Die Wocheninzidenz im Kreis Borken ist über den Wert von 100 gestiegen. © dpa
Coronavirus

Corona: Inzidenz im Kreis Borken über 100 – Was passiert jetzt?

Die Wocheninzidenz im Kreis Borken hat am Mittwoch die 100er-Marke überschritten. In Raesfeld hat sich die Zahl der aktuell Infizierten mehr als verdoppelt. Was passiert jetzt?

Mit 104,8 beziffert der Kreis Borken die Wocheninzidenz am Mittwoch – das Landeszentrum Gesundheit mit 104,5. Überrascht hat das Kreissprecher Karlheinz Gördes nicht: „Die Entwicklung geht in die Richtung.“ 79 neue Infektionen wurden zu Mittwoch registriert, die Zahl der aktuell Infizierten stieg um 45 auf 600.

Ein Inzidenzwert von über 100 dürfte ein Fall für die „Notbremse“ werden, die Bundeskanzlerin Angela Merkel gegenüber den Ministerpräsidenten durchgesetzt hatte. „Wir werden nicht sofort mit strengeren Kontaktbeschränkungen reagieren“, sagte Gördes am Mittwoch. Denn die Verordnung besagte, dass die Entwicklung nachhaltig und signifikant verfestigt sein müsse.

„Das beruhigt uns ein bisschen“

Gördes: „Wir schauen nicht nur auf die Inzidenz, sondern nehmen auch andere Faktoren in den Blick.“ Etwa die Situation in den Krankenhäusern, die „relativ entspannt“ sei. „Das beruhigt uns ein bisschen.“ Eine Überlastung des Gesundheitssystems „sehen wir im Moment überhaupt nicht“, so Gördes.

Eine Erkenntnis aus Rückmeldung der Kontaktermittler gebe es aber bereits, so Gördes: Man sehe, „dass die Leute zum Teil sehr nachlässig geworden sind, was das Maskentragen anbelangt“. An Arbeitsplätzen und in Fahrgemeinschaften werde offensichtlich häufiger auf die Maske verzichtet. Der Gedanke „man kennt sich ja“ führe dann laut Gördes häufig zu Infektionen, oft mit der mutierten Virus-Variante, und diese würden dann in den Familien weitergegeben.

Situation in den Schulen

Viele Eltern, Lehrer und Schüler sind derzeit besorgt, was die Infektionswahrscheinlichkeit in Schulen betrifft. Raesfelder Schüler besuchen etwa die Julia-Koppers-Gesamtschule in Borken. In Borken waren die Infektionszahlen zuletzt stark gestiegen. Doch auch in Raesfeld wurden zu Mittwoch 7 neue Infektionen registriert – die Zahl der aktuell Infizierten stieg von 4 auf 10.

Eine Schließung der Schulen sieht Gördes derzeit im Kreis Borken nicht als notwendig an: „Schulen sind noch nicht das Thema. Die haben hervorragende Hygienekonzepte und auf deren Einhaltung wird geachtet.“ Anders sei dies vielleicht im Umfeld von Schulen, wo sich Schüler ohne Maske begegneten und „Lehrkräfte das nicht im Blick haben“. Es gebe immer mal einzelne Fälle von Infektionen an Schulen im Kreis, aber keine „explosionsartige“ Entwicklung, keine Cluster, so Gördes.

Welche Rolle spielen Schnelltests?

Liegt der starke Anstieg bei den Infektionszahlen vielleicht auch am vermehrten Einsatz von Schnelltests? „Erste Ergebnisse kommen derzeit zurück“, sagt Gördes. „Da gibt es minimal positive Fälle – das ist im Moment noch nicht signifikant.“ Er wolle „allen ans Herz legen, die Möglichkeit der Schnelltests zu nutzen.“

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
Zur Autorenseite
Berthold Fehmer

Corona-Newsletter

Alle wichtigen Informationen, die Sie zum Leben in der Corona-Pandemie benötigen, sammeln wir für Sie im kostenlosen Corona-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.