Preisverleihung am Schloss

Ehrenamtliche kümmern sich um ihre Raesfelder Heimat und werden dafür belohnt

Blasmusik auf der Bleichinsel begleitete am Freitag die Verleihung der Raesfelder Ehrenamts- und Heimatpreise. Bürgermeister Martin Tesing hatte als stolzer Laudator viel zu tun.

Blasmusik und zackige Marschrhythmen bekommen Feierabend-Spaziergänger am Schloss Raesfeld nicht alle Tage zu hören. Am späten Freitagnachmittag sorgten auf der Bleichinsel westlich des Schlosses gleich drei Raesfelder Musikgruppen für die musikalische Untermalung der Verleihung der Ehrenamtspreise und der Heimatpreise.

Die eigentlich jährlich anstehende Verleihung der Preise musste wegen Corona im Jahr 2020 ausfallen, sodass am Freitag die Preisträger der Jahre 2020 und 2021 am selben Tag geehrt wurden.

Heimat und Ehrenamt sind nicht zu trennen

„Heimat und Ehrenamt lassen sich in Raesfeld nicht voneinander trennen. Heimat in Raesfeld bedeutet, etwas miteinander und füreinander zu tun“, würdigte Bürgermeister Martin Tesing das ehrenamtliche Engagement der Bürgerschaft. Nicht nur in 80 Vereinen seien in Raesfeld Menschen im Ehrenamt aktiv, sondern auch als Privatleute außerhalb von Vereinen. „Als Bürgermeister“, so Tesing, „darf ich stolz auf so viel Engagement sein. Ich danke allen, die als Zeitschenker, Sinnstifter und Ideengeber mit Herz und Verstand für den Ort wirken. Eine Auszeichnung hätten eigentlich alle verdient.“

Landesministerium sponsert die Heimatpreise

Da die kommunale Kasse es nicht zulässt, alle ehrenamtlichen Aktivitäten finanziell zu belohnen, freute sich der Bürgermeister über zwei Preise, die dank eines externen Sponsorings verliehen werden konnten. Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung hat im Jahr 2018 beschlossen, das landeseigene Förderprogramm „Heimat.Zukunft. Nordrhein-Westfalen. Wir fördern, was Menschen verbindet“ zu starten. Bis 2022 stehen rund 150 Millionen Euro für die Gestaltung der vielfältigen Heimat in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung. Dabei geht es um das Verbindende, um die Gemeinschaft und den Zusammenhalt in der Gesellschaft.

Der Heimatpreis für das Jahr 2020 wurde an die Bürgerstiftung „Wir in Erle“ vergeben. „Die Gründung einer Bürgergenossenschaft, um dem Dorf Erle einen Heimat-Treffpunkt in Form eines Dorfgemeinschaftshauses als sozialen und kulturellen Mittelpunkt zu erhalten, hat hohes Innovationspotenzial. Das ist ein leuchtendes Vorbild dafür, was bürgerschaftliches Engagement bewirken kann“, würdigte Tesing das Engagement der Bürgerstiftung.

Der Heimatpreis 2021 ging unter dem Motto „So klingt die Heimat“ an die „Raesfelder Burgmusikanten“, an das „Fanfarencorps Raesfeld“ und an die „Erler Jäger“. Diese drei Musikgruppen gehen mit gutem Vorbild voran, um bei kleineren und größeren Festen, Feiern und Veranstaltungen im Ort für richtige musikalische Untermalung zu sorgen und Jugendliche musikalisch auszubilden.

Sparkasse Westmünsterland stiftet die Ehrenamtspreise

Neben dem Heimatpreis wurden am Freitag auch die Ehrenamtspreise für die Jahre 2020 und 2021 verliehen. Diese Preise wurden von der Sparkasse Westmünsterland gestiftet. Den Ehrenamtspreis 2020 erhielten die Fördervereine der St. Sebastianusschule, der Silvesterschule und der Julia-Koppers-Gesamtschule. Die Fördervereine der Schulen unterstützen das Engagement der pädagogischen Teams mit Projekten, die den Zusammenhalt der Schulgemeinschaft über den bloßen Schulalltag hinaus stärken. „Sie sorgen für ein Umfeld“, so der Bürgermeister, „in dem Lernen in Gemeinschaft Spaß macht. Wir finden das ausgezeichnet.“

Der Ehrenamtspreis 2021 ging an die Rollstuhlbegleitgruppe und an die Rollfietsenfahrer der Raesfelder Senioreneinrichtungen St. Martin und Haus an der Gartenstraße. „Ihre wertvolle Arbeit besteht darin“, so der Bürgermeister, „Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, mitzunehmen auf eine Spazierfahrt durch den Ort und ihnen so die Möglichkeit zu geben, mit ihrer Heimat und den Menschen in Kontakt zu bleiben.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Im Verlauf von mehr als vier Jahrzehnten habe ich das Zusammenwachsen von acht ehemals selbstständigen Gemeinden miterlebt, die 1975 zur Großgemeinde Schermbeck zusammengefügt wurden. Damals wie heute bemühe ich mich zu zeigen, wie vielfältig das Leben in meinem Heimatort Schermbeck ist.
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Helmut Scheffler

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