Kritik an Ökoprofit - „Da fehlt mir ein bisschen der Profit“

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Betriebskosten senken und die Umwelt schonen: Das will die Gemeinde Raesfeld mit dem Ökoprofit-Programm erreichen. Doch der Halbzeit-Bericht wird von Politikern kritisiert.

Raesfeld

, 25.03.2020, 18:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Stefan Bröker von der Verwaltung gab im Umweltausschuss einen Überblick, was bislang bei dem einjährigen Kooperationsprojekt zwischen Kommunen und örtlicher Wirtschaft für die Gemeinde Raesfeld angedacht wurde. So wurde etwa die Beleuchtungstechnik an den Grundschulen mit den Hausmeistern untersucht. Alte Prismenleuchten aus den 1990er-Jahren mussten LED-Lampen weichen.

Gute Erfahrungen, so Bröker, habe man mit der Transpondertechnik in Turnhallen gemacht. Auch die Turnhalle in Erle sei nun damit ausgestattet. „Bislang war es so, dass, wenn die Sportler kommen, alles in der Halle angeht“, so Bröker. Man habe nun Transponder mit unterschiedlichen Berechtigungen verteilt, sodass nur die benötigte Beleuchtung angeschaltet werde. 1800 Euro einmaliger Investition stehen 270 Euro Kosteneinsparung im Jahr gegenüber. „Das hat in Raesfeld in den letzten Jahren schon sehr gut funktioniert“, sagt Bröker.

Neue Pumpentechnik

An der Alexanderschule werde sich der Austausch der Umwälzpumpe, die sogar noch aus den 1980er-Jahren stammt, ebenfalls im Laufe der Jahre rechnen, so Bröker: „Die Pumpentechnik hat immense Sprünge gemacht in den letzten 20 Jahren.“

Auf dem Rathaus, der Raesfelder Sporthalle und an der Gesamtschule sollen Photovoltaikanlagen Strom erzeugen. Im Rathaus will man eine Brennstoffzelle einbauen, die den Überschuss von Strom in Wasserstoff umwandelt, um im Winter Wärme und Strom zu erzeugen. Die Brennstoffzelle könne auch als Notstromversorgung für bis zu zwei Tage Strom liefern. „Da sind wir noch in der Konzeptphase.“

Recyclingpapier in den Schulen und im Rathaus, ein Vortrag im Bildungswerk zum Thema Photovoltaik und Stromspeicher, die Reduzierung der „Lichtverschmutzung“ in den Nachtstunden, also eine Reduzierung der Beleuchtung des Schlosses, der Silvesterkirche und des Denkmals vor dem Rathaus, sind weitere Themen.

„Auf die Ideen hätte man auch allein kommen können“

Klaus Rybarczyk (SPD) kritisierte: „Auf die Ideen hätte man auch allein kommen können.“ Es sei nur ein Zwischenstand, gab Bürgermeister Andreas Grotendorst zu bedenken. „Es geht um das Thema Bewusstseinsschärfung.“ Johannes Lülf (UWG) schloss sich aber der Kritik an: „Da fehlt mir ein bisschen der Profit - von den Ideen her und ökologisch.“

Andre Olbing (CDU) gab zu bedenken, dass beim Erfahrungsaustausch mit Betrieben und Kommunen auch herauskommen könne, dass Raesfeld vieles richtig gemacht habe. Er sei viel in Sporthallen unterwegs - Bewegungsmelder in Kabinen zur Lichtsteuerung gebe es längst nicht überall.

Andreas Grotendorst sagte: Klimaschutz heißt Konsumverzicht.“ Das Thema Gebäudesanierung habe die Gemeinde in den letzten Jahren bereits konsequent vorangetrieben.

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