Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit, rechnet bis Mitte Februar mit mehreren Hunderttausend Corona-Neuinfektionen am Tag. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Coronavirus in NRW – Lauterbach: Hunderttausende Neuinfektionen pro Tag – Liveblog

Die Infektionszahlen in Deutschland schießen immer weiter in die Höhe. Laut Gesundheitsminister Lauterbach ist die Spitze jedoch noch lange nicht erreicht. Die Lage in NRW im Überblick.

Über die Entwicklungen der Corona-Krise in NRW berichten wir hier aktuell im Liveblog.

  • Fallzahlen in NRW: 1.628.001 bestätigte Fälle – 195.500 aktuell Infizierte – 20.840 verstorbene Personen – Wocheninzidenz: 627,4 – Hospitalisierungsinzidenz: 2,84 (Stand: 20.1.2022)
  • Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) rechnet bis Mitte Februar mit mehreren Hunderttausend Corona-Neuinfektionen am Tag.
  • NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann will den neuen Impfstoff des US-Herstellers Novavax zunächst nur für Personen im Gesundheitswesen anbieten. Die erste Lieferung von Novavax ist ab Ende Februar verfügbar.
  • Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach geht davon aus, dass Mitte Februar ein Höhepunkt der Omikron-Welle in Deutschland erreicht sein wird. Im Zuge dessen drängt Lauterbach weiter auf eine allgemeine Impfpflicht.
  • In der ersten Woche nach den Ferien haben in NRW Hunderte Schüler die Teilnahme an Corona-Tests verweigert. Damit sind sie vom Präsenzunterricht ausgeschlossen.
  • Mit den steigenden Corona-Infektionszahlen in Deutschland nimmt die Belastung in den Arztpraxen zu. Kinderärzte müssen manche Patienten sogar wegschicken.
  • Hier finden Sie die bis zum 9. Februar 2022gültigen Corona-Regeln in NRW in 20 Punkten einfach erklärt.

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Donnerstag, 20. Januar, 10.40 Uhr

Gesundheitsämter sollen Impfpflicht in der Pflege umsetzen

Die ab Mitte März bundesweit geltende einrichtungsbezogene Impfpflicht soll von den bereits stark belasteten kommunalen Gesundheitsämtern umgesetzt werden. „Im Grunde hat man das jetzt alles wunderbar auf die örtlichen Behörden gedrückt“, kritisierte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Mittwoch im Gesundheitsausschuss des Landtages in Düsseldorf zu den Vorgaben der Bundesebene. Die Systematik des Gesetzes habe die Arbeitgeber weitgehend „rausgelassen“, die in den Tagen nach dem 15. März nur die Ungeimpften in den betroffenen Bereichen melden müssten.

Die sogenannte einrichtungsbezogene Impfpflicht sieht vor, dass Beschäftigte in Einrichtungen wie Arztpraxen, Kliniken und Pflegeheimen bis zum 15. März nachweisen müssen, dass sie geimpft oder genesen sind. Damit sollen Patientinnen, Patienten und Pflegebedürftige besser vor einer Corona-Infektion geschützt werden.

Donnerstag, 20. Januar, 9.15 Uhr

Infektiologe: Impfpflicht schnell auf weitere Berufsgruppen ausweiten

Der Münchner Infektiologe Clemens Wendtner will eine schnelle Corona-Impfpflicht für verschiedene Berufsgruppen, um die Impflücke rasch zu schließen. „Eine erweiterte berufsgruppenbezogene und temporäre Impfpflicht kann dabei helfen, wir dürfen jetzt keine Zeit verlieren“, der Chefarzt der Infektiologie an der München Klinik Schwabing der Deutschen Presse-Agentur. Sie müsse vor allem für Mitarbeiter wichtiger Infrastrukturen wie Polizei und Feuerwehr gelten, aber auch für Lehrkräfte.

„Mein persönlicher Wunsch ist, dass wir die einrichtungsbezogene Impfpflicht so schnell als möglich auf kritische Infrastrukturen wie Polizei, Feuerwehr und Schulen ausweiten. Eine einrichtungsbezogene Impfpflicht kann schneller umgesetzt werden. Bei einer allgemeinen Impfpflicht bin ich nicht sicher, ob wir das mit allen erforderlichen Diskussionen schnell hinkommen“, sagte Wendtner.

Donnerstag, 20. Januar, 8.20 Uhr

Sieben-Tage-Inzidenz überschreitet in NRW-Städten 1000er-Marke

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen hat in Nordrhein-Westfalen in gleich drei Städten die Marke von 1000 überschritten. Nach den Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag lag der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in Bonn nach sprunghaftem Wachstum mit 1096,9 am höchsten – am Vortag waren es dort noch 948,6. Krefeld kam am Donnerstag auf 1035,1 und Solingen auf 1001,9. Landesweit stieg die Inzidenz deutlich von 573,2 am Mittwoch auf 627,4 am Donnerstag.

27.935 Menschen infizierten sich nach den Meldungen der Gesundheitsämter binnen 24 Stunden neu. 36 neue Todesfälle mit oder wegen Corona registrierte das RKI. In Recklinghausen lag die Inzidenz am Donnerstag weiterhin NRW-weit am niedrigsten. Das RKI registrierte hier einen Wert von 229,3 (Vortag 213,2). Von den Corona-Infizierten kamen in NRW binnen einer Woche pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner 3,04 ins Krankenhaus, wie das Landeszentrum für Gesundheit (LZG) meldete (Stand Mittwoch).

