Raesfelder Spenden helfen drei Familien, die Opfer der Flut wurden

Flutkatastrophe

4.080 Euro haben die Raesfelderinnen Janine Vorholt und Diana Brömmel für die Flutopfer im Ahrtal gesammelt. Die Übergabe war ein emotionales Erlebnis.

Raesfeld

von Dorstener Zeitung

, 13.09.2021, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Für die Betreiber des Cafés "Il Barista" ist nach der Flutkatastrophe noch viel Arbeit zu erledigen, bis man wieder Gäste empfangen kann.

Für die Betreiber des Cafés "Il Barista" ist nach der Flutkatastrophe noch viel Arbeit zu erledigen, bis man wieder Gäste empfangen kann. © privat

Nach der katastrophalen Hochwasserflut, die das Ahrtal überschwemmt hat, haben die Raesfelder kräftig gespendet. Mit Unterstützung der Raesfelder Künstlergruppe „dasselbe anders“ und vielen Menschen konnten nun an drei betroffene Familien jeweils 1.360 Euro übergeben werden.

Janine Vorholt und Diana Brömmel waren am Samstag in Ahrweiler. „Nur wer das selbst gesehen hat“, so Janine Vorholt „kann sich von der Katastrophe ein wirkliches Bild machen. Man kann noch erahnen, wie schön es hier einmal war.“ Jetzt gibt es nur noch leere Häuser, keine Geschäfte, keine Gasversorgung und breite Schneisen der Verwüstung in der Stadt.

Das Kurhaus wurde völlig zerstört.

Das Kurhaus wurde völlig zerstört. © privat

Auf Anregung der Ahrweiler Werbegemeinschaft unter der Leitung von Volker Danko wurden drei Familien mit den Spenden versorgt. „Im Moment ist der Aufbau der örtlichen Versorgung ein wichtiger Punkt“, berichtete Danko „damit die Menschen hier am Ort bleiben. Viele haben sich schon von Ahrweiler verabschiedet und diese Entwicklung müssen wir aufhalten.“

Grundversorger nehmen den Betrieb wieder auf

Einige Grundversorger, wie Bäcker, Metzger und Apotheke, haben ihren Container und Verkaufswagen bereits im Umkreis der Rosenkranzkirche in der Ortsmitte aufgeschlagen. Mit der Raesfelder Spende wird nun ein Obst- und Gemüsehändler unterstützt, der jetzt seinen Verkaufscontainer aufbaut.

Der Innenraum des Cafés "Il Barista" nach der Flutkatastrophe

Der Innenraum des Cafés "Il Barista" nach der Flutkatastrophe © privat

Außerdem wird einem jungen Ehepaar mit vier Kindern geholfen, die das kleine Café „Il Barista“ in der Fußgängerzone haben, das nun von Grund auf saniert werden muss. Die Familie kann derzeit nicht in ihrem Haus in der Stadt wohnen und lebt nun mit den Eltern und weiteren Familienangehörigen in einem Gebäude außerhalb der Stadt.

Friseurmeisterin hatte gerade den Laden modernisiert

Ein weiteres Flutopfer ist eine junge Friseurmeisterin, die gerade im vergangenen Jahr ihr Geschäft großräumig modernisiert und erweitert hat und nun - wie die zwei anderen Unternehmer - ohne Elementarversicherung mit einem großen Schaden zurückbleibt.

Mit den Spenden der Raesfelder wurde drei Familien geholfen.

Mit den Spenden der Raesfelder wurde drei Familien geholfen. © privat

Laut Volker Danko ist bis jetzt noch nicht geklärt, welche Unterstützung die Unternehmer bekommen. „Derzeit wird nur von privaten Schäden gesprochen. Für die Unternehmer wird noch keine Zahl genannt. Das ist für uns nicht befriedigend.“

„Wie ein großes Dorf“

Beim Spaziergang durch die völlig verwüstete Stadt trafen die Raesfelderinnen auch auf den Ahrweiler Bürgermeister Guido Orthen. Er dankte für die Spenden. „Viele Menschen sind hier in Bad Neuenahr/Ahrweiler zusammengerückt und es fühlt sich an, als wenn ganz Deutschland ein großes Dorf ist, wo die Menschen nun zusammenfinden. Nur durch die kleinen und großen Zuwendungen ist diese Katastrophe überhaupt zu bewältigen.“

Noch sei die Kommunikation untereinander sehr schwierig, da die Telefonleitungen, wie viele andere alltägliche Dinge, noch nicht funktionieren und so trifft man sich beim Gang durch die Stadt und tauscht sich aus: Über die Beschaffung von Baumaterialien, über Vorgehensweisen zur Beseitigung der Schäden und über mögliche Hilfs- und Tauschangebote. Auch das konnten Diana Brömmel und Janine Vorholt miterleben.

„Das hat uns tief bewegt“

„Es war ein bewegendes Treffen und ein sehr emotionaler Spaziergang durch die Stadt Ahrweiler, die viele kennen und nun wahrscheinlich nicht mehr wiedererkennen.“ Diana Brömmel dankt allen Helfern. Eine besondere Freude war die Geldspende, die von den Bewohnern des Hauses an der Gartenstraße überreicht wurde. Brömmel: „Das hat uns tief bewegt, da diese Menschen den Zweiten Weltkrieg erlebt haben und somit ähnliche Katastrophen durchleben mussten.“

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