Gedenkstein für Spartakisten enthüllt

Heimatverein Raesfeld

Mit einem Gedenkstein für die Getöteten der Revolutionskämpfe vor rund 100 Jahren will der Heimatverein Raesfeld die Erinnerung an das schreckliche Erlebnis wachhalten. Gleich wenige Meter hinter dem Gedenkstein an der Heidener Straße, Ecke Roringshook befinden sich in einem Gemeinschaftsgrab die sterblichen Überreste der im März 1920 in Raesfeld Getöteten.

Raesfeld

, 17.08.2016, 17:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
Adalbert Friedrich (v. l.) und Mitglieder des Raesfelder Heimatvereins und Gemeindevertreter enthüllten den neuen Gedenkstein an der Heidener Stra/Ecke Roringshook.

Adalbert Friedrich (v. l.) und Mitglieder des Raesfelder Heimatvereins und Gemeindevertreter enthüllten den neuen Gedenkstein an der Heidener Stra/Ecke Roringshook.

„Unter ihnen befanden sich mehrheitlich sogenannte Spartakisten. Männer, die Waffen trugen. Darüber hinaus wurden aber auch Frauen getötet. Einig waren Krankenschwestern oder Menschen aus dem Ruhrgebiet, die gemeinsam mit den Spartakisten auf ihren Fahrzeugen nach Raesfeld kamen, um Lebensmittel für ihre Familien zu erbetteln“, sagte Richard Sühling, Vorsitzender des Heimatvereins Raesfeld, am Dienstagnachmittag.

"Geschichte wach halten"

Die Kosten des Gedenksteins (2800 Euro) werden zu einem Viertel von der Gemeinde Raesfeld mitgetragen. „Ich bin froh und dankbar, dass sich der Heimatverein dieser Sache angenommen hat, denn wir leben heute in so stabilen Verhältnissen, dass solche blutigen Auseinandersetzungen in unserem Alltag eigentlich weit weg sind“, sagte Bürgermeister Andreas Grotendorst. „So ein Projekt ist ein wichtiges Ereignis für Raesfeld, um die Geschichte wach zuhalten“, pflichtete CDU-Fraktionsvorsitzender Karl-Heinz Tünte bei. Der Gedenkstein wurde vom Raesfelder Steinmetz Gerd Löchteken erstellt. Die Fläche rund um den Stein hat der Heimatverein in Eigenleistung hergerichtet. Enthüllt wurde der Stein unter Mitwirkung von Gemeindevertretern und Heimatvereinsmitgliedern sowie Adalbert Friedrich. Er beschrieb bereits im Jahre 1978 den Ablauf der Ereignisse in Raesfeld sowie das Eintreffen der von Borken kommenden Freikorpsgruppe „Löwenfeld“, in einer Broschüre „Drei Tage Bürgerkrieg“. 

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