Wie kann Mobilität mit digitaler Hilfe in Orten wie Raesfeld-Erle neu gedacht werden? Diese Frage soll im Mittelpunkt des Smart-City-Prozesses stehen. © Guido Bludau (A)
Digitalisierung

Kreisweites WLAN-Netz geplant: Raesfeld auf dem Weg zur „Smart City“

Per Smartphone zum nächsten freien Parkplatz? Oder: Die halbleere Tonne meldet dem Müllwagenfahrer, dass er heute nicht kommen muss. Beispiele für die „Smart City“, die Raesfeld werden will.

Die Corona-Pandemie und der Digitalisierungsschub krempeln derzeit den Alltag um. Corona-Warn-App, Online-Shops, Homeoffice, Homeschooling und viele weitere Bereiche zeigen, dass Digitalisierung mal besser, mal schlechter kappt.

„Für die Zukunft gilt, die Digitalisierung nicht einfach geschehen zu lassen, sondern aktiv im Sinne einer nachhaltigen und integrierten Dorfentwicklung zu gestalten“, ist Raesfelds Bürgermeister Martin Tesing überzeugt. Mit dem vollständigen Glasfaser-Ausbau ist die Gemeinde schon an einem Punkt, an dem Schermbeck gerne wäre.

Mit dem Kreis Borken und seinen Kommunen will die Gemeinde am Förderaufruf des Bundes „Modellprojekte Smart Cities: Stadtentwicklung und Digitalisierung“ teilnehmen. Die Verbesserung der Lebensqualität und Aufwertung des öffentlichen Raums sollen Projekte ermöglichen, die auf andere Kommunen übertragbar sein sollen.

300 Millionen Euro im Topf

In einer einjährigen Planungsphase sollen Ziele und Strategien festgelegt werden. Dann sollen in einer zweiten Phase die Projekte umgesetzt werden. Bis zu vier Jahre werden für Personal- und Sachkosten aus einem Gesamttopf von 300 Millionen Euro Zuschüsse von in der Regel 65 Prozent gewährt.

Verbessert werden soll die Infrastruktur durch Aufbau eines kreisweiten WLAN-Netzes und einer Open Data Plattform, die digitalen Anwendungen als Grundlage dient, gleichzeitig aber sicher (Stichwort: Cyberkriminalität) und Datenschutz-konform sein soll. Bei der Abstimmung mit Kreis und anderen Kommunen wünschten die Raesfelder Vertreter, das Thema Mobilität in den Mittelpunkt der Bewerbung zu stellen.

Keine „blinde“ Parkplatzsuche mehr

Eine Mobilitäts-App, die Angebote der Verkehrsträger bündelt und besser nutzbar macht, ist geplant. Ebenso ein smartes Parkleitsystem, bei dem man digital Parkplätze reservieren könnte oder vom Smartphone zum nächsten freien Parkplatz geleitet wird. Die „blinde“ Parkplatzsuche und das damit verbundene Verkehrsaufkommen würden entfallen.

Für die sogenannte „letzte Meile“ (etwa der Weg von der Bushaltestelle nach Hause), die viele davon abhält, aufs Auto zu verzichten, sollen mit digitalen Angeboten Lösungen gefunden werden: etwa Fahrrad, Mietstationen oder Sharing-Angebote. Mit Unternehmen sollen digitale Lieferlösungen für den Warenverkehr gefunden werden. In ausgewählten Örtlichkeiten im Kreis können sich Kreis und Kommunen eine Machbarkeitsstudie für „autonomes Fahren“ vorstellen.

Das Land hat eine Kofinanzierung von bis zu 50 Prozent des kommunalen Eigenanteils im Bereich Mobilität angekündigt. Im aktuellen Haushaltsjahr erwartet Tesing noch keine Kosten, selbst wenn im Sommer der Kreis Borken den Zuschlag für das Förderprogramm erhalten sollte.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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Berthold Fehmer

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