Böckenhoff

„Erler Koornhuus 1832“: Übernachten in traditionsreichen Gemäuern

In traditionsreichen Gemäuern kann man demnächst in Raesfeld-Erle übernachten. Mit dem „Erler Koornhuus 1832“ steht eine neue Pension an der Brennerei Böckenhoff kurz vor der Fertigstellung.

Es sei derzeit eine „anstrengende Phase“ gibt Dirk Böckenhoff zu. 2014 übernahm der Dorstener die Kornbrennerei Böckenhoff in Erle. Mit dem Handwerk des Brennens war er bestens vertraut, denn in Dorsten betreibt er eine Obstbrennerei. Das ehemalige Wohnhaus der Familie Böckenhoff neben der Erler Brennerei hat Dirk Böckenhoff zu einer Pension umgebaut, die nun noch viele Feinarbeiten erfordert.

Sehen muss man das Projekt im Zusammenhang der Dorfentwicklung. Arno Brömmel wird seinen Gasthof mit Hotel in den nächsten Jahren aufgeben. Ein neuer Dorfplatz mit Gastronomie entsteht gegenüber der Brennerei, hinter der Brennerei wurde der Kirchplatz gerade erst erneuert.

Acht Zimmer mit zwölf Betten ersetzen demnächst das wegfallende Bettenangebot bei Brömmel-Wilms. Ob es mit dem geplanten Eröffnungstermin des „Erler Koornhuss 1832“ am 3. Oktober klappt, kann Dirk Böckenhoff noch nicht mit Sicherheit sagen.

Gebäude wird nächstes Jahr 200 Jahre alt

Mit dem Namen der neuen Pension spielt Böckenhoff natürlich auf die Brennerei an – die Zahl 1832 habe für etwas Irritation gesorgt. Denn das Familienhaus, das nun zur Pension wird, ist sogar von 1822, wird also im nächsten Jahr sogar 200 Jahre alt. Aber die Brennerei sei 1832 gestartet, so Böckenhoff.

Alt und Neu begegnen sich in der Pension ständig: Die Fliesen im Eingangsbereich sind aus früheren Zeiten, auch die alte Schulbank und der Schrank im Aufenthaltsraum haben schon viele, viele Jahrzehnte hinter sich. Kamin und Möbel, natürlich auch der Kühlschrank, sind aber neu. Bei der Dekoration müsse man derzeit noch viele Entscheidungen treffen, so Böckenhoff.

Geht man die Treppe rauf zu den Zimmern, fällt auf, dass die Betten und die meisten Möbel zwar neu sind, sich aber optisch gut in das Gebäude einfügen. Komplett erneuern musste Dirk Böckenhoff die Installation, wobei er zu den alten Wasser- und Stromleitungen so einige Geschichten augenzwinkernd erzählen kann.

Übernachtung ab 69 Euro

Zwischen 69 und 110 Euro wird eine Übernachtung im Koornhuus kosten. Fünf Doppelzimmer und zwei Einzelzimmer gibt es auf den zwei Etagen. Für Familien gut geeignet ist in der obersten Etage das Ensemble aus einem Doppel- und einem Einzelzimmer, die sich ein Badezimmer teilen. Schätzen lernen werden die Gäste sicherlich auch die Aussicht hinter dem Koornhuus auf den neugestalteten Kirchplatz und die Silvesterkirche.

Für Radtouristen will Böckenhoff künftig abschließbare Unterstellmöglichkeiten in einer noch zu bauenden Remise schaffen. Auch Gäste von Verkostungen in seiner Brennerei oder auch Feiernde im geplanten Dorfgemeinschaftshaus, die anschließend nur einmal über die Schermbecker Straße gehen müssten, könnten in der Pension unterkommen.

„Eins nach dem anderen“

Wie sieht es mit dem Frühstück aus? Hier setzt Böckenhoff auf das Miteinander im Dorf. So könnten die Gäste etwa in „Manus Dorfcafé“, in der Bäckerei Spangemacher oder zunächst bei Brömmel-Wilms fündig werden. Ob er selbst irgendwann Frühstück anbieten will, wisse er noch nicht: „Eins nach dem anderen.“

Internetpräsenz und Telefon-Anschluss der Pension sind derzeit noch in Arbeit. Wer sich für das Koornhuus interessiert, wird gebeten, sich in der Dorstener Brennerei unter Tel. (02362) 602402 zu melden.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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Berthold Fehmer