Hendrik Wüst (r, CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, und Joachim Stamp (FDP), stellvertretender Ministerpräsident und Familienminister. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Coronavirus: NRW will Kontakte beschränken und Discos schließen – Liveblog

Der Landtag will am Mittwoch schärfere Maßnahmen für NRW beraten. Erörtert werden Disco-Schließungen, eine Impfpflicht, Kontakt-Begrenzungen, aber keine Geisterspiele. Die Lage im Überblick.

Über die Entwicklungen der Corona-Krise in NRW berichten wir hier aktuell im Liveblog.

  • Fallzahlen in NRW: 1.172.573 bestätigte Fälle – 98.300 aktuell Infizierte – 18.957 verstorbene Personen – Wocheninzidenz: 285,9 – Hospitalisierungsinzidenz: 3,84 (Stand: 30.11.2021).
  • Nach der Bund-Länder-Konferenz hat NRW-Ministerpräsident Wüst über die Ergebnisse berichtet. Beschlüsse sollen jetzt am Donnerstag gefasst werden. Zur Debatte stehen die Ausweitung der 2G-Regeln, eine allgemeine Impfpflicht, Kontaktbegrenzungen für Ungeimpfte, Begrenzungen für Großveranstaltungen und Fußballstadien.
  • Clubs und Discotheken sollen in NRW schließen, bei Fußballspielen soll die Kapazität der Stadien auf ein Drittel begrenzt werden. Das sind die Vorschläge der CDU- und FDP-Koalition in NRW. Auch eine Maskenpflicht im Unterricht und Kontaktbeschränkungen stehen zur Debatte..
  • Auch in NRW gibt es nun Verdachtsfälle der neuen Omikron-Variante des Coronavirus.
  • Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, fordert ein Verfallsdatum für Impfnachweise. Dann sollen sich Geimpfte boostern lassen, um weiter als Geimpfte zu gelten.
  • Alle Regeln, die bis zum 21. Dezember gelten, haben wir hier in 13 Punkten einfach erklärt.

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Dienstag, 30. November, 19.21 Uhr

In Dresden gelten wieder nächtliche Ausgangssperren
In Dresden gelten mit Überschreiten der Corona-Wocheninzidenz von 1000 ab Mittwoch nächtliche Ausgangssperren. Die sächsische Landeshauptstadt hatte den kritischen Wert am Dienstag erreicht. Er gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche an.

Bei einer Inzidenz von 1000 sieht die Corona-Notfallverordnung des Freistaates im jeweiligen Landkreis oder der Kreisfreien Stadt Ausgangssperren vor. Sie gelten in der Zeit von 22 Uhr bis 6 Uhr des Folgetages für alle Personen, die nicht vollständig geimpft oder genesen sind.

Das Verlassen der Wohnung ist in dieser Zeit ohne Impfstatus nur aus triftigen Gründen zulässig. Dazu gehören unter anderem der Weg zur Arbeit, der Besuch von Ehe- und Lebenspartnern oder die Betreuung hilfsbedürftiger Menschen.

Dienstag, 30. November, 17.28 Uhr

Ausweitung der 2G-Regeln, Impfpflicht, Begrenzung in Stadien

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst hat nach den Bund-Länder-Beratungen im Livestream erste Ergebnisse verkündet. „Die Ministerpräsidenten und der Bund sind überein gekommen, dass wir gemeinsam am Donnerstag ein umfangreiches Paket für Kontaktreduzierungen beschließen werden“, sagte Wüst.

Erörtert würden Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte, die Ausweitung der 2G-Regeln, die Vorbereitung einer allgemeinen Impfpflicht und Begrenzungen bei Großveranstaltungen und Fußballspielen. „Bilder wie vom Wochenende in Köln darf es und wird es nicht wieder geben“, sagte Wüst mit Bezug auf das Bundesliga-Spiel zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach.

Die Landesregierung will am Mittwoch angesichts der zugespitzten Corona-Lage über Schließungen von Diskotheken, Bars und Clubs beraten. Auch Kapazitätsbeschränkungen von Großveranstaltungen wie Fußballspielen sollen erörtert werden.