Donnerstag, 20. Januar, 7.16 Uhr

Lauterbach: Verordnung zu PCR-Test-Priorisierung kommt am Wochenende

Gesundheitsminister Karl Lauterbach will am Wochenende eine Verordnung zur Priorisierung der Auswertung von PCR-Tests vorlegen. „Wir brauchen gute Test-Regeln, dass wir die PCR-Tests in der Regel für diejenigen verwenden, wo wir ganz sicher sein müssen, die sind entweder krank oder die sind wieder gesund. Dafür kommt die Verordnung am Wochenende“, sagte der SPD-Politiker am Mittwochabend in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“. Beschäftigte in sensiblen Gesundheitseinrichtungen sollen dann etwa bevorzugt zum Zuge kommen. Die Beschlussvorlage soll laut Lauterbach bei der Ministerpräsidentenkonferenz am Montag beschlossen werden.

Donnerstag, 20. Januar, 6.12 Uhr

Apothekerverband fordert Ende der PCR-Testpflicht

Der Apothekerverband Nordrhein hat ein Ende der PCR-Testpflicht gefordert. „Wir müssen bei der Teststrategie jetzt andere Wege gehen, um eine Überlastung der Labore zu vermeiden“, sagte Verbandschef Thomas Preis der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Positive Testergebnisse jener Bürgertest-Stellen, die von Apothekern oder Ärzten geleitet werden, sollten auch genutzt werden, um eine Infektion beim Arbeitgeber anzuzeigen und nach überstandener Infektion als genesen zu gelten.

„Die meisten positiven Bürgertests werden zur Zeit mittels eines aufwendigen PCR-Tests nur noch einmal bestätigt“, sagte Preis. Wegen der hohen Infektionszahlen in der Omikron-Welle kommen deutschlandweit derzeit Labore bei der Auswertung der PCR-Tests an ihre Belastungsgrenzen.

Donnerstag, 20. Januar, 5.45 Uhr

Lauterbach rechnet mit Hunderttausenden Neuinfektionen pro Tag

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) rechnet bis Mitte Februar mit mehreren Hunderttausend Corona-Neuinfektionen am Tag. Es sei mit Blick auf realistische Szenarien davon auszugehen, „dass die Welle Mitte Februar ungefähr ihren Höhepunkt haben wird und dass wir dann mehrere Hunderttausend Fälle pro Tag erwarten müssen“, sagte Lauterbach am Mittwochabend in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“.

Es sei nicht gesagt, dass es zu den Szenarien komme, aber „die haben die größte Wahrscheinlichkeit“. Dabei gebe es Länder, die solche Zahlen auch mit Blick auf die Intensivstationen verkraften könnten, in Deutschland sei die Lage jedoch eine andere. „Da wir in Deutschland eine hohe Zahl von Ungeimpften bei den Älteren haben, kann es bei uns ganz anders ausgehen als beispielsweise in Italien, Frankreich oder England“, sagte Lauterbach.

Donnerstag, 20. Januar, 5.17 Uhr

Deutschlandweit 133.536 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 638,8

Die vom Robert Koch-Institut (RKI) gemeldete bundesweite 7-Tage-Inzidenz hat erstmals die Schwelle von 600 überschritten. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Donnerstagmorgen mit 638,8 an. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 133.536 Corona-Neuinfektionen. Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 234 Todesfälle verzeichnet. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Mittwoch mit 3,34 an (Dienstag: 3,17).


Mittwoch, 19. Januar, 22.15 Uhr
Globaler Impf-Initiative Covax geht das Geld aus

Aktuell haben weniger als 10 Prozent der Menschen in einkommensschwachen Ländern mindestens eine Dosis einer Corona-Schutzimpfung erhalten. Das globale Impfprogramm Covax sollte eigentlich eine gerechte Verteilung der Vakzine sichern. Nun hat die internationale Gemeinschaft um Spenden in Höhe von 5,2 Milliarden Dollar gebeten.

Der Leiter der Impfallianz Gavi, die Covax mit gründete, Seth Berkley, teilte am Mittwoch mit, es sei von großer Bedeutung, arme Länder jetzt und in Zukunft mit den Vakzinen zu versorgen, aber im Moment fehle das Geld.


Mittwoch, 19. Januar, 21.45 Uhr
Laumann: PCR-Testkapazitäten in NRW deutlich ausgebaut

Die Kapazitäten für die als besonders sicher geltenden PCR-Corona-Tests sind Nordrhein-Westfalen nach Angaben von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) ausgebaut worden. In der Vergangenheit seien etwa 500.000 PCR-Tests pro Woche möglich gewesen, damit die Ergebnisse zeitnah vorliegen, sagte Laumann am Mittwoch im Gesundheitsausschuss des Landtages. Inzwischen sind nach Ministeriumsangaben bis zu 930.000 PCR-Tests pro Woche in NRW möglich.

In der vergangenen Woche sind demnach 626.000 solcher Labor-Tests durchgeführt worden. Wenn zwei Drittel der Kapazitäten ausgeschöpft seien, kann dies laut Ministerium in einzelnen Bereichen zu Engstellen führen.

Mittwoch, 19. Januar, 18.45 Uhr
Laumann: „Totimpfstoff“ zuerst im Gesundheitswesen einsetzen

Corona-Impfungen mit dem Präparat des US-Herstellers Novavax sollten nach Ansicht von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) bei einer großen Nachfrage zuerst im Gesundheitswesen angeboten werden.

Der im Volksmund auch „Totimpfstoff“ genannte weitere Corona-Impfstoff könnte gerade im Gesundheitsbereich eine Brücke für den einen oder anderen sein, der sich bisher noch nicht hat impfen lassen, sagte Laumann am Mittwoch (19.1.) in Düsseldorf im Gesundheitsausschuss des Landtages.


