Unbekannter setzte Asylbewerberunterkunft in Brand

Haus Epping

Ein Unbekannter hat am Sonntagabend gegen 23.55 Uhr das als Flüchtlingsunterkunft vorgesehene "Haus Epping" an der Weseler Straße in Brand gesetzt.

Raesfeld

, 11.01.2016 / Lesedauer: 3 min

Auf die Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen "Haus Epping“ ist in der Nacht zu Montag ein Brandanschlag verübt worden. "Wir müssen von einem fremdenfeindlichen Hintergrund ausgehen, da im Vorhinein bekannt war, dass dort demnächst Flüchtlinge untergebracht werden sollen“, sagte Oberstaatsanwalt Heribert Beck am Montag in Münster. Ein unbekannter Täter hatte kurz vor Mitternacht ein Fenster am Seiteneingang der stillgelegten Gaststätte eingeschlagen, die zuletzt zur Unterkunft umfunktioniert wurde und nun bezugsfertig war. Der Mann schüttete Brandbeschleuniger im Gebäude aus und entzündete ihn.

Aufmerksame Zeugin

Eine Autofahrerin, die kurz zuvor den vom Seiteneingang abgewandten Parkplatz des ehemaligen Hotels angesteuert hatte, weil ihr Handy klingelte, hörte das Klirren des Glases, sah dann, dass es im Haus brannte. Sie beobachtete einen Radfahrer, der vom Gebäude in Richtung Rewe-Markt flüchtete. Er habe zwei reflektierende Streifen auf der Rückseite seiner Jacke gehabt, so die Frau, die sofort die Polizei rief. Die Feuerwehr löschte das Feuer, es entstand Sachschaden in Höhe von 20 000 Euro. Die Abteilung Staatsschutz des Polizeipräsidiums Münster nahm die Ermittlungen auf.

"Ich war fassungslos"

Geschockt zeigt sich Andrea Bunzel von der Raesfelder Flüchtlingshilfe am Tag danach. "Ich war fassungslos, als ich das hörte. Wir waren doch immer stolz auf unsere Arbeit hier in Raesfeld mit den Flüchtlingen. Wir haben so viele Helfer, so viel Unterstützung. Deshalb habe ich nie erwartet, dass so etwas hier bei uns in Raesfeld passiert."

Bürgermeister zeigt sich betroffen

"Als ich heute Nacht um 1.30 Uhr den Anruf erhielt, habe ich schon fest geschlafen. Bei der Mitteilung, dass es bei Epping brennt, ist mein Blutdruck hochgeschossen", gesteht Bürgermeister Andreas Grotendorst. Besonders nach der Informationsveranstaltung zur Umgestaltung vom Haus Epping habe er viele positive Rückmeldungen bekommen. "Deswegen hat mich das Geschehene so überrascht und macht mich auch so betroffen. Gerade heute Morgen noch haben wir drei Flüchtlinge zugewiesen bekommen, die wir begrüßt haben. Wir haben die Kleiderkammer, die Fahrradkammer, die Betreuung und die Begleitung der Flüchtlinge durch die vielen ehrenamtlichen Helfer", so Grotendorst.

Anspruch auf Information

"Mich hat es sehr gewundert, wie offen die Gemeinde damit im Vorfeld umgegangen ist, das Hotel Epping wieder neu zu beleben", sagt der Raesfelder Bernhard Neikes und verweist auf Brandanschläge in anderen Orten. Grotendorst entgegnet: "Wir haben rund 14 Flüchtlingsstandorte in der Gemeinde und können es nicht alles unter dem Deckel der Verschwiegenheit verstecken. Als die Entscheidung, Hotel Epping zur Flüchtlingsunterkunft zu machen, getroffen worden ist, haben wir uns dazu entschieden, damit an die Öffentlichkeit zu gehen, da die direkten Nachbarn auch einen Anspruch haben, darüber informiert zu werden." Grotendorsts Wunsch: "Ich hoffe, dass der Täter möglichst sehr schnell dingfest gemacht wird, und wir damit ein Signal in die Öffentlichkeit geben können – so etwas kann und darf es in unserem Staat nicht geben."

Hinweise zu verdächtigen Wahrnehmungen nimmt die Polizei unter Tel. (0251) 2750 entgegen.