Das Bund-Länder-Treffen war zuvor ohne konkrete Beschlüsse auf Donnerstag vertagt worden. Man werde die Beschlüsse der Bund-Länder-Runde am Donnerstag abwarten, die man dann auch in Nordrhein-Westfalen umsetzen werde, sagte Wüst.



Dienstag, 30. November, 16.58 Uhr
Livestream: NRW-Ministerpräsident Wüst zur Umsetzung in NRW

Ministerpräsident Hendrik Wüst, Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz, informiert um 17 Uhr im Anschluss an die Bund-Länder-Beratungen zu den Ergebnissen der Gespräche von Bund und Ländern und zur Umsetzung in Nordrhein-Westfalen.


Dienstag, 30. November, 16.54 Uhr
Beschlüsse des Bund-Länder-Treffens auf Donnerstag vertagt

Das Bund-Länder-Treffen endete am Nachmittag ohne konkrete Beschlüsse. Allerdings ist für Donnerstag bereits eine neue Gesprächsrunde angesetzt. Bund und Länder planen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie härtere Maßnahmen wie zusätzliche Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte. Details sollen bis Donnerstag ausgearbeitet werden, um dann zu gemeinsamen Beschlüssen zu kommen, wie Regierungssprecher Steffen Seibert am Dienstag mitteilte.


Dienstag, 30. November, 15.50 Uhr
Discos und Clubs sollen in NRW schließen, aber: keine Geisterspiele

Die CDU debattiert darüber, in NRW Diskotheken und Clubs angesichts der Corona-Lage schließen. Außerdem könnte die Zuschauerzahl in Fußballstadien auf ein Drittel der Kapazität begrenzt werden, es soll aber keine „Geisterspiele“ in NRW geben. Nach Informationen der dpa handelt es sich dabei um eine nicht formell abgestimmte „Ideensammlung“ aus dem Koalitionsausschuss von CDU und FDP, die CDU-Fraktionschef Bodo Löttgen in seiner Fraktion vorgetragen hat. Einige der Punkte seien auf derzeitiger Rechtsgrundlage gar nicht allein von der Landesregierung umsetzbar, hieß es.

Die Landesregierung will am Mittwoch schärfere Corona-Maßnahmen für das bevölkerungsreichste Bundesland beschließen. Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat bereits Kontaktreduzierungen angekündigt. Auch soll die Maskenpflicht im Schulunterricht wieder eingeführt werden. Der Düsseldorfer Landtag wird in einer Sondersitzung über die Corona-Lage beraten.

Dienstag, 30. November, 14.45 Uhr
Scholz spricht sich für allgemeine Impfpflicht aus
Der voraussichtliche neue Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat in einer Bund-Länder-Schaltkonferenz am Dienstag Sympathien für eine allgemeine Impfpflicht gegen Corona gezeigt. Die Abstimmung darüber im Bundestag solle ohne Fraktionszwang stattfinden, sagte Scholz in der Runde, wie die Deutsche Presse-Agentur übereinstimmend aus mehreren Quellen erfuhr.


Dienstag, 30. November, 13.37 Uhr
Unionsgeführte Länder pochen auf konkrete Beschlüsse
Die unionsgeführten Länder sowie Baden-Württemberg dringen auf konkrete Mindestbeschlüsse bei den Beratungen mit der geschäftsführenden Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem voraussichtlichen Nachfolger Olaf Scholz (SPD) zur Corona-Pandemie. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur verständigten sich die sogenannten B-Länder vor den Beratungen an diesem Dienstag auf einen fünf Punkte umfassenden Forderungskatalog mit Schutzmaßnahmen.

Nach dem der dpa vorliegenden Beschlussentwurf mit Stand 30. November sollen ungeimpfte Menschen sich künftig nur mit maximal fünf Personen aus maximal zwei Hausständen treffen dürfen. Geimpfte, Genesene sowie Kinder unter zwölf Jahren würden bei der Gesamtpersonenzahl nicht mitgezählt. Ehegatten, Lebenspartner und Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft würden als ein Hausstand gelten, auch wenn sie keinen gemeinsamen Wohnsitz hätten.

