Coronavirus und Kirche: „Ich weiß, das sind viele Einschränkungen“

Coronavirus

Ab dem 1. Mai darf auch die St.-Martin-Gemeinde wieder Gottesdienste mit Besuchern feiern. Doch die werden anders sein, als die Gemeindemitglieder es gewohnt sind.

Raesfeld

, 30.04.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gottesdienste mit Besuchern sind ab dem 1. Mai auch in der Erler Silvesterkirche wieder erlaubt.

Gottesdienste mit Besuchern sind ab dem 1. Mai auch in der Erler Silvesterkirche wieder erlaubt. © Berthold Fehmer

Die Abstandsregel von 1,50 Metern gilt natürlich auch für die Gottesdienstbesucher, wobei die Regelung auf „Haushalte“ bezogen wird. Wer zusammen wohnt, etwa Familien, darf in der Kirche zusammensitzen. In den Kirchen wurden weiße Aufkleber auf den Buchablagen der Bänke angebracht, die zeigen, wo die „Haushalte“ sitzen dürfen. Ordner sollen helfen, einen Platz in den Kirchen zu finden.

In die Kirche dürfen die Gläubigen nur durch die jeweiligen Behinderteneingänge - diese Türen werden offen gestellt, damit niemand eine Türklinke anfassen muss. Ein Küster wird im Eingang Gebetbücher und einen Hinweiszettel mit den wichtigsten Hinweisen ausgeben. „Grundsätzlich möchten wir Sie aber bitten, Ihre eigenen Gotteslobe von zu Hause mitzubringen“, so Pastor Kenkel an seine Gemeindemitglieder. Wer kein eigenes besitze, könne am Ende des Gottesdienstes das Gotteslob in die bereitgestellten Kisten an den Ausgängen legen - die Bücher werden anschließend desinfiziert.

Nach jeder Messe wird gelüftet

Durch die vergrößerten Abstände ist es möglich, dass der Platz in den Kirchen nicht für alle Gläubigen ausreicht. „Das kann gerade in Rhedebrügge leicht geschehen“, so Kenkel. In diesem Fall werden die hinteren Türen der Kirchen geöffnet, der Ton sollte dann auch draußen zu hören sein, während Gläubige die Messe mit ausreichend Abstand zueinander verfolgen. Kenkel: „Nach jeder Messe werden die Kirchen durchlüftet und die Buchablagen der Kirchbänke und Türgriffe desinfiziert.“

Für die Kommunion gelten nun andere Regeln. „Grundsätzlich ist ein Katholik nicht verpflichtet, in jeder Messe die Heilige Kommunion zu empfangen“, so Kenkel. Um eine Infektion zu vermeiden, werden die Worte „Der Leib Christi“ nicht mehr beim Austeilen gesagt, sondern zuvor am Altar. Eine Mundkommunion unterbleibt - Kinder werden nur noch ohne Berührung gesegnet. In der Erler Silvesterkirche wird die Kommunion von Helfern in die Seitenschiffe gebracht, die Besucher in den Mittelschiffen der Kirche kommen nacheinander nach vorne zum Priester.

Keine Online-Gottesdienste mehr

Online-Gottesdienste aus dem Pfarrhaus wird es ab dem 1. Mai nicht mehr geben. Ab diesem Tag gilt auch die Begrenzung auf 20 Personen bei Beerdigungen nicht mehr. Taufen sind nur für zwei Familien gleichzeitig möglich. Erstkommunionfeiern finden statt - in Erle am 17. Mai, in Raesfeld am 21. und 24. Mai. Die Zahl der Gottesdienste wird an diesen Tagen erhöht - Details werden mit den Eltern abgesprochen. Die Firmung ist „auf unbestimmte Zeit“ in den Herbst verschoben worden.

„Ich weiß, das sind viele Einschränkungen“, so Kenkel: „Aber wir sind froh, dass wir wieder öffentliche Gottesdienste feiern dürfen.“

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