Badetote in NRW: Zahl der Ertrunkenen 2022 fast verdoppelt

Polizisten und Rettunngskräfte vom DLRG sind bei einem tot aus dem Masurensee geborgenen Ertrunkenen im Einsatz.
Die Mehrzahl der Badeunfälle ereignet sich nach DLRG-Angaben im Binnenland in zumeist unbewachten Gewässern - wie hier im Masurensee in Duisburg. © picture alliance/dpa
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In Nordrhein-Westfalen sind von Januar bis Juli diesen Jahres 30 Menschen ertrunken. Das waren 14 Tote mehr als in den ersten sieben Monaten des Vorjahres, wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Donnerstag bei einer Zwischenbilanz des Jahres im schleswig-holsteinischen Ostseebad Damp mitteilte.

14 Menschen ertranken in Flüssen, 10 in Seen und 2 in einem Kanal – unter anderem im Datteln-Hamm-Kanal. Die weiteren Opfer starben in einem Bach, im Pool, im Schwimmbad oder im Teich. Wie bereits im Vergleichszeitraum 2021 war auch in diesem Jahr bislang der Juni der Monat mit den meisten Badetoten.

Aber: Während vor einem Jahr die Zahl der Opfer erst im Sommer auffallend hoch ging (11 im Juni), gab es 2022 bereits in den ersten Monaten zahlreiche Todesfälle (3 im Februar, 6 im März und jeweils 3 im April und Mai).

Todesopfer in diesem Jahr im Schnitt älter

Auch beim Alter der Ertrunkenen gibt es eine Veränderung. 2021 kamen die meisten Badetoten noch aus der Gruppe der 11- bis 20-Jährigen (6). Ein Jahr später sind wieder 6 der Toten zwischen 11 und 20 Jahre alt, aber in der Altersgruppe der 31- bis 50-Jährigen gibt es insgesamt 9 Badetote. Und auch bei den noch älteren (71 bis 85) gibt es 5 Opfer.

Als besonders gefährliches Gewässer gilt in NRW der Rhein. Hier kann es durch Strömungen schnell zu Badeunfällen kommen. Auch in der Ruhr ist das Schwimmen nicht ungefährlich. Nach mehr als 50 Jahren Badeverbot erlaubt Bochum nun allerdings als erste Stadt im Ruhrgebiet ab sofort den Badespaß direkt an dem fließenden Gewässer. Bei Stark- oder Dauerregen können allerdings Abwässer in die Ruhr gespült werden. Dann ist das Baden vorübergehend nicht gestattet. Eine Badeampel informiert vor Ort über die aktuelle Wasserqualität.

Die Zahl der in Deutschland ertrunkenen Menschen stieg nach DLRG-Zahlen von Januar bis Juli im Vergleich zum Vorjahr um 15 auf mindestens 199. Seit Beginn der Badesaison Anfang Mai zählten die Lebensretter 136 Tote, 9 mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Mehrzahl der Unfälle ereignet sich nach DLRG-Angaben im Binnenland in zumeist unbewachten Gewässern. Deswegen sollte man sich unbedingt an die Regeln zur eigenen Sicherheit im Wasser halten.

dpa/rej