Unterhaltung mit Händen und Füßen

Tag der Begegnung

Wie unterhält man sich mit jemandem, wenn man nicht die selbe Sprache spricht? Raesfelder und Erler Grundschulkinder sowie Flüchtlingskinder der Gemeinde standen sich am Donnerstagmorgen zunächst noch etwas unbeholfen gegenüber. Andere Kinder gingen ohne Scheu aufeinander zu und versuchten, mit Händen und Füßen zu kommunizieren.

Raesfeld

, 17.12.2015, 17:26 Uhr / Lesedauer: 1 min
Unterhaltung mit Händen und Füßen

Schulleiter Matthias Stroetmann eröffnete den "Tag der Begegnung" mit einer kurzen Ansprache.

Zum „Tag der Begegnung“ hatte die Alexanderschule eingeladen. Statt Mathe und Deutsch standen Spiele und Aktionen auf dem Stundenplan. „Ich freue mich, dass ich alle Kinder, die in Raesfeld und Erle zu Hause sind, heute hier begrüßen kann und sich jeder Einzelne dazugehörig fühlt“, begrüßte Schulleiter Matthias Stroetmann die Kinder. So bunt, wie die Kinder die Säulen der „Schule ohne Rassismus“ angestrichen hätten, so bunt gehe es auch bei den vielen Nationalitäten zu, die derzeit an der Schule zu finden sind. 14 Flüchtlingskinder besuchen die Alexanderschule.

Kontakt bekommen

Stroetmann: „Jeder für sich ist schon klasse, aber jeder mit seinen Fähigkeiten und Eigenschaften zusammen ergibt erst so ein buntes und schönes Bild und ihr sollt heute die Möglichkeiten bekommen, mit allen Menschen der Nationen in Kontakt zu kommen.“ Nachdem das Schulorchester die Besucher mit einem Ständchen begrüßt hatte, schwirrten die Schulkinder umher, um sich beim Schach, Vokabelquiz, Töpfern oder sportlichen Aktivitäten zu treffen und gemeinsam zu spielen.

Kein zusätzliches Personal

Nicht nur für die Schüler, sondern auch das Lehrerkollegium hat sich der Schulalltag in den vergangenen Monaten stark verändert. „Wir müssen bisher die Situation mit den Flüchtlingen alleine stemmen und haben kein zusätzliches Personal bekommen. Es ist eine echte Herausforderung. Zwei Förderschullehrer und eine Referendarin haben sich reingearbeitet und geben jetzt Deutsch als Zweitsprache“, so Stroetmann.

Acht Stunden Deutschunterricht

Bisher verbringen die Flüchtlingskinder die meiste Zeit aufgeteilt in normalen Regelklassen und erhalten in der Flüchtlingslerngruppe acht Stunden Deutsch-Unterricht. „Je jünger die Schüler, um so stärker habe ich den Eindruck, dass sie offener sind und sich auf die deutschen Schüler mehr einlassen. Bei den ältern Kindern ist nicht alles so ganz einfach, denn ich denke, dass sie schon ganz andere Erfahrungen gemacht haben und es ihnen dadurch schwerer fällt, sich hier in unser Schulleben zu integrieren“, so Stroetmann.  

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