Flüchtlingszuweisungen - „Dieses Jahr zieht es wieder an“

Einwohnerzahlen

Im ganzen Jahr 2019 wurden der Gemeinde Raesfeld 17 Flüchtlinge zugewiesen. Im noch jungen Jahr 2020 waren es bereits 27. Markus Büsken sagt: „Dieses Jahr zieht es wieder an.“

Raesfeld

, 18.02.2020, 15:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Markus Büsken stellte im Rat die aktuellen Einwohnerzahlen vor.

Markus Büsken stellte im Rat die aktuellen Einwohnerzahlen vor. © Petra Bosse (A)

Die Entwicklung der Einwohnerzahlen stellte der Leiter der Sozialverwaltung am Montag im Rat vor. Noch ist man bei der Zahl der Flüchtlingszuweisungen weit entfernt von denen des Jahres 2015, als 215 Menschen nach Raesfeld flüchteten. „Aktuell leben in Raesfeld 207 Flüchtlinge“, so Büsken.

Wenn man sich die Herkunftsstaaten der aktuellen Flüchtlinge ansieht, die 2020 nach Raesfeld gekommen sind, ist Syrien mit 13 Personen immer noch auf Platz 1. „Auffällig ist, dass wir Menschen aus der Türkei aufnehmen“, sagt Büsken - derer waren es acht.

Bitte um ehrenamtliche Unterstützung

Büsken: „Wie es weitergeht, ist schwierig vorherzusehen.“ Er rechnet für dieses Jahr aber damit, „dass es garantiert noch mal 27 neue Zuweisungen gibt“. Dies verband Büsken mit einer Bitte an die Bürger, die sich mittlerweile nach den vergangenen, eher ruhigeren Jahren aus der Flüchtlingshilfe zurückgezogen haben: „Wir sind für jede ehrenamtliche Unterstützung dankbar.“

Nach dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise 2015, als Raesfeld 11.310 Einwohner hatte, ging die Zahl bis 2017 auf 11.246 zurück. „Seit 2018 haben wir wieder steigende Einwohnerzahlen“, so Büsken: Ende 2019 waren es 11.360. Falls die Entwicklung so weitergehe, sagte Bürgermeister Andreas Grotendorst, „werden wir die 11.400 in diesem Jahr noch überschreiten.“

Nur ein Ortsteil scheint von dieser Entwicklung abgekoppelt: In Homer ging die Einwohnerzahl seit 2015 (200) kontinuierlich zurück und lag Ende 2019 bei 186.

Geburtenrate konstant über der Zahl der Sterbefälle

Raesfeld profitiert dabei nicht nur davon, dass die Geburtenrate konstant in den vergangenen Jahren knapp über der Zahl der Sterbefälle lag, sondern auch davon, dass seit 2018 wieder mehr Menschen nach Raesfeld ziehen als aus Raesfeld wegziehen. Neue Baugebiete dürften da mitgeholfen haben. 2019 lag die Zahl der Zuzüge (517) beispielsweise um 57 über der Zahl der Wegzüge (460).

Die Raesfelder Neubürger kommen zum Großteil aus den Nachbarstädten Borken (60) und Dorsten (87). Hinter den jeweils 22 Menschen, die aus Essen und Münster nach Raesfeld zogen, vermutet Büsken vor allem zurückkehrende Studenten. 14 neue Raesfelder kommen aus Schermbeck.

Bei den Wegzügen sieht es ähnlich wie bei den Zuzügen aus: Die Raesfelder, die 2019 wegzogen, verschlug es insbesondere nach Borken (77) und Dorsten (49). Nach Münster zogen 13 Raesfelder, nach Essen 8. Nach Bocholt und Schermbeck zog es jeweils 20 Raesfelder.

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