Flüchtlinge in Arbeit bringen

Erfhahrungsaustausch

Das Handwerk baut Flüchtlingen Brücken in Ausbildung und Arbeit. Über das Thema „Flüchtlinge in Raesfelder Firmen“ redeten Unternehmer mit Vertretern aus Verwaltung, Wirtschaft, Handwerkskammer und Jobvermittlung.

Raesfeld

, 14.12.2015, 15:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Flüchtlinge in Arbeit bringen

Zu einem Erfahrungsautausch zum Thema "Flüchtlinge in Raesfelder Firmen" trafen sich Christoph Bruns (Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Borken),Bürgermeister Andreas Grotendorst, Günther Kremer (Kreishandwerksmeister), Hans Hund (Präsident Handwerkskammer Münster) sowie Geschäftsführerin Gisela Hoffjan Buchalterin Barbara Kelwig, Unternehmer Josef Geldermann und Thomas Loker sowie Stefanie Bahde vom Jobcenter und Markus Büsken, Leiter des Sozialamtes.(Foto: v. l.)

Zum Erfahrungsaustausch trafen sich am Montag in der Raesfelder Firma Industriemontagen Hoffjan Hans Hund, Präsident der Handwerkskammer Münster, Christoph Bruns (Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft Borken), Günther Kremer (Kreishandwerksmeister), Bürgermeister Andreas Grotendorst, der Leiter des Sozialamts Markus Büsken, Stefanie Bahde (Jobvermittlung) sowie die Raesfelder Unternehmer Josef Geldermann und Thomas Loker.

„Wir haben kurze Wege“

Rund 15 bis 20 Flüchtlinge sind derzeit in sieben Raesfelder Handwerksbetrieben zum Mindestlohn von 8,50 Euro beschäftigt. „Uns ist aufgefallen, dass in Raesfeld nicht nur über Integration geredet, sondern diese auch gelebt wird. Hier ist Raesfeld ein großes Vorbild für Integration“, sagte Bruns. „Wir arbeiten eng mit der Arbeitsagentur zusammen. Fazit: wir haben kurze Wege und sind dadurch mit unserer Jobvermittlung sehr erfolgreich“, so Grotendorst. Über mangelnde Anfragen kann Stefanie Bahde nicht klagen. „Jeden Tag stehen junge Männer bei mir im Büro und fragen nach Arbeit jeglicher Art“.

"Begeistert bei der Arbeit"

„Nach drei Monaten Aufenthalt muss bei den Arbeitswilligen eine Vorausprüfung durch die Ausländerbehörde gestellt werden. Bereits nach gut zwei Wochen gibt es dann grünes Licht, alles sehr schnell und unkompliziert“, sagte Büsken. „Diese kurzen Dienstwege in der Gemeinde beeindrucken mich stark. In der Stadt sieht dies ganz anders aus“, so Bruns. Mittlerweile beschäftigt die Firma Hoffjan drei Flüchtlinge im Alter von 24, 26 und 45 Jahren. Die Erfahrungen seien sehr gut, berichtet Gisela Hoffjan. „Die Männer sind immer pünktlich und begeistert bei der Arbeit dabei.“ Ebenfalls nur positives zu berichten hatte Thomas Loker über seinen Arbeiter aus Pakistan. „Da er aber seinen Erstantrag in Bulgarien gestellt hat, wird er bald wieder weg geschickt“, bedauert Loker. Bauunternehmer Josef Geldermann bietet den Flüchtlingen Jobs, für die keine spezielle Ausbildung benötigt wird. „Solange hier kein großes Fachwissen abverlangt wird, kommen wir mit den Männern gut zurecht“, so Geldermann. Eine Integration in den Arbeitsmarkt sei für die Flüchtlinge wichtiger Bestandteil der Gesamtintegration, so Hund: „Dazu möchten wir, dass Handwerk im Regierungsbezirk Münster einen Beitrag leisten“.