Einbrecherbande schlug auch in Raesfeld zu - so professionell liefen die Beutezüge

rnLandgericht Bochum

Nach einer Serie von Einbrüchen in Wohnhäuser in NRW steht ein mutmaßliches Mitglied einer Profi-Einbrecherbande vor Gericht. Auch in Raesfeld soll die Gruppe zugeschlagen haben.

Raesfeld

, 30.08.2019, 14:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erst leise anklingeln, dann groß abräumen: Vor dem Bochumer Landgericht hat am Freitag ein Prozess gegen ein mutmaßliches Mitglied einer Profi-Einbrecherbande aus Rumänien begonnen. Der 23-jährige Angeklagte soll gemeinsam mit seinen Komplizen im Sommer 2015 bei Hauseigentümern in Raesfeld und Umgebung in Serie für Wut und Verzweiflung gesorgt haben.

Zum Prozessauftakt vor der 8. Strafkammer hat sich der Angeklagte noch nicht geäußert. Seine Verteidigerin kündigte jedoch an, dass der Angeklagte sich im weiteren Verhandlungs-Verlauf noch zu den Vorwürfen äußern werde.

Basislager in Herne

Laut Staatsanwaltschaft gehörte der Angeklagte (U-Haft) zu einer mehrköpfigen Einbrecherbande, deren Basislager vor vier Jahren angeblich eine Wohnung im Norden von Herne gewesen ist. Die Anklage geht davon aus, dass die Wohnungseinbrecher von der Herner „Einbrecherzentrale“ aus regelmäßig mit einem Audi A4 (mit britischem Kennzeichen) sowie einem BMW 3er (mit französischem Kennzeichen) zu Einbruchstouren im Ruhrgebiet ausgeschwärmt sind.

Während eines Coups sollen die Bandenmitglieder stets über Handys miteinander gesprochen haben. Einer der Täter soll dafür immer draußen im Fluchtauto geblieben sein, um die eigentlichen Einbrecher für den Fall einer Entdeckung oder eines Alarmzeichens rechtzeitig warnen zu können. Außerdem soll sich die Profi-Einbrecher streng darangehalten haben, dass ein Coup niemals mehr als zehn Minuten dauert.

Elf Einbrüche angeklagt

Im Prozess geht es um insgesamt elf Einbrüche zwischen dem 28. Juli und dem 28. Oktober 2015. Die Staatsanwaltschaft listet in der Anklageschrift unter anderem Beutezüge in Recklinghausen, Gladbeck, Bottrop, Herne und Witten auf.

Aber auch im Süden von Raesfeld in einer Seitenstraße von der Dorstener Straße soll die Bande im Juli 2015 zugeschlagen haben. Laut Anklage wurde damals von den Tätern an dem Wohnhaus eines Ehepaars mit einem „faustgroßen Stein“ erst ein Küchenfenster eingeschlagen und anschließend die Wohnung durchsucht. Erbeutet haben sollen der Angeklagte und seine Komplizen unter anderem Bargeld, eine Herrenuhr sowie ein Schmuck-Armband.

Bargeld, Goldtaler, Ketten, Armbänder und Ringe erbeutet

Als Beute des größten angeklagten Coups in Recklinghausen war in der Anklage von Bargeld, Goldtalern, Ketten, Armbändern, Uhren und Ringen im Wert von mehr als 20.000 Euro die Rede. Der Gesamtschaden liegt im mittleren fünfstelligen Euro-Bereich.

Einige Bandenmitglieder sind bereits in vorherigen Prozessen verurteilt worden. Zuletzt hatte das Bochumer Landgericht am 15. Februar gegen einen Serieneinbrecher aus der Gruppierung drei Jahre Gefängnis verhängt.

Für den Prozess haben die Richter vorerst noch vier weitere Verhandlungstage bis zum 23. September anberaumt.

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