Korridor für Zeelink-Gasleitung wird gesucht

Raumordnungsverfahren

Um die Auswirkungen der geplanten Zeelink-Gasleitung auf Raesfeld ging es am Montag im Planungsausschuss. „Wir sind noch sehr weit davon weg, zu sagen, wo sie genau hergeht“, sagte der stellvertretende Projektleiter von Open Grid Europe, André Graßmann.

Raesfeld/Schermbeck

, 14.06.2016, 17:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Korridor für Zeelink-Gasleitung wird gesucht

Die Gasleitungstrasse zwischen Raesfeld und Erle und südlich von Erle wird von der Gemeinde Raesfeld abgelehnt.

Von der belgisch-deutschen Grenze bei Lichtenbusch bis Sankt Hubert bei Krefeld (Zeelink I) und weiter nach Legden (Zeelink II) soll die Gasleitung 2019 und 2020 gebaut werden (wir berichteten), damit sie im März 2021 in Betrieb gehen kann. Im sogenannten „Raumordnungsverfahren“ entwickelt Trassenplaner Carsten Schulze derzeit 600 Meter breite Korridore, innerhalb derer die Gasleitung mindestens einen Meter tief in den Boden verlegt werden soll. Die Anregung Schermbecker Landwirte, die Trasse entlang vorhandener Leitungen mitten durch den Dämmerwald zu führen, sei untersucht worden, so Schulze. Dort sei es aber „so eng, dass wir nicht mehr die Sicherheitsschutzstreifen einhalten können“. Dies würde dazu führen, „dass wir einen zusätzlichen Streifen ausholzen müssten“. In der „Raumwiderstandsbewertung“ schneide diese Möglichkeit deshalb schlechter ab, als wenn man den Dämmerwald östlich oder westlich umgehe.

Die beste Bewertung anhand vorgegebener Kriterien erhalte die Trasse, die nördlich des Ortskerns von Erle verläuft. „Das ist aber alles noch nicht in Stein gemeißelt“, so Schulze. Die Entscheidung wird von der Bezirksregierung gefällt – anhand dieser wird dann erst „zentimeterscharf“ der wirkliche Leitungsverlauf geplant. Da vor allem landwirtschaftliche Flächen in Raesfeld betroffen sein werden, fragte Hans-Jochen Welsing (CDU) nach der Entschädigung. Man sei dabei, mit Landwirtschaftsverbänden eine Rahmenvereinbarung abzuschließen, auf deren Basis Landwirte entschädigt würden, so Graßmann. Vor Ort werde die Baustelle etwa zwei Monate sein, die Böden würden so wieder eingebaut, wie man sie vorgefunden habe.

Temperatur bleibt gleich

In einer Vegetationsperiode werde die Fläche den Landwirten nicht zur Verfügung stehen – entschädigt würden sie für drei Wachstumsperioden, so Schulze. Man überlasse den Landwirten aber die Entscheidung, wann sie wieder anpflanzen wollten. Eine Temperaturerhöhung des Bodens gebe es durch die Leitung nicht, so Graßmann. 70 bis 100 bar Gasdruck sei im Betrieb in den Rohren zu erwarten, so Graßmann – ausgelegt und geprüft seien sie für den doppelten Druck. Zum Zeitplan befragt, sagte Graßmann, dass der Beschluss zur Raumordnung Ende November erwartet werde. Dann gehe es in die Planfeststellung, in der die Trasse zentimeterscharf bis Herbst 2019 festgelegt werden soll.

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