Coronavirus: Bürgermeister erklärt die Lage in Raesfeld

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Raesfeld ist mit 20 Coronavirus-Infektionen derzeit Spitzenreiter im Kreis Borken. Bürgermeister Andreas Grotendorst gab am Montagabend eine Einschätzung der Lage.

Raesfeld

, 17.03.2020, 10:14 Uhr / Lesedauer: 2 min

So eine Bau- und Umweltausschusssitzung gab es in Raesfeld noch nie. Immer ein Stuhl blieb zwischen den Beteiligten frei. Sicherheitsabstand in Zeiten des Coronavirus‘. „Wir haben überlegt, ob wir absagen oder nicht“, sagte Bürgermeister Andreas Grotendorst. Aber dann auch: „Wir müssen ein Leben nach Corona haben.“

Die weiteren Einschränkungen des öffentlichen Lebens treffen auch Raesfeld. Grotendorst gab „die dringende Empfehlung, das zu beachten“. In Raesfeld waren am Freitag die ersten drei Fälle von Infektionen gemeldet worden - Stand Montagabend waren es schon 20. „Mit einem Anruf haben wir zehn Fälle gekriegt“, sagte Grotendorst.

„Die hatten hier im Ort keinen Kontakt“

Das seien, so Grotendorst auf Nachfrage von Arno Berning (CDU), allesamt Urlaubsrückkehrer gewesen. Grotendorst: „Die hatten hier im Ort keinen Kontakt mit irgendeinem.“ Die Zahl der in Quarantäne Befindlichen ändere sich derzeit „fast halbstündlich“.

Mit Informationen werde der vierköpfige Krisenstab derzeit überschüttet. Man müsse den Überblick über die Erlasse behalten. „Da schlagen wir uns ein bisschen durch“, so Grotendorst. Der Krisenstab rufe alle Infizierten und alle in Quarantäne täglich an. „Die sind dankbar dafür“, sagt Grotendorst, denn die Betroffenen hätten einige Fragen. Alle müssten täglich Fieber messen und ihren Gesundheitszustand selbst einschätzen.

Gesundheitsamt entscheidet, wer getestet wird

Eine medizinische Einschätzung könnten die Rathausmitarbeiter nicht vornehmen. Insgesamt gelte: „Die Zahl der Leute, die sich derzeit schlecht fühlen, hat sich exponentiell erhöht“, sagte Grotendorst: „Weil so viel darüber gesprochen wird.“ Nicht jeder könne getestet werden - das Gesundheitsamt müsse entscheiden, da die Testkapazitäten begrenzt seien.

Die Schul- und Kitaschließungen seien „sehr problemlos“ gelaufen, sagte Grotendorst. Die Anzahl der Kinder, die geschickt wurden, könne man pro Einrichtung an ein oder zwei Händen abzählen. Anträge auf Notbetreuung bekomme man in den Schulen und Kitas - diese ist aber nur bei systemrelevanten Berufsgruppen vorgesehen.

„Es wird noch eine spannende Woche“

Das bedeute, dass in vielen Betrieben Arbeitnehmer zu Hause bleiben müssten, um Kinder zu betreuen. „Urlaub nehmen, Überstunden abfeiern, Minusstunden aufbauen“, solche Möglichkeiten gebe es, sagte Grotendorst: „Ich kann es nicht ändern.“ Und: „Es wird noch eine spannende Woche.“

Was die Versorgungssituation betreffe, sagte Grotendorst: „Es wird hier keiner verhungern.“ In Raesfeld gebe es bereits Angebote von Nachbarschaftshilfe: „Das regelt sich sehr gut auch von selbst.“

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