Die Zahl der Impfdurchbrüche wächst ebenso wie die Zahl derer, die trotz einer vollständigen Impfung an oder mit einer Corona-Infektion gestorben sind. © Foto: soumen82hazra auf Pixabay
RKI-Bericht

1.078 Menschen sind inzwischen trotz vollständiger Impfung an oder mit Corona gestorben

Die Zahl derer, die trotz vollständiger Impfung an oder mit einem Corona-Infekt sterben, steigt stark – auf jetzt über 1.000. Und noch eine Info des Robert-Koch-Instituts stimmt nachdenklich.

Die Zahlen und Fakten sind nicht gerade beruhigend, die das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellen Wochenbericht zur Corona-Lage in Deutschland zusammengetragen hat. Vor allem die Zahl der Impfdurchbrüche ist hoch. Sie ist inzwischen auf 117.763 Fälle angewachsen, in denen ein vollständig geimpfter Mensch sich dennoch mit dem Coronavirus infiziert hat.

Zudem ist die Zahl der vollständig Geimpften, die trotz des Impfschutzes an oder mit Corona gestorben sind, in den vergangenen vier Wochen um 272 auf jetzt 1.078 gestiegen. Unter diesen Corona-Toten waren 1.067 Menschen 60 Jahre und älter, 782 sogar 80 Jahre und älter. „Das spiegelt das generell höhere Sterberisiko – unabhängig von der Wirksamkeit der Impfstoffe – für diese Altersgruppe wider“, schreibt das RKI.

Blick auf die Gesamtlage zur Einordnung notwendig

Wer gleichwohl aus diesen Zahlen den Schluss zieht, dass die Corona-Impfungen doch nicht wirklich wirksam sind, sollte kurz auf die Gesamtdaten schauen. Bisher haben sich in Deutschland – Stand 29. Oktober – 4.559.120 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die 117.763 vollständig Geimpften unter ihnen machen da gerade einmal einen Anteil von knapp 2,6 Prozent aus. Und ihr Anteil unter den mittlerweile 95.606 Corona-Toten liegt bei gerade einmal 1,1 Prozent.

Der bei weitem größte Teil der seit dem 1. Februar 2021 (erst ab diesem Datum gibt es vollständig geimpfte Menschen) mit dem Coronavirus infizierten Menschen war nicht geimpft, schreibt das RKI, sagt aber auch: „Der Anteil vollständig Geimpfter unter den Meldefällen ist in den letzten Wochen deutlich gestiegen.“ Und dann nennt das RKI eine Zahl, die sehr nachdenklich stimmt: Bei den Menschen, die 60 Jahre und älter sind, liege der Anteil der Geimpften unter den Neuinfizierten inzwischen bei über 50 Prozent.

Die Anteile verschieben sich durch die Impfungen

Das klingt zunächst erschreckend, aber zur Einordnung schreibt das RKI: „Diese Zahl muss jedoch in Zusammenschau mit der in dieser Altersgruppe erreichten Impfquote in der Bevölkerung interpretiert werden.“ Das heißt: Von Menschen in diesem Alter sind die allermeisten geimpft. Da verschieben sich automatisch die Anteile.

Überhaupt, so das RKI in seiner Einschätzung, müsse man sich mit einer Tatsache abfinden: „Dass im Laufe der Zeit mehr Impfdurchbrüche verzeichnet werden, ist erwartbar, da generell immer mehr Menschen geimpft sind und sich das Coronavirus derzeit wieder vermehrt ausbreitet. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, als vollständig geimpfte Person mit dem Virus in Kontakt zu kommen.“

Was dem RKI große Sorgen bereitet

Insgesamt bereitet dem RKI der „sprunghafte Anstieg der 7-Tages-Inzidenzen“ große Sorgen. Hohe Zahlen habe man in den Altersgruppen der 5- bis 49-Jährigen sowie der über 90-Jährigen beobachtet. In allen Altersgruppen zwischen 5 und 19 Jahren liege die 7-Tage-Inzidenz nun bei über 170, bei den 10- bis 14-Jährigen sogar bei über 200.

„Bei den gegenwärtigen 7-Tage-Inzidenzen besteht eine zunehmende Wahrscheinlichkeit infektiöser Kontakte“, scheibt das RKI. Daher empfehle man dringend, sich impfen zu lassen. Außerdem sollte man „unabhängig vom Impf-, Genesenen- oder Teststatus das grundsätzliche Infektionsrisiko“ reduzieren und nicht nur die AHA+L-Regeln einhalten, sondern auch nicht notwendige Kontakte vermeiden. AHA+L bedeutet übrigens Abstand, Hygiene, Atemschutzmaske und Lüften.

Über den Autor
Redakteur
Ulrich Breulmann, Jahrgang 1962, ist Diplom-Theologe. Nach seinem Volontariat arbeitete er zunächst sechseinhalb Jahre in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten, bevor er als Redaktionsleiter in verschiedenen Städten des Münsterlandes und in Dortmund eingesetzt war. Seit Dezember 2019 ist er als Investigativ-Reporter im Einsatz.
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