Mittwoch, 19. Januar, 18.15 Uhr
Weitere Corona-Fälle bei deutschen Handballern

Die deutschen Handballer haben bei der Europameisterschaft vier weitere Corona-Fälle zu beklagen. Dies teilte der Deutsche Handballbund am Mittwoch mit. Betroffen sind laut Verband die Spieler Sebastian Heymann, Djibril M’Bengue und Christoph Steinert sowie ein Mitglied des Funktionsteams.


Mittwoch, 19. Januar, 17.28 Uhr
Laumann: Drei Viertel der Corona-Infektionen durch Omikron

Die besonders ansteckende Omikron-Variante verursacht laut NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann bereits etwa drei Viertel der Corona-Infektionen in Nordrhein-Westfalen. Diese Relation nannte der CDU-Politiker am Mittwoch im Gesundheitsausschuss des Landtages mit Verweis auf Daten des Robert Koch-Instituts.

Die ansteigende Omikron-Welle mache sich auch bei den Testungen bemerkbar. Bei den Bürgertestungen seien inzwischen 1,4 bis 1,5 Prozent der Tests positiv – nach Werten von 0,3 bis 0,4 Prozent über viele Wochen hinweg. Bei den PCR-Tests seien rund 20 Prozent positiv. Die vielen Neuinfektionen hätten sich noch nicht bei der Belastung der Krankenhäuser niedergeschlagen.

Man müsse schauen, wie sich das in den kommenden Wochen entwickele. Die Bemühungen die Impfquote weiter zu steigern, würden fortgesetzt: „Wir müssen am Ball bleiben.“

Mittwoch, 19. Januar, 17 Uhr
3370 positive Tests aus Kitas gemeldet

Die Omikron-Welle der Corona-Pandemie hat auch die Kindertagesstätten in Nordrhein-Westfalen erreicht: Nach Angaben des Familienministeriums wurden dieses Jahr bisher etwa 3370 positive Corona-Tests aus den Kitas gemeldet. Diese betrafen demnach 1930 Kinder und rund 1440 Mitarbeiter (Stand: 17. Januar).

Im gesamten Dezember habe es bei rund 3010 Kindern und 1800 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen einen positiven Corona-Test gegeben. Das Ministerium wies daraufhin, dass Tests teilweise auch noch rückwirkend gemeldet werden.

Durchschnittlich seien an einem Wochentag im Januar rund 46 Kitas teilweise und rund 12 komplett wegen Infektionsschutzmaßnahmen geschlossen gewesen. Das seien insgesamt 0,6 Prozent der Kitas.


Mittwoch, 19. Januar, 16.12 Uhr
Protest gegen Corona-Maßnahmen: Haarschnitte auf der Bühne

Mehr als 70 Theater, Museen und Konzertsäle in den Niederlanden haben trotz des Verbots am Mittwoch ihre Türen geöffnet und mit ungewöhnlichen Aktionen gegen die strengen Corona-Maßnahmen protestiert.

Bühnen wurden zu Friseursalons oder Yoga-Studios umgewandelt, gleichzeitig traten Künstler auf. Die Protestaktion „Friseursalon Theater“ hatte sich der bekannte Schauspieler und Kabarettist Diederik Ebbinge ausgedacht.

Ein neuer Schnitt im Concertgebouw auf der Bühne – und die Musik spielt dazu. © Peter Dejong/AP/dpa

Theatermacher klagen, dass Menschen zwar shoppen, aber kein Museum besuchen dürfen. Friseure dürften Kunden empfangen, Fitnessstudios seien wieder geöffnet, aber Theater blieben geschlossen. Der harte Lockdown war zwar am vergangenen Samstag beendet worden. Doch Kultureinrichtungen und Gaststätten sind weiterhin geschlossen, seit dem 19. Dezember.


Mittwoch, 19. Januar, 15.45 Uhr
Lauterbach: Omikron-Höhepunkt kommt im Februar

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach geht davon aus, dass die Corona-Infektionszahlen in Deutschland weiter steigen werden – und dass der Höhepunkt der Omikron-Welle in Deutschland wahrscheinlich Mitte Februar erreicht sein dürfte.

Das sagte der Gesundheitsminister in der Sendung „RTL Direkt“. Die Impfpflicht müsse schnell kommen. „Wenn wir einen Antrag machen wollen, der noch funktioniert, dann ist das ein Antrag, der die Impfpflicht in Kraft setzt – was weiß ich – im April oder um den April herum, vielleicht im Mai.“ Zur Begründung führte er an, dass noch genug Zeit bleiben müsse, um Ungeimpfte vor einer möglichen neuen Corona-Welle im Herbst zu immunisieren.

Wer noch nicht geimpft sei, müsse „drei Impfzyklen durchlaufen (…) und bis dahin ist man dann schon im September oder Oktober“, sagte Lauterbach. „Weil das muss schnell geschehen, damit ich die Welle – und das ist ja die Begründung für die Impfpflicht -, damit ich die Welle im Herbst noch abwenden kann.“



Mittwoch, 19. Januar, 15.25 Uhr
Gebauer: Wechselunterricht ist keine Alternative

Nordrhein-Westfalens Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hat Wechselunterricht in aufgeteilten Lerngruppen trotz steigender Coronazahlen ausgeschlossen. „Der Wechselunterricht ist für Nordrhein-Westfalen keine Alternative“, sagte die Ministerin am Mittwoch im Schulausschuss des Düsseldorfer Landtags.

Eine Sachverständigenanhörung des Landtags zu dem Thema habe bereits vor einem Jahr ergeben, dass Wechselunterricht „die schlechteste aller Alternativen“ sei, weil die Aufteilung den höchsten Aufwand erfordere, den Kindern aber am wenigsten gerecht werde, sagte Gebauer. Für sie komme nur Präsenz- oder Distanzunterricht infrage.

