.“

 

Hat die Initiative einen Alternativstandort für die Skateranlage?

„Wir haben nichts gegen die Skater“, sagen Oswald Mattern, Volker Barth und weitere Vertreter der Initiative. Sie schlagen einen Platz am Naturbad vor. „In westlicher Richtung ist viel Platz.“ Das belegte auch ein Flug mit einer Drohne von der CDU. Hier wäre nach Einschätzung der Initiative auch kein zusätzlicher Schallschutz notwendig, am geplanten Standort hat die Stadt hingegen eine sechs Meter hohe Mauer vorgesehen.

 

Was macht die Initiative, wenn ihre Vorschläge keine Mehrheit finden?

„Wir können uns aktuell keine Klage vorstellen“, betonen Mitglieder der Initiative beim Ortstermin. Dazu habe die Initiative nicht die personellen oder finanziellen Ressourcen.

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