Einen Rattenbefall gibt es derzeit am Friedhof in Erle. Friedhofsbesucher sollten deshalb keine offenen Kerzen aufstellen. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Rattenplage

„Dass Ratten anfangen, Kerzen zu fressen, wusste ich auch noch nicht“

Ein starker Rattenbefall ist derzeit am Friedhof in Erle zu beobachten. Der Erste Beigeordnete Markus Büsken: „Dass Ratten anfangen, Kerzen zu fressen, wusste ich auch noch nicht.“

Ungewöhnlich wirkte der Aufruf der Kirchengemeinde St. Martin: „Wir bitten alle Friedhofsbesucher, zurzeit bitte keine offenen Kerzen aufzustellen, sondern nur hinter entsprechendem Glas.“ Dass hungrige Ratten auch das Kerzenwachs als Nahrung betrachten könnten, dürfte bis dahin vielen Friedhofsbesuchern ebenso wenig bekannt gewesen sein wie dem Ersten Beigeordneten.

Vor allem in Erle gebe es derzeit Probleme mit Ratten, so Büsken, der sich erinnert, dass es vor zwei Jahren an mehreren Stellen im Gemeindegebiet bereits ähnliche Schwierigkeiten über Wochen gegeben hatte. Experten-Meinung sei: „Wenn man eine Ratte sieht, dann gibt es ganz viele.“

Ratten sollten gemeldet werden

Für Hinweise aus der Bevölkerung sei das Ordnungsamt dankbar. „Wenn man Ratten aus dem Kanal kommen oder darin verschwinden sieht, können Bürgerinnen und Bürger das sehr gerne melden.“

Im aktuellen Erler Fall sei der Friedhof ein kirchliches Grundstück, allerdings gebe das Problem auch rund um Altglas- und Altkleider-Container am Parkplatz an der Straße Holten. „Die stehen da auf unsere Veranlassung auf der kirchlichen Fläche“, so Büsken. „Und dann kümmern wir uns da natürlich auch drum.“

Rattenköder ausgelegt

Konkret hatten die Mitarbeiter der politischen Gemeinde in der Kanalisation rund um den Friedhof Rattenköder ausgelegt. „Da sind auch Tiere dran gegangen, aber es waren nicht exorbitant viele“, so Büsken. An den Containern wurden Köderboxen so aufgestellt, „dass da niemand rankommt“, so Büsken.

Ratten würden in die Köderboxen gehen und dort vom Köder fressen. Büsken: „Dann gehen sie in ihren Bau zurück und sterben – so die Theorie.“ Ratten seien intelligent – die übrigen Tiere würden aufgrund der Gefahr dann verschwinden.

„Die Ratten hatten Hunger“

Zwei Mitarbeiter am Klärwerk seien mit der Ratten-Bekämpfung beauftragt. Diese würden unter den Deckeln der Kanalisation Köder auslegen. „Die sehen aus wie Bimssteine“, sagt Büsken. Nach zwei Wochen würden die Köder kontrolliert, „in welchem Umfang die Ratten daran geknabbert haben.“ Vor zwei Jahren sei der Befall so groß gewesen, dass die Mitarbeiter auch noch sechs bis acht Wochen später Köder nachgelegt hätten. „Die Ratten hatten Hunger“, so Büsken.

Was können Bürger tun, außer Ratten beim Ordnungsamt zu melden? Büsken appelliert an Tierhalter (etwa Hühner, Vögel, Kaninchen) auf das Futter achtzugeben, wenn es draußen gelagert werde. „Das mögen Ratten gerne.“ Tierhalter sollten das Futter sicher verschließen.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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Berthold Fehmer