„Präsenzunterricht bleibt oberstes Gebot“, bekräftigte die Ministerin. Dafür werde sie „alles tun“. Sie kündigte an, den Schulen schnellstens weitere Hinweise zukommen zu lassen, wie der Präsenzunterricht am besten an die Corona-Lage anzupassen sei.

Ein Aussetzen der Präsenzpflichten im Unterricht komme für sie nicht in Betracht, antwortete sie der Opposition. Würde die Präsenzpflicht wegen Corona ausgesetzt, blieben gerade diejenigen Schüler zu Hause, die den Unterricht im Klassenverbund am dringendsten bräuchten. „Kinder brauchen auch Kinder. Und Kinder brauchen auch Halt und Strukturen.“

SPD und Grüne warfen Gebauer vor, die Schulen mit zahlreichen Entscheidungen im Schulalltag alleinzulassen und keinen „Plan B“ für eine weitere Verschärfung der Lage zu haben. Aus Sicht der AfD wäre ein solcher Plan auch nicht erforderlich, da „das Coronavirus an den Schulen völlig bedeutungslos“ sei.

Mittwoch, 19. Januar, 12.41 Uhr

Über 100.000 neue Corona-Fälle – Vor allem Jüngere infiziert

Zum ersten Mal überschreitet die Zahl der Neuinfektionen in der Corona-Pandemie in Deutschland die Marke von 100.000. Auch die Sieben-Tage-Inzidenz klettert auf einen Höchststand. Bei den 5- bis 14-Jährigen liegt die Inzidenz nun rund zehn Mal so hoch wie bei den Älteren und hat sich innerhalb einer Woche mehr als verdoppelt. Das dürfte auch mit dem Ende der Weihnachtsferien zusammenhängen. Schüler werden regelmäßig getestet.


Mittwoch, 19. Januar, 12.20 Uhr

Mehrere Schulen in Dortmund sind wegen Corona geschlossen

Eine Inzidenz von mehr als 1600 Fällen für Kinder im Grundschulalter vermeldete Dortmunds Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Renken am Dienstag (18.1.). Die Konsequenzen zeigen sich nun einen Tag später. Gleich mehrere Schulen und eine Kita in Dortmund sind geschlossen – „wegen einer Vielzahl von Infektionsfällen“, wie die Stadt Dortmund am Mittwoch (19.1.) mitteilte.

Mittwoch, 19. Januar, 11.37 Uhr

NRW bleibt trotz steigender Coronazahlen beim Präsenzunterricht

Trotz steigender Corona-Infektionszahlen hält Nordrhein-Westfalens Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Unterricht im Klassenzimmer fest. Alle Schutzmaßnahmen dienten dem Ziel, den für die Bildungsgerechtigkeit so wichtigen Präsenzunterricht zu erhalten, sagte sie am Mittwoch im Schulausschuss des Düsseldorfer Landtags. Ebenso wie in der Woche vor Weihnachten sei – laut Erfassung bis zum 12. Januar – weiterhin keine Schule in NRW vollständig wegen Corona geschlossen. Nur an einer Schule sei bis dahin ausschließlich in Distanz unterrichtet worden (vor Weihnachten an 11 Schulen). An 95 Schulen sei in Präsenz und Distanz unterrichtet worden (vor Weihnachten 133 Schulen).

Mittwoch, 19. Januar, 10.33 Uhr

Modellierer: „Mehr als zehnfache Belegung“ in Kliniken

Die Omikron-Welle des Coronavirus könnte dem Modellierer Andreas Schuppert zufolge schon bald zu einer erheblichen Belastung der Normalstationen von Krankenhäusern führen. „Die Zahlen sind unsicher, aber man kann von einer mehr als zehnfachen Belegung im Vergleich zu Intensivstationen ausgehen“, sagte der Mathematiker und Physiker an der RWTH Aachen dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Das ist deutlich mehr als bei Delta.“ Noch ist die Hospitalisierungsinzidenz gemäß den Angaben des Robert Koch-Instituts bundesweit rückläufig und liegt momentan bei 3,17. Dasselbe gilt für die Lage auf den Intensivstationen: Am Montag waren 3,3 Intensivbetten je 100.000 Einwohner von Corona-Patienten belegt.

Mittwoch, 19. Januar, 9.15 Uhr

Sieben-Tage-Inzidenz in NRW wieder stark gestiegen

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen in Nordrhein-Westfalen ist wieder stark gestiegen. Nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) lag der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner am Mittwoch bei 573,2 nach 543,7 am Vortag. Die Gesundheitsämter meldeten binnen 24 Stunden 22 771 Neuinfektionen. 23 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 kamen hinzu.

Den höchsten Wert verzeichnete am Mittwoch wieder Wuppertal mit 994,4, gefolgt von Bonn (948,6) und Leverkusen (912,7). In Recklinghausen lag die Inzidenz dagegen bei 213,2. Von den Corona-Infizierten kamen in NRW binnen einer Woche pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner 2,84 ins Krankenhaus, wie das Landeszentrum für Gesundheit (LZG) meldete (Stand Dienstag).

Mittwoch, 19. Januar, 8.27 Uhr

Städtetag NRW fordert Notfallplan für Schulen und Kitas

Angesichts der Omikron-Welle hat der Städtetag NRW Notfallpläne für den Betrieb von Schulen und Kindergärten im bevölkerungsreichsten Bundesland gefordert. „Wir sehen eine deutliche Zunahme der Infektionen und Quarantäne bei den Kindern und vor allem auch beim Personal. Deshalb brauchen wir für Schulen und Kitas Notfallpläne, wie wir sie auch für die kritische Infrastruktur haben“, sagte der Geschäftsführer des Städtetages NRW, Helmut Dedy, der „Rheinischen Post“. Die Eltern, die Schüler, die Beschäftigten und die Träger von Schulen und Kindergärten bräuchten Klarheit, was passiere, wenn immer mehr Personal ausfalle. „Hierzu muss das Land einen Stufenplan für den Notfall liefern“, sagte Dedy.

