Coronavirus: Erler bangen um Jubiläumsschützenfest - Festschrift fertig

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Die Erler Schützen bangen in der Corona-Krise um ihr Jubiläumsschützenfest (125 Jahre). Fertig ist aber die Festschrift, die unter anderem zeigt, dass der Verein eigentlich viel älter ist.

Raesfeld

, 27.03.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fast zwei Jahre Vorlaufzeit erforderten die 148 Seiten zum 125-jährigen Bestehen des Allgemeinen Bürgerschützenvereins Erle. Auf eine große Buchpräsentation im Saal Brömmel-Wilms müssen die Erler wegen des Coronavirus‘ verzichten. Mitautorin Doris Röckinghausen radelte am Freitag zur Buchbinderei Terbeck in ihrer Nachbarschaft in Coesfeld, nahm das erste gebundene Exemplar in Empfang und schickte die übrigen 599 Bücher auf die Reise nach Erle.

Ab jetzt können die Bücher bestellt werden. Präsident Arno Brömmel: „Wer das Buch haben möchte, überweist den Verkaufspreis von 15 Euro an die Volksbank Erle auf das Konto: Allgemeiner Bürgerschützenverein Erle e.V., IBAN DE 45 40069606 0 201520601, Verwendungszweck Jubiläumsbuch.“

Bücher werden geliefert

Jeden Freitagmittag werde anhand der Kontoauszüge geprüft, wer die 15 Euro (bzw. bei mehreren Büchern den entsprechenden Betrag) überwiesen habe. Brömmel: „An diese Personen liefern wir an dem jeweiligen Wochenende das Buch bzw. die Bücher aus. Wir werden es vor die Tür oder in die Garage legen. Bitte notfalls einen Hinweis an die Tür heften, wo wir das Buch hinlegen sollen.“ Die Bücher gibt es auch in der Volksbank Erle sowie der Erler Filiale der Sparkasse Westmünsterland.

Was erwartet die Leser des Buchs, dessen Umschlag in Gold auf grüner Leinwand geprägt ist? Röckinghausen sagt, dass man nach den Vorworten bewusst die Jungschützen an den Anfang genommen habe. „Man sieht an den Interviews, wie wichtig der Schützenverein für das Dorf ist - das hält schon alles zusammen“, sagt Röckinghausen. „Die sieben Leute bringen das auf den Punkt.“

Sehr kreativ geworden seien die 25 Throngemeinschaften der vergangenen 25 Jahre, die jeweils eine Doppelseite gestalten durften, sagt Röckinghausen. Acht Seiten bekommt das Kinderschützenfest. „Da sind so tolle Bilder dabei, wie Jungs und Mädchen voller Andacht am Korkenschussapparat stehen.“

Viele Betriebe sind nicht mehr da

Für die Dorfchronik sorgt Ingrid Horstmann, die bei einem Treffen „einfach erzählt hat, was sich in den letzten 25 Jahren verändert hat“, so Röckinghausen. Viele Betriebe, die in der Festschrift vor 25 Jahren Werbung gemacht hätten, gebe es nicht mehr. „Das soziale Miteinander ist aber noch da“, sagt Röckinghausen.

Dönekes bieten Anlass zu Schmunzeln - auch der Gerichtsprozess von 1737, der zeigt, dass es ein Schützenwesen in Erle schon länger gibt. Damals stritten vor dem Gericht der Herrlichkeit Lembeck zwei Männer darum, wer den Vogel abgeschossen hatte. Beide brachten ihre Zeugen, „beide wurden zu Königen erklärt“, so Röckinghausen.

Berichte über Vogelbauer und Schießmeister

Berichte über Vogelbauer, Schießmeister, Festwirt, Kutschenschmücker und andere Ehrenamtliche schließen sich an. Auch der letztlich gescheiterte Vorstoß einiger Frauen, Mitglieder im Verein werden zu wollen, wird nicht verschwiegen. Hinzu kommen viele Fotos, „auf denen sich hoffentlich jeder wiederfindet“, so Röckinghausen.

Im Januar bei der Schlussredaktionsrunde im Saal Brömmel-Wilms: das Redaktionsteam mit (v.l.) Michael Oestreich, Doris Röckinghausen (wortART), Manfred Gülcher, Ludger Göllmann und Arno Brömmel.

Im Januar bei der Schlussredaktionsrunde im Saal Brömmel-Wilms: das Redaktionsteam mit (v.l.) Michael Oestreich, Doris Röckinghausen (wortART), Manfred Gülcher, Ludger Göllmann und Arno Brömmel. © privat

Brömmel: „Schon das Arbeiten am Buch und unsere vielen Redaktionssitzungen haben richtig Spaß gemacht.“ Ob das Jubiläumsschützenfest Anfang Juni stattfinden kann, stehe derzeit noch nicht fest. „Das werden wir im Vorstand Ende April entscheiden. Vielleicht gibt es bis dahin ja die Wende, die wir alle sehnlichst erhoffen.“

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