Altenheim-Mitarbeiter wollen Verwaltung und Politiker unter Druck setzen

Landhaus Keller

Fünf „Landhaus Keller“-Mitarbeiter beschweren sich bei Gesundheitsminister Jens Spahn über die Verwaltung und gezielt über Arno Berning (CDU). Der nennt dies „eine Unverschämtheit!“

Raesfeld

, 03.02.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Altenheim-Mitarbeiter wollen Verwaltung und Politiker unter Druck setzen

Beschäftigte des Landhauses Keller haben ihrem Ärger in mehreren offenen Briefen Luft gemacht. © Archiv

Konkret geht es um die Sitzung des Planungsausschusses vom 20. Januar. Darin wurde die Frage diskutiert, ob die Gemeinde dem Widerspruch des Insolvenzverwalters Rolf Weidmann folgt, der kein Interesse von Investoren an einem von der Gemeinde gewünschten Hotelbetrieb sieht.

Das Landhaus Keller in Raesfeld war jahrelang parallel als Hotel und Altenheim betrieben worden. Der Hotelbetrieb wurde Mitte 2019 aufgegeben, die Firmengruppe Keller steckt derzeit im Insolvenzverfahren.

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Einstimmig beschloss der Ausschuss, dem Widerspruch des Insolvenzverwalters, der einen Weiterbetrieb des Altenheims mit einem neuen Investor forderte, nicht zu folgen. Arno Berning hatte in der Sitzung die Hoffnung geäußert, dass der Altenheimbetrieb im Landhaus Keller schnell eingestellt werde, „damit der Bestandsschutz da runter ist“.

Offene Briefe der Altenheim-Beschäftigten

Fünf Beschäftigte reagieren nun mit offenen Briefen. In einem Brief an Berning, der wie die anderen auf dem Briefpaper der Firma „Alten- und Pflegeheime Familie Keller GmbH“ mit Brieffuß des Insolvenzverwalters gedruckt ist, fordern die fünf Beschäftigten „für die respektlose Äußerung“ eine Entschuldigung. „Welche schlechten Erfahrungen haben Sie mit unseren Senioren oder uns gemacht, dass Sie uns öffentlich ablehnen?“

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In Briefen an Gesundheitsminister Jens Spahn steht sogar, Bernings Äußerung könne damit zusammenhängen, das er „rund 200 Meter vom Altenheim Landhaus Keller entfernt wohnt - und sich in der Umgebung älterer, dementer Menschen belästigt fühlt“. Im Brief an Verkehrsminister Hendrik Wüst finden sich ähnliche Formulierungen. Als „Unterstellungen und Unverschämtheit“ bezeichnet dies Berning auf Nachfrage. Weiter äußern wolle er sich dazu nicht.

„Phantom-Hotel“

Auch die Raesfelder Fraktionsvorsitzenden und die Gemeindeverwaltung erhielten offene Briefe. Darin ist die Rede von einem „Phantom-Hotel“, „dem Sie seit Jahren erfolglos hinterherjagen“. „Wieso fällt es Ihnen so schwer, Ihr Projekt ‚Hotel Luftschloss‘ aufzugeben?“

Die Beschäftigten stellen fest: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Seniorinnen und Senioren des Landhauses Keller sowie deren Angehörigen fühlen sich verraten und verkauft von ihren lokalen Volksvertretern. Nehmen Sie tatsächlich lieber eine Bauruine in Raesfeld in Kauf als den Ausbau einer Seniorenresidenz durch einen seriösen Investor?“

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