Mittwoch, 19. Januar, 7.23 Uhr

Polizei ermittelt in NRW in 3500 Fällen wegen falscher Impfpässe

Der Polizei in Nordrhein-Westfalen sind seit April vergangenen Jahres mehr als 3500 Verdachtsfälle gefälschter Impfpässe bekanntgeworden. Das hat das nordrhein-westfälische Landeskriminalamt in Düsseldorf auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mitgeteilt. Seit vergangenem September sei ein deutlicher Anstieg der Fallzahlen erkennbar. Mit mehr als 1400 Fällen sei im Dezember der bisherige Höhepunkt bei den Fälschungsdelikten registriert worden.

Mittwoch, 19. Januar, 6.19 Uhr

Impfpflicht: Bundestag debattiert Anträge Mitte Februar

In der Debatte um die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht wird der Bundestag wahrscheinlich in der Sitzungswoche vom 14. bis 18. Februar über fraktionsübergreifende Gruppenanträge diskutieren. Das sagten die Gesundheitsexperten Janosch Dahmen (Grüne), Dirk Wiese (SPD) und Andrew Ullmann (FDP), dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Die drei Abgeordneten arbeiten selbst jeweils an einem Antrag mit und wollen nach der Orientierungsdebatte am kommenden Mittwoch die Vorschläge einbringen.

Mittwoch, 19. Januar, 5.40 Uhr

Schulministerium: Rund 900 Testverweigerer nicht im Präsenzunterricht

In der ersten Woche nach den Weihnachtsferien haben in Nordrhein-Westfalen nach Zahlen des Schulministeriums 865 Schülerinnen und Schüler die Teilnahme an Corona-Tests verweigert. Wer weder dabei mitmache noch über sonstige zulässige Verfahren ein negatives Testergebnis nachweisen könne, sei vom Schulbesuch ausgeschlossen, erklärte das Ministerium. In der Woche vor den Weihnachtsferien habe die Zahl derer, die die regelmäßigen Lolli- oder Antigen-Selbsttests in der Schule verweigert hätten, bei 835 gelegen. Zuerst hatte die „Neue Westfälische“ über die Testverweigerer berichtet.

Das Ministerium wies auf mögliche negative Folgen für die Schullaufbahn hin, wenn Verweigerung der Tests oder der Maskenpflicht im Unterricht zu einer längerfristigen Abwesenheit führten und die Leistungen solcher Schüler deswegen nicht bewertet werden könnten. „Im Fall der Verweigerung der Teilnahme an Tests oder des Tragens einer Maske besteht in aller Regel kein Anspruch auf einen individuellen Distanzunterricht.“ Bei hartnäckiger Verweigerung infektionsschutzrechtlicher Vorgaben könne die Schulpflicht auch durchgesetzt werden.

Mittwoch, 19. Januar, 5.18 Uhr

Erstmals über 100.000 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 584,4

Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie sind binnen eines Tages mehr als 100.000 neue Corona-Infektionen an das Robert Koch-Institut übermittelt worden. Die Gesundheitsämter meldeten laut RKI-Angaben vom Mittwochmorgen 112.323 Fälle in 24 Stunden. Die Sieben-Tage Inzidenz gab das RKI nun mit 584,4 an. Das ist ebenfalls ein Höchststand. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 239 Todesfälle verzeichnet. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Dienstag mit 3,17 an (Montag: 3,14).

Dienstag, 18. Januar, 21.33 Uhr

Leichtes Spiel bei Impfpass-Fakes: Personalausweis vergessen

Gleich zweimal leichtes Spiel hatte die Polizei im Ruhrgebiet am Montag wegen mutmaßlichen Impfpass-Fälschungen. In Schwerte war eine Frau aus einer Apotheke geflüchtet, nachdem die Apothekerin den zur Digitalisierung vorgelegten Impfpass als gefälscht entlarvt hatte. „Dumm gelaufen: Sie hatte an Ort und Stelle ihren Personalausweis vergessen“, so die Polizei am Dienstag in einer Mitteilung zu dem Vorfall. Die Polizei habe der 30-Jährigen sofort einen Besuch abgestattet und ermittele nun.

In Unna hatte sich der Besitzer eines laut Polizei gefälschten Impfpasses ebenfalls schon vor Eintreffen der Beamten aus einer Apotheke entfernt. Eine Mitarbeiterin dort war auf eine falsche Chargennummer gestoßen und hatte die Polizei eingeschaltet. Allerdings hatte der Flüchtige Kopien seiner Krankenkassenkarte und des Personalausweises zurückgelassen, so dass die Polizei ein Strafverfahren einleiten konnte.

Dienstag, 18. Januar, 20.10 Uhr

Neue Version der Corona-Warn-App zeigt Status an

Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes ist in einer neuen Version in der Lage, gültige Impf- oder Genesenenzertifikate sowie einen digitalen Testnachweis in einen Gesamtstatus zusammenzufassen.

Das teilten die Betreiber der App, die SAP und Deutsche Telekom, in einem Blogeintrag mit- Die Version 2.16.1 war am Dienstagvormittag bereits im App-Store von Apple für das iPhone verfügbar. Für Android-Smartphones soll die Version bis zum Mittwochabend zur Verfügung stehen.

