Thomas Wobbe ist Kaiser von Raesfeld

Spannendes Schießen

Raesfeld hat einen neuen Kaiser: Thomas Wobbe, König von 2011, holte nach einem spannenden Schießen am Samstag den zähen Vogel von der Stange.

Raesfeld

25.06.2017, 17:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Jahr 1992 – zum 125. Geburtstag des Allgemeinen Schützenvereins St. Johannis Raesfeld – wurde ein neuer Brauch eingeführt: Alle 25 Jahre wird nun vor dem eigentlichen Schützenfest ein neuer Kaiser ermittelt. Franz Droste ist als erster Kaiser von Raesfeld in die Geschichte eingegangen. Nach einer Amtszeit von 300 Monaten beziehungsweise 9125 Tagen oder 1023 Wochen musste sein Thron am Samstag neu besetzt werden. Antreten durften nur ehemalige Schützenkönige – und zwar in umgekehrter Reihenfolge nach Dienstjahren. So feuerte Werner Holdschlag, König von 1963, den ersten Schuss auf die Vogelstange ab.

Amtszeit endet bald

Letzter in der Reihe war der noch amtierende Schützenkönig 2016, Markus Büsken, dessen Amtszeit nächste Woche endet. Nach dem ersten Durchgang konnten die Könige erklären, ob sie weiter um den Kaisertitel kämpfen wollen. Es blieben 21 Anwärter übrig, von denen nach und nach noch einige aufgaben. Doch dieser Vogel war wirklich ein zäher Bursche. Erst nach anderthalb Stunden konnte Karl-Heinz Wachtmeister (1990) den ersten Flügel als Trophäe mit nach Hause nehmen.

Kurz danach beseitigte Anton Kormann (1993) mit dem 75 Schuss die Schieflage des Vogels und nahm den zweiten Flügel mit. Das war in der fünften Runde und die Minuten bis zur Entscheidung schienen gezählt zu sein. Doch weit gefehlt – das war noch nicht einmal die Hälfte der erforderlichen Bemühungen. Erst mit dem 183. Schuss in der elften Runde konnte der neue Kaiser Thomas Wobbe endgültig den Vogel abschießen. Noch an der Vogelstange erhielt der neue Kaiser seine Kaiserkette und ernannte Petra Suer zu seiner Kaiserin.

Proklamation am Rathaus

Dem spannenden Spektakel wohnte nahezu ganz Raesfeld bei. Das Bier floss in Strömen und sorgte für ein bisschen Wärme an diesem denkwürdigen, aber auch sehr kühlen und stürmischen Nachmittag. Abends erfolgte die Proklamation durch den Präsidenten des Bürgerschützenvereins, Reinhard Brömmel, am Rathaus. Anschließend wurde getanzt bis tief in die Nacht. So etwas gibt es nur alle 25 Jahre mal.