„Wir haben 1,707 Millionen Euro. Das heißt: Wir bauen.“

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Die Bürgergenossenschaft und das geplante Dorfgemeinschaftshaus werden Realität. Ralf Steiger: „Wir haben 1,707 Millionen Euro. Das heißt: Wir bauen.“ Ein Wunsch steht noch zur Debatte.

Raesfeld

, 09.10.2020, 12:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

5690 Anteile wurden bislang für das Projekt von Bürgern gezeichnet. Rund 1300 bis 1400 Personen stünden dahinter, so Volksbank-Vorstand Ralf Steiger. „43.000 Euro brauchen wir noch“, sagt sein Vorstandskollege Michael Weddeling. Unwägbarkeiten und Kostensteigerungen könnten sich noch während des Baus ergeben. Steiger sagt: „Wir gehen davon aus, dass wir die Differenz auch noch hinkriegen werden.“ Weddeling nennt die 1,707 Million Euro aber eine „superstolze Zahl“.

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Das macht auch der Blick von außen deutlich. André Wachtmeister, der die neue Gastronomie in Erle führen soll, war zu Gast bei der Veltins-Brauerei in Arnsberg, wo ihm der angesehene Innenarchitekt Norbert Maria Braun gesagt habe, dies sei ein „Leuchtturmprojekt, das in Deutschland einmalig ist“. Fakt sei, so Bürgermeister Andreas Grotendorst, dass vergleichbare Bürgergenossenschaften bislang immer ein bestehendes Gebäude genutzt hätten, während in Erle neu gebaut werde.

Scheune wird Ende November abgerissen

Die Scheune auf dem ehemaligen Böckenhoffgelände, wo das Dorfgemeinschaftshaus entstehen soll, werde Ende November abgerissen, sagt Bürgermeister Andreas Grotendorst. Man gehe jetzt mit den Architekten an die Detailplanung und wolle den Bauantrag auf den Weg bringen. „Wir gucken uns noch andere Lokalitäten an“, so Grotendorst. Er rechnet damit, dass im Frühjahr 2021 mit dem Bau des Dorfgemeinschaftshauses begonnen und im Herbst 2022 das Objekt fertiggestellt sein werde.

So soll die neue Gastronomie für Erle aussehen.

So soll die neue Gastronomie für Erle aussehen. © Thieken+Partner

Dass es mit der Baugenehmigung noch Probleme geben könnte, glaubt Grotendorst nicht. „Ich hab doch da mal gearbeitet“, sagt Grotendorst lächelnd über den Kreis Borken als Genehmigungsbehörde, fügt dann aber hinzu, dass mit dem Kreis und dem Landrat die Planung bereits besprochen sei.

Gründung der Genossenschaft Ende des Jahres

Die Gründung der Genossenschaft soll im November oder Dezember dieses Jahres erfolgen. Eine große Gründungsversammlung müsse man aber verschieben, bis Corona nicht mehr so eine große Rolle spiele, sagt Steiger: „Mehr als tausend Leute kriegen wir nirgendwo unter.“ Fakt sei, dass aber alle, die jetzt noch Anteile zeichnen bis zur Eintragung ins Genossenschaftsregister, Gründungsmitglieder seien.

Von einigen Bürgern wurde der Wunsch geäußert, dass die geplante Gastronomie auch eine Kegelbahn haben solle. Grundsätzlich sei das möglich, sagt Andreas Grotendorst, der den Ball aber zu den Keglern zurückspielt. „Nehmt es in die Hand!“ Weitere 400.000 Euro müssten dafür dann aber in den nächsten drei Monaten zusammenkommen.

Kegelbahn würde teuer

Diese hohe Summe erkläre sich durch eine Berechnung der Architekten. Gebraucht werde ein Kellerraum, der 30 Meter lang, 5 bis 7 Meter breit und 3 Meter hoch sei. Hinzu kämen Be- und Entlüftung sowie Sanitäranlagen. Um die Summe zu stemmen, könne sich eine Initiativgruppe Kegelbahn gründen, sagt Grotendorst: „Wir können das arbeitsmäßig nicht mehr leisten.“

Michael Weddeling sagt, dass die Zeichnung von Anteilen auch nach Gründung der Genossenschaft weiterhin möglich sein wird. „Es werden wieder Gelder raus gehen, Leute werden kündigen.“ Das kann allerdings erst nach drei Jahren erfolgen. Steiger verweist aber darauf, dass jetzt noch die Möglichkeit vorhanden sei, Gründungsmitglied der Bürgergenossenschaft zu werden. „Wann hat man diese Gelegenheit schon mal? Das ist eher selten.“

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