Flüchtlinge sollen ins "Haus Epping" ziehen

Bis maximal Ende 2017

Das ehemalige Hotel und Restaurant „Haus Epping“ soll in zwei bis drei Wochen mit Flüchtlingen belegt werden. Dies beschloss der Raesfelder Rat am Mittwoch in nicht-öffentlicher Sitzung. „In meinen 30 Jahren im öffentlichen Dienst ist das die schwierigste Entscheidung, die ich je treffen musste“, gestand Bürgermeister Andreas Grotendorst am Freitag.

Raesfeld

, 27.11.2015, 17:59 Uhr / Lesedauer: 2 min
Flüchtlinge sollen ins "Haus Epping" ziehen

Im ehemaligen "Haus Epping" will die Gemeinde Flüchtlinge unterbringen.

Über die Pläne wurden Geschäftsbetreiber im Umfeld am Freitagmorgen informiert. 300 Flüchtlinge sind derzeit in Raesfeld, in den vergangenen zwei Wochen kamen 25 in der Gemeinde an. Nun soll die ehemalige Gastronomie, die der Rat vor einem halben Jahr zum Abriss freigegeben hatte, maximal bis zum 31. Dezember 2017 Flüchtlinge aufnehmen. Die Befristung will Grotendorst unbedingt einhalten: „Wir wollen da Dorfentwicklung. Wir brauchen sie mit den Flüchtlingen um so mehr, als wir sie je gebraucht haben.“

Schimmel

Das ehemalige Sparkassen-Gebäude neben Epping wird abgerissen. Es sei nicht für die Unterbringung von Menschen geeignet, so Grotendorst. Die Wohnung im Obergeschoss sei stark mit Schimmel durchsetzt, die Wände im ehemaligen Schalterbereich seien teilweise völlig durchfeuchtet. Die Fläche soll nach dem Abriss mit einer wassergebundenen Decke versehen und als Parkplatz dienen.

Einzel- und Doppelzimmer

Im Haus Epping sollen die neun Doppel- und zwei Einzelzimmer Flüchtlinge aufnehmen. Auch der Saal wird dafür genutzt. Aus mehreren Gründen habe man sich einvernehmlich im Rat dazu entschieden, so Grotendorst. Zum einen sei in Verhandlungen um Immobilien immer wieder der Satz gefallen: „Belegt doch erst mal Epping! Ihr habt doch ein eigenes Gebäude.“ Zum anderen gebe diese Lösung, so Karl-Heinz Tünte (CDU), „Luft, über andere Alternativen nachzudenken“.

Dezentrale Unterbringung und mehr Personal

Die dezentrale Verteilung habe Priorität, so Grotendorst. Man müsse aber sehen, wie lange man dies noch finanziell durchhalten könne, so Tünte. Falls weiterhin so viele Flüchtlinge kämen, komme man um Wohnungsbau nicht herum, sagte Grotendorst. Teils mit neuem Personal, teils auch mit der Ausweitung von Arbeitsverträgen will die Verwaltung dem zusätzlichen Pensum durch die Flüchtlinge begegnen. Auch gemeindliche Räume, die von Ehrenamtlichen genutzt werden, werden für die Unterbringung geprüft. Mit den Ehrenamtlichen werde man zuvor sprechen, so Grotendorst. Man dürfe die Vereine aber „nicht so weit einschränken, dass sie die Lust an der Arbeit verlieren“, so Tünte. 

In einer Infoveranstaltung für alle Bürger am 7. Dezember (Zeit und Raum stehen noch nicht fest) soll über die Flüchtlingssituation in Raesfeld gesprochen werden.