Dienstag, 30. November, 13.15 Uhr
Viele Apotheker stehen für Corona-Impfungen bereit
Hunderte Apotheken in Nordrhein-Westfalen könnten nach Verbandsangaben bei einer Ausnahmegenehmigung zusätzlich zu den Ärzten ebenfalls gegen Corona impfen. „Es zählt jede derzeit verfügbare zusätzliche Impfstelle“, erklärte der Vorsitzende des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe, Thomas Rochell, am Dienstag. Denn angesichts neuer Virusvarianten und der Lage in den Krankenhäusern müssten möglichst viele Menschen möglichst schnell geimpft werden.

Mehr als 200 Apotheken in Westfalen-Lippe wären in der Lage, zeitnah Corona-Auffrischungsimpfungen vorzunehmen. Rund 320 Apothekerinnen und Apotheker in der Region hätten im Rahmen des Modellprojektes Grippeimpfungen bereits die notwendigen Schulungen absolviert und seien daher in der Lage, Spritzen zu setzen. Was die Impfstoffe angehe, seien Apotheker bereits Experten: Monatelang hätten viele von ihnen in den Impfzentren die Stoffe für die Ärzte aufbereitet.

Dienstag, 30. November, 12.56 Uhr
Lauterbach dämpft Hoffnungen auf alleinige Entlastung durch Impfbooster
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt vor zu viel Enthusiasmus durch schnelle Booster-Impfungen. Auf Twitter schrieb der Politiker, dass bei vielen die Hoffnung bestehe, Auffrischungsimpfungen würden eine Überlastung der Kliniken vermeiden weshalb eine Verschärfung der Maßnahmen nicht notwendig sei. Ein Trugschluss meint Lauterbauch: „Einfach wegboostern. Alles bleibt auf. Sorry. Das wird nicht reichen.“ Lauterbach plädiert daher für weitere Kontaktbeschränkungen sowie Schließungen.

Mit der neuen Corona-Variante Omikron haben sich auch mehrere Ministerpräsidenten für härtere Schutzmaßnahmen ausgesprochen. Am Dienstag treffen sich um 13 Uhr die geschäftsführende Kanzlerin Angela Merkel und ihr möglicher Nachfolger Olaf Scholz (SPD) mit den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder um telefonisch über weitere Maßnahmen zu beraten.

Dienstag, 30. November, 12.20 Uhr
Kindergartenkind bekommt für Quarantäne kein Schmerzensgeld
Eine Dreijährige bekommt für die Quarantäne wegen eines Corona-Falls in ihrem Kölner Kindergarten kein Schmerzensgeld. Darauf hatte das Mädchen - vertreten durch seine Eltern - geklagt. Behauptet worden sei, dass das Kindergartenkind durch die vom Kölner Gesundheitsamt angeordnete Quarantäne psychische Schäden erlitten habe. Es sei während der Isolation immer aggressiver geworden und habe unter Schlafstörungen gelitten. Die Familie forderte 3.000 Euro Schmerzensgeld.

Das Landgericht lehnte die Zahlung aber ab und sah die Klage als unbegründet an. Das Mädchen sei zu Recht als „Ansteckungsverdächtige“ eingestuft worden, da der Verdacht bestanden habe, dass es sich bei einem Kind seiner Gruppe mit Covid-19 infiziert haben könnte.

Dienstag, 30. November, 11.38 Uhr
Omikron: Biontech arbeitet schon an angepasstem Impfstoff
Der Mainzer Impfstoffhersteller Biontech arbeitet neben laufenden Labortests zur Untersuchung der neuen Corona-Variante Omikron auch an der Entwicklung eines angepassten Impfstoffs - vorbeugend für den Fall, dass dieser notwendig werden könnte. „Um keine Zeit zu verlieren, gehen wir diese beiden Aufgaben parallel an, bis die Daten vorliegen und wir mehr Informationen darüber haben, ob der Impfstoff angepasst werden sollte oder nicht“, teilte eine Biontech-Sprecherin am Montag mit.