Damit die unterschiedlichen Zertifikate richtig zu einem Gesamtstatus zusammengefasst werden können, müssen die Details der Nachweise übereinstimmen. Das betrifft Daten wie das Geburtsdatum, sämtliche Vornamen und die Schreibweise des Namens. In der App werden dann vier verschiedene Kombi-Anzeigen dargestellt: „2G“, „2G+“, „3G“ und „3G+“

Dienstag, 18. Januar, 19.18 Uhr

Innenministerium: Sicherheitsbehörden auf Omikron-Welle vorbereitet

Feuerwehr, Katastrophenschutz und Rettungswesen wären bei mehrwöchigen erheblichen Personalausfällen durch die Omikron-Virusvariante auf Unterstützung angewiesen. Möglich wäre das zum Beispiel durch Beschäftigte des Instituts der Feuerwehr Nordrhein-Westfalen, erklärte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). In einem schriftlichen Bericht für die Sitzung des Innenausschusses am Donnerstag versicherte er, die Sicherheits- und Rettungsbehörden in NRW seien auf eine mögliche explosionsartige Ausbreitung der Omikron-Variante vorbereitet.

„In sämtlichen Bereichen und Sektoren liegen geeignete Pandemieplanungen vor“, antwortete er auf Anfrage der SPD-Fraktion. Die Pläne würden fortlaufend nachjustiert. Die Polizeibehörden hätten sich mit Priorisierungen, Schichtmodellen und behördenübergreifendem Personalausgleich gewappnet. In der weit überwiegenden Anzahl der Sektoren, Branchen und Unternehmen wäre Unterstützung von außen wegen der speziellen Anforderungen „keine zielführende Lösung“, im Ernstfall, erklärte Reul.

Für das Innenministerium und die Bezirksregierungen sei davon auszugehen, dass sie auch bei einem Personalausfall von 30 Prozent über einen Zeitraum von zwei bis fünf Wochen dienstfähig blieben.

Dienstag, 18. Januar, 18.20 Uhr

Staatskanzlei rechtfertigt Wüst-Foto ohne Maske und Abstand

Ohne Maske, ohne Abstand: Ein Foto, das den Ministerpräsidenten Nordrhein-Westfalens, Hendrik Wüst, zeigt, sorgte für Kritik. „Dass Ministerpräsident Wüst auf diesem Bild ohne Maske zu sehen ist, ärgert ihn wahrscheinlich mehr als alle anderen“, sagte die Grünen-Landesvorsitzende Mona Neubaur vor Journalisten in Düsseldorf. „Es ist mehr als unglücklich, weil er eine Vorbildfunktion hat.“

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (3. v.r.) schaltet symbolisch die blinkenden Warnlampen in einem Windpark aus.
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (3. v.r.) schaltet symbolisch die blinkenden Warnlampen in einem Windpark aus. © Norbert Prümen/dpa

Mit acht weiteren Menschen ließ sich Wüst am vergangenen Freitag bei einem Termin in einem Windpark in Issum am Niederrhein ablichten. Die Staatskanzlei erklärte: „Der Termin im Windpark Issum hat unter den Voraussetzungen von 2G plus stattgefunden: Alle Teilnehmenden waren geimpft oder genesen und zusätzlich geboostert oder mussten einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen. Im Außenbereich hat der Ministerpräsident für einige wenige Momente der Fotos seine Maske kurz abgenommen. Auch dies geschah unter Einhaltung der Corona-Regeln.“

Dienstag, 18. Januar, 17.27 Uhr

Lauterbach: „Kapazität der PCR-Tests begrenzt“

Seit der Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus steigen die Inzidenzen in Deutschland auf Werte, die in den knapp zwei Jahren der Pandemie bislang nicht erreicht wurden. Am Dienstagmorgen gab das Robert Koch-Institut die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz mit dem neuen Höchstwert 553,2 an. Die schiere Testmenge treibt Labore und Gesundheitsämter an ihre Kapazitätsgrenzen. Und immer lauter stellt sich die Frage: Werden die PCR-Tests knapp?

„Wir werden nicht genug PCR-Tests haben, da ist die Kapazität begrenzt“, sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach nun. Die genaueren PCR-Tests seien bei der Freitestung deshalb jetzt für ein vorzeitiges Quarantäne-Ende für Gesundheits- und Pflegepersonal vorgehalten. Für andere Gruppen wie in den Schulen sei ein Antigentest ausreichend.

Für das Freitesten funktioniere dieser Test sehr gut. „Er funktioniert nicht ganz so gut am Anfang einer Infektion“, so Lauterbach, „er funktioniert aber sehr gut, wenn man zurück will.“

Dienstag, 18. Januar, 16.56 Uhr

Corona-Frage des Tages: „Gibt es Spätfolgen der Impfstoffe?“

Mögliche Spätfolgen nach einer Impfung sind Themen, die immer wieder aufploppen. Narkolepsie, eine Schlafstörung, war eine häufige Folge der Schweinegrippe-Impfung – kann sowas auch bei den Impfstoffen gegen das Coronavirus passieren? Diese Frage beantwortet der Dortmunder Immunologe Prof. Carsten Watzl im Kurz-Video.


Dienstag, 18. Januar, 16.22 Uhr

Krankschreibung am Telefon vor Verlängerung

Die Möglichkeit zur Krankschreibung am Telefon bei leichten Atemwegsinfektionen soll bei fortdauernder Corona-Pandemie verlängert werden.

Das gelte auch für weitere Sonderregelungen, durch die Kontakte reduziert und Praxen entlastet würden, sagte der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses, Josef Hecken, am Dienstag in Berlin. Zugleich warnte Hecken vor frühzeitiger Entwarnung in der Corona-Lage.

