Die Armut in Uganda trifft vor allem die Jüngsten. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung liegt bei knapp 17 Jahren. © privat
Kumi

Uganda: Mangelernährung schadet den Kindern – Raesfelder wollen helfen

„Die Schäden, die durch Hunger vor allem bei Kindern entstehen, sind nicht reversibel.“ Heike Witte kennt die Not in Uganda. Mit der „Brot für Kumi“-Aktion will sie Waisenkindern helfen.

Die „Brot für Kumi“-Aktionen in den vergangenen zwei Jahren waren Dank vieler Spender und Helfer sehr erfolgreich. Der Verein Kumi-Freunde hat in Raesfeld, aber auch darüber hinaus viele Unterstützer gefunden, die sich regelmäßig für das Waisenhaus von Pfarrer Charles einsetzen.

Uganda gilt als eines der ärmsten Länder der Welt und ist gleichzeitig das Land, das in Afrika die meisten Flüchtlinge aufnimmt. 1,4 Millionen sollen es sein – bei einer Einwohnerzahl von rund 45 Millionen. „Ugandas Regierung verfolgt eine sehr großzügige Flüchtlingspolitik, die weltweit als beispielhaft anerkannt wird. Mittlerweile stößt diese Politik jedoch an ihre Grenzen, da Lebensmittel, Unterbringungsmöglichkeiten und das Angebot an Basisdienstleistungen in den aufnehmenden Gemeinden knapp werden“, so das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Pfarrer muss Waisenkinder wegschicken

„Die Verpflegung mit wenigstens einer Mahlzeit ist weiterhin durch Corona und überteuerte Lebensmittel kaum möglich“, so Heike Witte über das Waisenhaus in der 13.000-Einwohner-Stadt in Uganda. Pfarrer Charles müsse mittlerweile „Waisenkinder, die noch Verwandte haben, zu denen schicken, da es ihm nicht möglich ist, alle zu versorgen. Die Familien haben jedoch auch keine Möglichkeit an Lebensmittel zu kommen.“

Die Lage in Uganda werde auf der Welthungerliste als ernst bezeichnet. Witte: „Das bedeutet, das knapp 30 Prozent der Kinder unter fünf Jahren durch Hunger wachstumsverzögert sind.“ Solche Schäden seien nicht reversibel. „Den Kindern aus dem Waisenhaus wie auch den Menschen in Kumi und Uganda geht es immer noch schlecht. Sie haben Hunger und wenden sich voller Hoffnung an Pfarrer Charles und bitten ihn um Hilfe.“

Brote gegen Spende

Hilfe will Biobäcker Hubert Leiers aus Raesfeld, unterstützt vom Blasorchester Erler Jäger und den Burgmusikanten aus Raesfeld, erneut mit der „Brot für Kumi“-Aktion leisten. Für den 31. Oktober können wieder Rosinenbrot, 5-Kornbrot und Bauernbrot bestellt werden.

In Raesfeld sollten die Brote bis zum 29. Oktober bei Biobäcker Hubert Leiers während der Öffnungszeiten (Tel. 02865-6944) oder in Erle bei Heike Witte, Tel. 02865-10047, bestellt werden. In der Biobäckerei kann man die Brote gegen Spende am Sonntag von 11 bis 12 Uhr abholen, in Erle am Heimathaus Erle ebenfalls von 11 bis 12 Uhr. Witte versichert: „Ihre Spende für die Brote kommt komplett bei Pfarrer Charles an.“

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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