Wen die Feuerwehr bei Alarm innerhalb von acht Minuten erreicht - und wen nicht

Brandschutzbedarfsplan

Der neue Brandschutzbedarfsplan der Gemeinde Raesfeld zeigt, wen die Feuerwehr bei einem Alarm innerhalb von acht Minuten, also in der Hilfsfrist, erreichen kann und wen nicht.

Raesfeld

, 07.07.2019, 10:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
Wen die Feuerwehr bei Alarm innerhalb von acht Minuten erreicht - und wen nicht

Diese Grafik zeigt, wen die Raesfelder Feuerwehr tagsüber innerhalb von acht Minuten erreichen kann (grau). Dunkelgrau sind die Flächen, die von beiden Löschzügen in acht Minuten erreicht werden. Im Westen des Gemeindegebiets kann die Hilfsfrist von acht Minuten nicht eingehalten werden. © Kommunalagentur NRW

Unter der Hilfsfrist versteht man die Zeitspanne zwischen Notrufannahme bei der Kreisleitstelle und dem Eintreffen des ersten Feuerwehrfahrzeugs. 13 Minuten sei die Erträglichkeitsgrenze für Personen im Brandrauch, so die Erfahrungswerte. Bei 17 Minuten liegt die Grenze, wie lange man Personen im Brandrauch reanimieren kann.

„Geht man davon aus, dass der Brand sofort bemerkt, der Notruf innerhalb von 3,5 Minuten abgesetzt wird und die Alarmierung der Feuerwehr innerhalb weiterer 1,5 Minuten erfolgt (es handelt sich hierbei um statistische Werte), verbleiben nur noch acht Minuten von der Alarmierung bis zum Eintreffen“, so der Brandschutzbedarfsplan. Falls der Feuerwehrmann drei Minuten bis zum Gerätehaus fahren müsse, blieben nur noch fünf Minuten.

Nachts ist die Schnittmenge der Ziele, die beide Löschzüge innerhalb von acht Minuten erreichen können, größer. Die bebauten Gebiete könne die Feuerwehr bei Brandereignissen voll innerhalb der Hilfsfrist abdecken, so ein Ergebnis des Brandschutzbedarfsplans. Im Westen des Gemeindegebiets, insbesondere in Homer, könne die Hilfsfrist von acht Minuten aber nicht eingehalten werden. Dort sollen künftig verstärkt „Kompensationsmaßnahmen“ durchgeführt werden, etwa Infoveranstaltungen zum vorbeugenden Brandschutz.

Mehrere Verbesserungen vorgeschlagen

Einige Maßnahmen schlägt der Plan vor: So sollen etwa Erler Kameraden, die in Raesfeld arbeiten, tagsüber auch im Gerätehaus Raesfeld auf eine persönliche Schutzausrüstung zugreifen können, um Anfahrtszeiten zu reduzieren. Bei Brandschauen sollen künftig private Löschwasserversorgungen in Pläne aufgenommen werden. Das Gerätehaus Raesfeld soll mit neuer EDV ausgestattet werden und auch die Auszeichnung feuerwehrfreundlicher Betriebe soll erwogen werden.

Eine konkrete Hilfe für die Feuerwehr sollen die Ratsmitglieder bereits am Dienstag (9. Juli) beschließen. Als Ersatz für ein defektes Tragkraftspritzenfahrzeug soll ein Lieferwagen angeschafft werden. Maximal 50.000 Euro sollen dafür außerplanmäßig bereitgestellt werden.