Für einige Kinder der Raesfelder und Erler Grundschulen soll es in den Sommerferien zusätzliche Lernangebote geben, um Defizite aus dem Corona-Jahr aufzuarbeiten. (Symbolbild) © picture alliance/dpa
Schule

Grundschüler sollen Extra-Zeit zum Lernen bekommen

Distanz- und Wechselunterricht im Corona-Jahr haben bei einigen Grundschülern für Defizite gesorgt. In den Sommerferien soll es in Raesfeld deshalb Angebote geben, um die Folgen abzufedern.

Das Homeschooling hat laut Thomas Schlüter, der die Raesfelder St.-Sebastian-Schule und die Erler Silvesterschule leitet, für Probleme bei vielen Schülern gesorgt. Migrationskindern habe „das tägliche Sprachbad“ gefehlt. Und bei Kindern, die zuvor schon Schwierigkeiten in der Schule hatten, seien diese zum Teil verstärkt worden.

Die Raesfelder FDP hatte gefordert, dass die Gemeinde vom Förderprogramm des Landes mit dem Titel „Extra-Zeit zum Lernen“ Mittel beantragen und damit Angebote schaffen solle, um Lernrückstände aufzuarbeiten. Einstimmig beschloss der Schulausschuss, dass diesem Antrag gefolgt wird.

„Nebenbei ist das immer noch viel“

Jörg Heselhaus von der Verwaltung berichtete, dass es mittlerweile ein neues Förderprogramm gebe: „Extra-Zeit für Bewegung, aber das richtet sich mehr an Sportvereine.“ Bei der „Extra-Zeit zum Lernen“ habe man von der Genehmigungsbehörde erfahren, dass das Angebot für Gruppen von 8 bis 15 Schülern gedacht sei, die sechs Zeitstunden pro Tag lernen sollten. Dies könne man auch aufteilen auf zwei Tage mit jeweils drei Stunden, „aber nebenbei ist das immer noch viel“, so Heselhaus.

Die erste Überlegung, die auch Schlüter lieber gewesen wäre, die Angebote während der Schulzeit laufen zu lassen, womöglich während der OGS-Zeit, „um den Kindern nicht noch mehr Freizeit zu stehlen“ (Zitat Heselhaus), sei abgelehnt worden. „Das wäre eine Doppelförderung des Landes.“

Lernangebote in den Sommerferien

Deshalb soll es die Lernangebote nun doch in den Sommerferien geben. In Raesfeld sollen drei bis vier Gruppen, in Erle zwei Gruppen gebildet werden. An der Sebastian-Schule wird direkt in den ersten beiden Ferienwochen gestartet. Jeweils zwei Wochen lang, morgens von 8 bis 11 Uhr, sollen die Kinder unterrichtet werden. In Raesfeld wolle man die Flüchtlingskinder insbesondere im Bereich „Deutsch als Zweitsprache“ schulen, so Heselhaus.

Den Förderantrag habe man bereits abgeschickt, aber noch keine Antwort erhalten, so Heselhaus. Günstig für den Lernerfolg dürfte sein, dass es Schlüter gelungen ist, Studierende für die Aufgabe zu finden, die bereits für ein Praxissemester an den Schulen waren und den Kindern bekannt sind. „Das erleichtert auch die Kommunikation mit den Lehrern.“

Geprüft werden soll zudem, ob man das Angebot nach den Ferien weiterlaufen lässt – eine zeitliche Beschränkung der Stundenanzahl für die Kinder gebe es laut Fördergeber nicht, so Heselhaus auf Anfrage von Elke Rybarczyk (SPD).

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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Berthold Fehmer