Musikalisches Schlachengemälde

Konzert mit Justus Frantz

Napoleonische Kriege als Konzertprogramm präsentiert die Musiklandschaft Westfalen in diesem Jahr am 29. Juli (Freitag) in der achten Saison im Innenhof von Schloss Raesfeld.

Raesfeld

, 03.06.2016, 17:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Musikalisches Schlachengemälde

Justus Frantz und sein Orchester werden beim Konzert in Raesfeld auch Kanonen und Glocken einsetzen.

Mit einem Paukenschlag im doppelten Sinne startet der Konzertreigen am Wasserschloss am Freitagabend: Auf Trommeln, Trompeten und die heimliche englische Nationalhymne „Rule Britannia“ folgt die französische Antwort mit dem französischen Volkslied „Marlborough“. Justus Frantz und die Philharmonie der Nationen interpretieren mit der Aufführung am Schloss Raesfeld eindrucksvoll ein musikalisches Schlachtengemälde. „Die Symbiose aus historischer Kulisse am Schloss, der Qualität des Klangkörpers und dem beeindruckenden Programm verspricht einen unvergesslichen Konzertabend, der mit klassisch-kulinarischer Gastronomie abgerundet wird“, verspricht Intendant Dirk Klapsing.

Kanonen

Die Philharmonie der Nationen unter Leitung von Justus Frantz wird mit außergewöhnlicher Besetzungsstärke in Raesfeld auftreten. „Das Programm sieht neben dem üblichen Orchester Glocken, Kanonen und ein zweites Orchester vor, welches außerhalb der Bühne die englischen und französischen Truppen darstellt, sodass die Konzertbesucher das Gefühl haben werden, sich mitten im Jahr 1813, innerhalb der Befreiungskriege, mit denen die Vorherrschaft Napoleons in Europa beendet wurde, befinden“, so Klapsing.

Nationalhymne

Ludwig van Beethoven komponierte das sinfonische Schlachtengemälde anlässlich der Schlacht von Vitoria (21. Juni 1813 bei Vitoria-Gasteiz im Baskenland). Briten und Franzosen standen sich dort gegenüber. Die Uraufführung am 8. Dezember 1813 in Wien war ein Spektakel, bei dem alle großen Komponisten Wiens mitwirkten. Begeistert wurde es vom Publikum aufgenommen. Das Stück sei anders als viele von Beethovens Sinfonien oder Instrumentalkonzerten, sagt Klapsing. „Das Stück beginnt mit Trommelwirbeln und verarbeitet verschiedene Volkslieder und Märsche. Am Ende ist die britische Nationalhymne ‚God save the King‘ zu hören. Großbritannien triumphiert über Napoleon. Das Stück war so erfolgreich, dass es nach der Uraufführung mehrere Male wiederholt werden musste.“

Schwerste Niederlage

Eindrucksvoll dargestellt wird auch der Russlandfeldzug im Jahr 1812. Ein Jahr vorher hatte Napoleon seine schwerste Niederlage einstecken müssen, die im Herbst in einer der größten militärischen Katastrophen der Geschichte endete. In der „Ouvertüre Solenelle – 1812“ hat Peter Tschaikowsky den Sieg der russischen Truppen über Napoleon gefeiert – in der musikalischen Struktur ähnlich, wie es Beethoven bei „Wellingtons Sieg“ tat.

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