Die beiden Arbeitsgänge überschneiden sich den Aufgaben zufolge teilweise. Als Beispiel wurde der Bauplan des Spike-Proteins für die Labortests mit dem Pseudovirus genannt, mit dem die Experimente durchgeführt werden. In den Labortests werden dabei Sera von Geimpften mit dem Spike-Protein der Variante konfrontiert. „Die Sera enthalten die Antikörper, die wir nach der Impfung haben“, erklärte die Biontech-Sprecherin. Es werde dann darauf geschaut, wie gut sie das neue Spike-Protein neutralisieren, also unschädlich machen.

Dienstag, 30. November, 11.12 Uhr
Omikron-Verdachtsfälle in Essen haben sich nicht bestätigt
Die Verdachtsfälle der Omikron-Corona-Variante in einer Essener Familie haben sich nicht bestätigt. Die beiden Betroffenen hätten eine seltene Delta-Form, aber nicht die neuartige Omikron-Virusvariante, teilte die Stadt Essen am Dienstagvormittag mit. Zuvor waren Proben der Erkrankten in der Essener Universitätsklinik sequenziert worden. Die beiden Erkrankten und zwei weitere Haushaltsmitglieder seien in Quarantäne, hatte die Stadt am Vortag gemeldet.

Zu diesen beiden Haushaltsmitgliedern hatte es am Montag unterschiedliche Angaben gegeben: Nach Angaben des Landes waren auch diese beiden Personen Corona-positiv, der Stadt zufolge sind sie nicht infiziert.

Dienstag, 30. November, 11 Uhr
Kanzleramtsminister Braun: „Beschlüsse sind für heute nicht geplant“
Der geschäftsführende Kanzleramtsminister Helge Braun hat die Erwartungen an die Bund-Länder-Beratungen zu Corona gebremst. „Beschlüsse sind für heute nicht geplant. Das war die Vorbedingung für das Treffen“, sagt der CDU-Politiker den Sendern RTL und ntv mit Blick auf die Abstimmung mit der SPD-Seite. „Aber ich fordere seit Tagen eine formelle Ministerpräsidentenkonferenz und dass wir eine Notbremse vereinbaren“, fügt er hinzu.

Dienstag, 30. November, 10.43 Uhr
Sondersitzung des Landtags zu Corona-Lage am Mittwoch
Der Landtag Nordrhein-Westfalens berät auf Antrag der Oppositionsfraktionen SPD und Grüne an diesem Mittwoch über die Corona-Lage. In der um 13 Uhr beginnenden Sondersitzung des Parlamentes werde ein Antrag der beiden Fraktionen behandelt, teilte ein Sprecher des Landtages am Dienstagmorgen in Düsseldorf mit.

Grünen-Fraktionschefin Josefine Paul hatte bereits in der vergangenen Woche die Landesregierung kritisiert, Nordrhein-Westfalen nutze nicht den gesamten Instrumentenkasten, den das Infektionsschutzgesetz des Bundes für Corona-Schutzmaßnahmen biete. SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty mahnte am Montag erneut, konsequent gegensteuern.


Dienstag, 30. November, 10.15 Uhr
Verfassungsgericht: Ausgangsbeschränkungen und Schulschließungen zulässig
Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung in der dritten Pandemie-Welle in einem Beschluss für zulässig erklärt.

In zwei Verfahren ging es um die sogenannte Bundes-Notbremse aus der dritten Pandemie-Welle im Frühjahr. Einmal richten sich die Klagen gegen die damals verhängten Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen, einmal gegen die Schulschließungen beziehungsweise gegen die Einführung des Wechselunterrichts.

Obwohl die Maßnahmen verhältnismäßig waren, merkte das Gericht an, dass umfassende Ausgangsbeschränkungen nur in einer äußersten Gefahrenlage in Betracht kämen. Außerdem könne die Fortbewegungsfreiheit nicht nur physisch eingeschränkt werden. „In die Freiheit kann auch durch allein psychisch vermittelt wirkenden Zwang eingegriffen werden“, erklärten die Richter in ihrem Beschluss.

Dienstag, 30. November, 8.53 Uhr

Corona-Inzidenz steigt in NRW weiter

In Nordrhein-Westfalen ist die Corona-Inzidenz entgegen des deutlich höheren bundesweiten Infektionsgeschehens weiter gestiegen. Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche lag laut Robert Koch-Institut (RKI) am Dienstag bei 285,9 nach 276,8 am Montag und 249,0 vor einer Woche. Innerhalb von 24 Stunden wurden 8037 neue Covid-19-Fälle und 58 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit der Krankheit registriert. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt im bevölkerungsreichsten Bundesland allerdings weiter deutlich unter dem bundesweiten Wert von aktuell 452,2.

