Charlotte und Bernhard Böckenhoff zeigen den ersten Spargel, den es ab Mittwoch zu kaufen gibt. © privat
Spargel

Den ersten Spargel in der Region gibt es ab Mittwoch im Hofladen

„Weißes Gold“, „königliches Gemüse“, „essbares Elfenbein“: Poetische Namen haben Freunde des Spargels ihrem Lieblingsgemüse gegeben. Ab Mittwoch gibt es hier den ersten Spargel der Region.

„Die ganz Hungrigen“, so nennt Mariele Böckenhoff die Spargelfans, die in jedem Jahr auf den ersten Spargel der Saison lauern. Dass auf dem Hof Böckenhoff, Am Bakenhof 1 in Raesfeld-Erle, in der Region immer der erste Spargel gestochen werden kann, liegt an den beheizten Feldern. „Wir tricksen da ziemlich rum“, sagt Böckenhoff und verschweigt nicht, dass das trotz effizientem Energieeinsatz durchaus Geld kostet.

Als das Wetter Ende Februar plötzlich für die Jahreszeit untypisch warm wurde, sei es dem Spargel „fast zu warm“ gewesen, sagt Böckenhoff: „Gott sei dank ist es wieder kühler geworden.“ Seit Anfang der Woche wird der Spargel bei Böckenhoff wieder von Mitarbeitern gestochen, die auf Corona getestet werden, sich an ein strenges Hygiene-Konzept halten müssen und in separierten Teams arbeiten. „Wir sind bis an die Zähne bewaffnet“, sagt Böckenhoff augenzwinkernd zu den vielen Schutzmaßnahmen.

Ansteckungen sollen vermieden werden

Das habe auch im vergangenen Jahr dazu geführt, dass der Betrieb in der schwierigen Zeit der beginnenden Corona-Pandemie „die letzte Saison super hingekriegt“ habe, so Böckenhoff. Ansteckungen unter den Erntehelfern will der Betrieb mit hohem Aufwand vermeiden.

Täuscht es oder wird der Böckenhoff-Spargel in jedem Jahr immer früher gestochen? Eigentlich nicht, sagt Mariele Böckenhoff. Meistens in der zweiten März-Woche öffne der Familienbetrieb den Hofladen. Täglich von 9 bis 18.30, auch an Sonn- und Feiertagen, ist der Laden ab Mittwoch (10. März) wieder geöffnet, der im vergangenen Jahr noch vergrößert wurde.

Schälmaschine draußen aufgestellt

„Die Schälmaschine haben wir draußen aufgestellt“, sagt Mariele Böckenhoff, was bei den Kunden super angekommen sei, da so die Besucher-Zeiten im Hofladen verkürzt werden konnten und diese draußen ihren Spargel schälen lassen konnten. „Teilweise haben wir zwei Maschinen gleichzeitig laufen lassen.“

Die Corona-Pandemie habe, neben dem hohen Aufwand der nun auf dem Hof betrieben werden muss, auch positive Aspekte, sagt Böckenhoff: „Die Menschen entdecken wieder ihre Umgebung, schauen sich die Bauernhöfe an und fahren da vielleicht mit dem Rad hin.“ Wenn die Kunden die „Schwerstarbeit“ auf den Spargelfeldern sehen könnten, lernten sie dies wieder mehr zu schätzen, glaubt sie.

Allerdings schaut man auf dem Gut Böckenhoff natürlich auch sorgenvoll, wie sich die Pandemie weiter entwickelt. „Wir warten mit Spannung darauf, ob und wann die Gastronomie aufmacht“, sagt Mariele Böckenhoff: Diese sei schließlich ein großer Abnehmer für den Spargel.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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Berthold Fehmer

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