Derzeit können – momentan noch befristet bis 31. März – Patientinnen und Patienten mit leichten Atemwegserkrankungen telefonisch bis zu sieben Kalendertage krankgeschrieben werden. Der Ausschuss hat die mit Beginn der Pandemie 2020 eingeführte Regelung schon wiederholt verlängert.

Dienstag, 18. Januar, 13.58 Uhr
Ohne Maske, aber mit Promille durch den Hauptbahnhof

Die Bundespolizei hat einen Mann gestoppt, der rauchend, angetrunken und auf einem E-Scooter im Oberhausener Hauptbahnhof unterwegs war. Seinen Mund-Nasen-Schutz hatte der 38-Jährige zum Kinn heruntergezogen, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Zudem hatte er 1,4 Promille im Blut. Der E-Scooter – das Durchfahren des Hauptbahnhofs ist verboten – sei sichergestellt worden.

Der Mann wurde für einige nächtliche Stunden aus dem Verkehr gezogen, unter anderem für eine Blutentnahme in einem Krankenhaus. Gegen ihn laufen nun Verfahren wegen Verstoßes gegen die Coronaschutzverordnung und wegen Trunkenheits im Verkehr.

Dienstag, 18. Januar, 13.05 Uhr
Ministerium: Eltern lassen Kinder bei Demos Plakate zu Corona tragen
Nach Erkenntnissen des nordrhein-westfälischen Innenministeriums kommt es bei Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen vereinzelt vor, dass Eltern ihre Kinder Plakate tragen lassen. Es lägen aber keine Hinweise dafür vor, „wonach Kinder als „Schutzschilde“ missbraucht werden“, schreibt das Ministerium in einem Bericht an den Innenausschuss des Landtags. Unterdessen warnte das Ressort vor einer weiteren Instrumentalisierung der Proteste durch Rechtsextreme.

„In der Gesamtschau versuchen in den vergangenen Monaten sämtliche rechtsextremistische Organisationen verstärkt, Inhalte und Organisation zu beeinflussen. Dadurch besteht die Gefahr, dass sich die Veranstaltungen immer stärker radikalisieren“, führt das Ministerium in seinem Bericht an den Landtag aus. Zurzeit bewege sich der Anteil von Rechtsextremisten und Reichsbürgern unter den Teilnehmern „in Teilen bei bis zu zehn Prozent“.

Dienstag, 18. Januar, 12 Uhr
Fahrgast demoliert nach Masken-Ermahnung Schutzscheibe von Busfahrer
Nach der Aufforderung zum korrekten Tragen der Corona-Maske soll ein Busfahrgast in Hagen eine Plexiglasscheibe am Fahrerplatz demoliert haben. Der Busfahrer habe am Montag in einem Rückspiegel bemerkt, dass im hinteren Busbereich ein Mann den Mund-Nase-Schutz nicht korrekt getragen habe. Als er den Unbekannten aufgefordert habe, die Maske korrekt aufzusetzen, sei der Mann ausgeflippt, berichtete die Polizei am Dienstag. Er habe herumgeschrien und gefordert, ihn sofort aussteigen zu lassen.

Der Bus sei aber gerade auf einer Kreuzung gewesen und der Fahrer habe deshalb die Tür nicht geöffnet. Daraufhin habe der Randalierer mehrfach gegen die Plexiglasscheibe am Busfahrerplatz geschlagen, die zu dessen Schutz an der Seite zum Einstieg angebracht war. Die Scheibe riss dadurch ab. An der nächsten Haltestelle stieg der Mann aus und laut Polizei in ein auf in wartendes Auto ein. Die Polizei ermittelt nun wegen Sachbeschädigung. Der Busfahrer blieb unverletzt.

Dienstag, 18. Januar, 11.05 Uhr
Bundestag: Alice Weidel darf bald nicht mehr ins Plenum
Mit der Verkürzung des Genesenenstatus von sechs auf drei Monate werden im Bundestag voraussichtlich bald weitere Abgeordnete vorrangig aus der AfD auf die Tribüne ausweichen müssen, so etwa Fraktionschefin Alice Weidel. Sie ist nach eigenen Angaben nicht geimpft und hatte im November eine Corona-Infektion. Wie ein Sprecher am Montag auf Nachfrage mitteilte, hat ihr Genesenenstatus noch bis Anfang Februar Gültigkeit. „Sie wird dann auf der Tribüne Platz nehmen“, fügte er hinzu. Wie viele AfD-Abgeordnete darüber hinaus von der verkürzten Dauer des Genesenenstatus betroffen seien, lasse sich derzeit nicht sagen.

Alice Weidel, Fraktionsvorsitzende der AfD, verliert demnächst ihren Genesenenstatus.
Alice Weidel, Fraktionsvorsitzende der AfD, verliert demnächst ihren Genesenenstatus. © picture alliance/dpa

Im Bundestag gelten seit vergangener Woche verschärfte Corona-Regeln, gegen die in der AfD eine Klage erwogen wird: In den Plenarsaal oder in die Ausschusssäle dürfen nur noch Geimpfte oder Genesene mit zusätzlichem Test – Geboosterte brauchen keinen Test. Wer ungeimpft ist oder Corona noch nicht hatte, darf nur noch mit aktuellem negativen Test auf die Tribüne.

Dienstag, 18. Januar, 10.10 Uhr
Lauterbach spricht sich gegen Impfregister aus
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach plädiert für eine allgemeine Impfpflicht ohne ein erst noch zu schaffendes Impfregister. „Wir können die Impflicht auch monitorisieren ohne Impfregister“, sagte der SPD-Politiker am Dienstag im Deutschlandfunk. Er warne davor, auf ein Register zu setzen. „Der Aufbau eines Impfregisters dauert lange und ist auch datenschutzrechtlich nicht unumstritten.“ Auf Details einer Impfstatus-Kontrolle ohne Register wollte er aber nicht eingehen, um noch zu formulierenden Anträgen im Bundestag nicht vorzugreifen.

