Coronavirus: Kein Montag wie jeder andere für Kunden und Einzelhändler

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Die Erleichterung über die Wiedereröffnung der Geschäfte nach wochenlanger Corona-Zwangspause war Kunden und Einzelhändlern am Montag anzusehen. Doch nicht alle Händler trauen der Situation.

Raesfeld

, 20.04.2020, 16:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Christoph Spangemacher, dessen Schreibwarengeschäft im vergangenen Monat geöffnet bleiben und der am Montag wieder sein Spielwarengeschäft in Raesfeld aufmachen durfte, konnte sich ein „Gott sei Dank!“ nicht verkneifen. Ein Kunde, der ein kleines Spiel kaufte, sah das nicht anders. Seinen Kindern „mal etwas anderes“ zum Spielen bieten zu können, führte ihn am Montagmorgen ins Spielwarengeschäft an der Weseler Straße.

Wer sich im Raesfelder Ortskern am Montagmorgen umschaute, sah dort keine langen Warteschlangen. Der von einigen Einzelhändlern befürchtete Ansturm blieb aus. Christoph Spangemacher sagt, dass er eigentlich gar nicht so genau sagen könne, was er bei der Wiedereröffnung des Spielwarengeschäfts erwartet habe.

Erneute Schließung nicht ausgeschlossen

Eine solche Situation gab es schließlich noch nie. Und Spangemacher sagt, dass er sich nicht sicher sei, dass es nicht zu einer erneuten Schließung der Geschäfte kommen könnte. Unter seinen Kunden habe er solche beobachtet, die die Hygiene-Vorschriften sehr genau nehmen. Und andere, bei denen das alles bislang kaum angekommen zu sein scheint.

Corinna Gödde (l.) und Marion Jakob von "Klaudia Treffpunkt Mode" freuten sich bei der Wiedereröffnung am Montag über strahlende Gesichter bei den Kunden.

Corinna Gödde (l.) und Marion Jakob von „Klaudia Treffpunkt Mode" freuten sich bei der Wiedereröffnung am Montag über strahlende Gesichter bei den Kunden. © Berthold Fehmer

Plexiglas-Scheiben, Masken für Mitarbeiter: All das gibt es auch in den Geschäften von Spangemacher. Eine Vorschrift, dass alle Masken tragen sollen, hat er aber nicht erlassen. Im Modegeschäft „Klaudia - Treffpunkt Mode“ ist das ähnlich. Dort haben die Mitarbeiterinnen Marion Jakob und Corinna Gödde am Montagmorgen „viele strahlende Gesichter“ bei ihren Kundinnen gesehen. Bei 275 Quadratmetern Ladenfläche dürfen sich maximal 27 Kunden gleichzeitig dort aufhalten - so voll ist es am Montag allerdings nicht.

Maske aus „Respekt dem anderen gegenüber“

Corinna Gödde glaubt, dass die Maskenpflicht in der Öffentlichkeit beschlossen wird, sobald genügend Masken zu Verfügung stehen. „Wenn ich einkaufen gehe, trage ich einen Mundschutz.“ Auch würden bereits Kundinnen mit Masken ins Geschäft kommen. Ob die Mitarbeiterinnen Masken tragen oder nicht, hänge vom Kunden ab. Wenn man merke, dass es dem Kunden lieber sei, trage man die Masken. „Das hat etwas mit Respekt dem anderen gegenüber zu tun.“

Bei „Brömmel Elektro“ erlebt Mitarbeiterin Stefanie Borgs am Montagmorgen ebenfalls keinen Ansturm von Kunden. Für „Notfälle“, kaputte Geräte im vergangenen Monat, konnte die Werkstatt weiterhin einspringen. „Ganz ordentlich“ sei die Resonanz am Montagmorgen gewesen, als auch das Ladenlokal wieder öffnen durfte. Borgs sagt, dass sie die Raesfelder beim Einkaufen als „relativ entspannt“ erlebt. „Wenn in Borken einer beim Einkaufen den Abstand nicht einhält, wird er gleich angepflaumt.“

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