Erkundungstouren durch Dömitz und Schwerin

Städtepartnerschaft

RAESFELD / DÖMITZ Vertreter von Rat und Verwaltung sowie aus der Partnerstadt Doetinchem besuchten gemeinsam das Partnerschaftstreffen in Dömitz (Mecklenburg-Vorpommern) und kehrten mit vielen Eindrücken zurück.

19.05.2009, 14:08 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bürgermeisterin Renate Vollbrecht (4. von rechts) zeigt einem Teil der Delegation ihr Dömitz und erklärt Bürgermeister Herman Kaiser aus Doetinchem die Veränderungen im Hafengebiet.

Bürgermeisterin Renate Vollbrecht (4. von rechts) zeigt einem Teil der Delegation ihr Dömitz und erklärt Bürgermeister Herman Kaiser aus Doetinchem die Veränderungen im Hafengebiet.

Den Ehemaligen fiel die positive Veränderung in Dömitz auf. Beispielsweise das imposante, neue Hafenhotel sahen sie als großen Schritt nach vorne. „Auf dem Parkplatz vor dem Hotel sieht man Kennzeichen aus allen Teilen Deutschlands. Das zeigt, dass man bereits aktiv dabei ist, die Region für den Tourismus zu erschließen“, ist sich der Leiter des Raesfelder Hauptamtes, Jörg Heselhaus, sicher. Auf seinen Vorgänger Winfried Grömping, wartete eine Überraschung. Die Bürgermeisterin von Dömitz, Renate Vollbrecht, bedankte sich für sein Engagement für die Partnerschaft. Viele gute Wünsche für den Ruhestand und ein Buchgeschenk gab es für Grömping. Samstag besichtigten Gästen und Gastgebern die Bundesgartenschau in Schwerin. Anschließend gab es eine Tour durch die Ortsteile von Dömitz.

Beeindruckt waren die Gäste vor allem von der Geschichte des Ortsteils Rüterberg. Am 8. November 1989, einen Tag vor dem Fall der Mauer, riefen die Bewohner die Dorfrepublik Rüterberg aus; ein Zeichen gegen die jahrelange Demütigung durch die DDR. Denn in Rüterberg wurde 1967 ein zweiter, innerer Grenzzaun entlang der Elbe errichtet. Das Dorf war von der DDR abgeschnitten. Nur durch ein bewachtes Tor konnten die Bewohner ihr Dorf nach Vorlage des Passierscheins verlassen oder betreten. Besucher konnten nicht empfangen werden. In den Nachtstunden zwischen 23 und 5 Uhr war ein Passieren nicht möglich.

Direkt nach der Wende genossen die Rüterberger die neue Freiheit. Die meisten Einwohner legten sich Boote zu. Erstmals war es ihnen möglich, nicht nur direkt an der Elbe zu wohnen, sie konnten sie auch befahren. Daraufhin entschied man sich, einen kleinen Hafen anzulegen, der heute noch in Eigeninitiative und mit freiwilligen Arbeitseinsätzen betrieben wird. „Wir haben alle voneinander gelernt. Vor allem die ehemals Aktiven brachten viele Denkanstöße für uns“, zog Bürgermeister Udo Rößing sein Fazit. Dies unterstrich der Bürgermeister der Stadt Doetinchem, Herman Kaiser: „Europa wächst so zusammen.“

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