Zur Begründung einer allgemeinen Impfpflicht wies er auf die seiner Ansicht nach zu niedrige Impfquote hin. Das Virus könne sich auch noch einmal verändern, in dem es wie Omikron höchstansteckend bleibe, aber wieder tödlich wie Delta werde. „So etwas kann niemand ausschließen. Daher sind Werte von 80 Prozent deutlich zu niedrig.“

Lauterbach verteidigte, dass die genaueren PCR-Tests bei der Freitestung für ein vorzeitiges Quarantäne-Ende jetzt vorrangig für Gesundheits- und Pflegepersonal vorgehalten werden sollen. „Wir werden nicht genug PCR-Tests haben, da ist die Kapazität begrenzt“, sagte er. Für andere Gruppen wie in den Schulen sei ein Antigentest ausreichend. Für das Freitesten funktioniere dieser Test sehr gut. „Er funktioniert nicht ganz so gut am Anfang einer Infektion“, so Lauterbach, „er funktioniert aber sehr gut, wenn man zurück will.“

Dienstag, 18. Januar, 8.35 Uhr

Sieben-Tage-Inzidenz in NRW steigt steil an

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen in Nordrhein-Westfalen ist deutlich gestiegen. Nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) lag der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner am Dienstag bei 543,7 nach 504,8 am Vortag. Die NRW-Gesundheitsämter meldeten binnen 24 Stunden 18 411 Neuinfektionen – mehr als doppelt so viel wie am Montag. 31 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 kamen hinzu.

Den höchsten Inzidenzwert verzeichnete am Dienstag Wuppertal mit 953,5, gefolgt von Leverkusen (867,6) und Krefeld (838). Die niedrigsten Inzidenzen hatten Recklinghausen mit 203,1 und der Rhein-Kreis Neuss mit 272,1. Von den Corona-Infizierten kamen in NRW binnen einer Woche pro 100.000 Einwohner 2,84 ins Krankenhaus, wie das Landeszentrum für Gesundheit (LZG) am Dienstagmorgen meldete.

Dienstag, 18. Januar, 7.28 Uhr

Umfrage: Viele Unternehmen in NRW zahlen Corona-Prämien

Zahlreiche Unternehmen und Handwerksbetriebe in Nordrhein-Westfalen nutzen in der Pandemie die Möglichkeit einer steuer- und abgabenfreien Corona-Prämie für ihre Beschäftigten. Das zeigt eine Umfrage der „Rheinischen Post“. Demnach haben unter anderem Aldi Süd, die Deutsche Bahn, Deutsche Post, Deutsche Telekom, Eon, LEG Wohnen, die Metro, Rheinbahn, ThyssenKrupp Steel, Vodafone und der Immobilienkonzern Vonovia solche Prämien überwiesen oder planen dies noch. In der Regel erhielten große Teile der Belegschaft die Zahlungen.

Dienstag, 18. Januar, 6.32 Uhr

Kliniken: Noch keine gestiegenen Kündigungszahlen wegen Impfpflicht

Die ab Mitte März geltende einrichtungsbezogene Impfpflicht hat nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) bislang zu keinen gestiegenen Kündigungszahlen in Kliniken geführt. „Aktuell haben uns noch keine Meldungen aus den Krankenhäusern zu möglichen Kündigungen aufgrund der ab 15. März geltenden Impfpflicht erreicht“, sagte der DKG-Vorstandsvorsitzende Gerald Gaß der „Rheinischen Post“. Die Impfquote in den Krankenhäusern sei bundesweit mit mehr als 90 Prozent sehr hoch. „Aber es gibt regionale Unterschiede, und wir können nicht ausschließen, dass es an einzelnen Standorten auch zu Problemen kommen kann.“

Dienstag, 18. Januar, 5.54 Uhr

Belastung in Arztpraxen nimmt zu – Kinderärzte müssen Patienten wegschicken

Mit den steigenden Corona-Infektionszahlen in Deutschland nimmt die Belastung in den Arztpraxen zu. Kinderärztinnen und Kinderärzte müssen manche Patientinnen und Patienten sogar wegschicken. Der Berufsverband für Kinder und Jugendärzte (BVKJ) sehe einen deutlichen Anstieg der Infektionen, „sodass viele an ihre Grenzen kommen“, sagte der Bundespressesprecher, Jakob Maske, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

„In Einzelfällen kann es deswegen dazu kommen, dass Praxen Patientinnen und Patienten abweisen müssen.“ Dabei handele es sich jedoch um Infizierte, die beispielsweise einen PCR-Abstrich machen müssen. Die Versorgung von schwerkranken Kindern sei laut Maske gesichert.

Eine zunehmende Belastung erleben auch die Hausarztpraxen. „Die Belastung in den Praxen der niedergelassenen Hausärzte und Fachärzte ist hoch“, sagte KBV-Vorstandsvorsitzender Andreas Gassen dem RND. „Sie ist es während der gesamten Dauer der Pandemie gewesen und wir müssen damit rechnen, dass sie noch einmal deutlich steigen wird in den kommenden Wochen vor dem Hintergrund der stark zunehmenden Omikron-Zahlen.“

Dienstag, 18. Januar, 5.18 Uhr

Deutschlandweit 74.405 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 553,2

Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 553,2 an. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 74.405 Corona-Neuinfektionen. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 193 Todesfälle verzeichnet. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Montag mit 3,14 an (Sonntag 3,24).

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