Musiklandschaft Westfalen lockte Tausende Besucher

Veranstaltung im Schloss

Die Philharmonie der Nationen unter der Leitung von Justus Frantz sorgte am Freitagabend (31.7.) für einen fulminanten Start der dreitägigen Konzertveranstaltung "Musiklandschaft Westfalen" am Schloss Raesfeld.

Raesfeld

, 02.08.2015, 13:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nahezu ausverkauft war am Freitagabend das Konzert bei der Auftaktveranstaltung. Mehr als 1000 Besucher strömten in den Schlossinnenhof, um den Klängen von Johann Strauss und Brahms zu lauschen. Gestartet wurde mit der Ouvertüre aus der bildhaften Operette von Johann Strauss, die "Fledermaus", die Justus Frantz mit einem farbigen Orchesterklang sehr individuell ausarbeitete.

Mit seiner Philharmonie der Nation hat Justus Frantz eines der besten Orchester an seiner Seite, das er 1995 gründete. Während der Tourneen können immer Ausnahmetalente vorspielen, die später in das Orchester aufgenommen werden. Wie Jozsef Lendvay, der zehn Jahre Konzertmeister war und von dort aus eine Weltkarriere startete. Nach den schwungvollen Klängen von Strauss ging es mit dem Violinenkonzert von Brahms weiter. Dieses galt damals als unspielbar und wurde an diesem Abend von Jozsef Lendvay auf seiner Stradivari gespielt.

Mit viel Leidenschaft

Er konzentrierte sich ganz auf die musikalischen Inhalte jenseits des reinen Notentextes und arbeitete jeweils die Schönheiten des Werkes sehr differenziert heraus. Dies zeigte sich besonders in der Kadenz des 1. Satzes, die selten so brillant und Leidenschaft zu hören ist.

Weiter ging es mit Dvoraks "Sinfonie aus der Neuen Welt". Wie zuvor wurde der Klang sehr dezent verstärkt, sodass er in aller Natürlichkeit beim Publikum ankam. Das Publikum war am Ende so begeistert, dass es stehenden Beifall gab. Mit einem fantastischen Feuerwerk ging der erste Abend " zu Ende. Am Sonntag eröffnete Peter I. Tschaikowskys Violinenkonzert D-Dur op. 35 den Konzertabend unter der Leitung von Carlos Dominguez-Nieto und der Kammerphilharmonie St. Petersburg. Nachwuchsgeigerin Ellinor D’Melon aus Jamaika, gerade mal 14 Jahre alt, begeisterte als Solistin das Publikum.

"Ein absolutes Ausnahmetalent. Einmalig, in diesem Alter so fehlerfrei zu spielen. Einfach fantastisch, das live zu erleben", schwärmte Helmut Ackmann. Bereits mit zweieinhalb Jahren griff Ellinor D`Melon zur Geige. Anfänglich immer von der Mutter auf dem Klavier begleitet, trat sie mittlerweile in über 50 Konzerten in verschiedenen Ländern auf.

Ein Ausnahmetalent

"Mein größter Wunsch ist es, ein großer Star zu werden und später 26 Kinder zu adoptieren. Dann kann ich ein eigenes Orchester gründen", verriet die 14-jährige Künstlerin nach dem Konzert mit einem Augenzwinkern. Der "MLW Festival-Chor", unter der Leitung von Stephan Lemanski und mit Solisten der Russischen Kammerphilharmonie St. Petersburg mit über 120 Mitwirkenden sorgte mit Stücken aus Carl Orffs Meisterwerk "Carmina Burana" für eine stimmgewaltige Darbietung und für ein einmaliges Konzerterlebnis im weiteren Verlauf des Abends.