"Die Natur ist der beste Erzieher"

Kindergarten-Waldgruppe

Mitten im Wald sitzt Christiane Dablon vor der Hütte des Heimatvereins am Pölleken und schält für ihre Kindergartenkinder frisch geerntete Birnen. Seit einem Monat gibt es eine sechste Gruppe des Kindergartens St. Martin. Ein Waldprojekt, das für ein Jahr in der Hütte des Heimatvereins im Wald untergebracht ist.

Raesfeld

, 23.09.2016, 17:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wo der Heimatverein sich zu Proat- und Spieleabenden trifft und die Natur- und Vogelschutzgruppe ihren Standort hat, toben momentan täglich Mädchen und Jungen im Alter von vier bis sechs Jahren. „Wir hatten einen super Start und sind alle sehr glücklich“, resümiert Christiane Dablon nach einem Monat „Waldprojekt“. Nach gut 34-jähriger Erfahrungen als Erzieherin kann Christiane nach einem Monat bereits ein positives Fazit zum Verhalten und zu den Veränderungen ihrer Sprösslinge ziehen. „Die Kinder sind sehr viel ausgeglichener, zufrieden und es gibt weniger Streitigkeiten. Ich würde sagen, die Natur ist der beste Erzieher“, freut sich Dablon.

„Glück mit dem Wetter“

Um dem erhöhten Betreuungsbedarf in Raesfeld nachzukommen, hatte die Kirchengemeinde eine zusätzliche Kindergarten-Gruppe eingerichtet. Das Projekt ist auf ein Jahr befristet, insgesamt 25 Kinder besuchen die neue Gruppe. „Wir hatten natürlich viel Glück mit dem Wetter, sodass wir viele Unternehmungen machen konnten wie Fahrradtouren, dem Bauern beim Häckseln zuschauen und Wandern“, so Dablon. Momentan sind Holzarbeiten angesagt und das Verwenden von hauseigenen Äpfeln und Birnen. Vier Erzieherinnen kümmern sich um das Wohlbefinden der Kinder, die im Wald nach Herzenslust toben, spielen und kreativ arbeiten können.

Natürlich gibt es auch Regeln, wie Christine Dablon erklärt. Dazu gehören zum Beispiel, dass keine Pflanzen rausgerissen und keine Tiere getötet werden dürfen. Auch darf nichts gegessen werden, ohne vorher zu fragen. Und die Kinder müssen sich in Sichtweite aufhalten. 

Hilfe vom Heimatverein

Auch ein Kind mit Integrationsbedarf besucht die Waldgruppe. „Das Kind hat sich enorm positiv entwickelt. Es ist die Macht der Natur und die Ruhe“, so Dablon. Hilfe bekommen die Erzieherinnen, wenn mal etwas defekt ist oder etwas gebraucht wird, vom Heimatverein. Allen voran Heinrich Grömping, der, so Christiane Dablon, immer schnell zur Stelle ist. „Eindeutig bin ich wieder froh, Erzieherin zu sein, denn ich weiß, dass hier genau der richtige Ort für Kinder ist“, lautet Christiane Dablons Fazit nach einem Monat.

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