Die Zahl der in den Krankenhäusern aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen beträgt laut den Daten der Landesregierung 4,14 nach 3,84 am Montag und 4,22 vor einer Woche. Mit Stand Dienstag wurden nach Angaben der Landesregierung 2832 Covid-Patienten in NRW-Krankenhäusern behandelt. Das sind 145 mehr als am Montag und 417 mehr als vor einer Woche. Davon werden 705 aktuell auf Intensivstationen behandelt.

Dienstag, 30. November, 8.05 Uhr

NRW-Kommunen bitten wegen Corona zunehmend Bundeswehr um Hilfe

Angesichts der stark steigenden Corona-Infektionszahlen bitten nordrhein-westfälische Kommunen wieder zunehmend die Bundeswehr um Hilfe. Aktuell seien aufgrund von 35 Hilfeleistungsanträgen in NRW bereits fast 500 Unterstützungskräfte im Einsatz, sagte ein Sprecher des Bundeswehr-Landeskommandos NRW.

Sie würden meist bei der Kontaktnachverfolgung oder für den Betrieb kommunaler Impfzentren eingesetzt. Acht weitere Hilfeleistungsanträge seien derzeit in Bearbeitung. Sobald sie bewilligt seien, gingen rund 100 weitere Soldaten in Nordrhein-Westfalen in den Einsatz.

Dienstag, 30. November, 7.11 Uhr

Bildungsgewerkschaft: Schulen so lange wie möglich offen halten

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) appelliert in der aktuellen Corona-Lage an die Politik, mögliche Schulschließungen als letztes in Erwägung zu ziehen. „Dass Massenveranstaltungen stattfinden und Schulen geschlossen werden, das geht nicht“, sagte die Gewerkschaftsvorsitzende Maike Finnern der Deutschen Presse-Agentur. „Aber wenn wir sehen, dass die Einschränkungen über Absagen oder eine Reduzierung von Massenveranstaltungen nicht reichen, dann kann es in einzelnen Bereichen sein, dass man darüber nachdenken muss, Schulen für ein, zwei Wochen in den Distanzunterricht zu schicken.“ Sie sprach von Einzelfällen, in denen dies notwendig sein könne. „Aber es darf auf keinen Fall eine Schließung für mehrere Wochen oder Monate werden, so wie wir das im vergangenen Winter hatten.“

Dienstag, 30. November, 6.02 Uhr

Bund und Länder wollen heute Corona-Maßnahmen verschärfen

Ursprünglich war das nächste Treffen zur Beratung über die aktuelle Corona-Lage erst für den 9. Dezember angesetzt. Allerdings reißt die Kette an neuen Höchstständen bei den Corona-Infektionszahlen nicht ab, auch die neue Virusvariante Omikron bereitet zahlreichen Fachleuten Sorgen. Deswegen entscheiden Bund und Länder bereits heute (Beratung ab 13 Uhr) über verschärfte Maßnahmen - die Sitzung des NRW-Kabinetts, das auch neue Regeln erlassen wollte, wird deshalb verschoben.

Darum geht es heute:

  • Für mehr Tempo bei den Impfungen sollen künftig auch Apotheken und Zahnärzte mit in die Impfkampagne einbezogen werden.
  • Die erst am 25. November ausgelaufene „epidemische Lage von nationaler Tragweite“ könnte doch wieder festgestellt werden.
  • Die von den Ampel-Fraktionen verkleinerte Maßnahmenliste unabhängig von der epidemischen Lage könnte erweitert werden. Dann könnten wieder landesweit pauschale Schließungen von Gaststätten und Läden beschlossen werden.
  • Eine neue oder niedrigere Schwellen für zusätzliche Auflagen und Beschränkungen bei hohen Infektionszahlen oder Klinikbelastungen.
  • Die 2G-plus-Regel für Veranstaltungen innerhalb und außerhalb geschlossener Räume.
  • Eine generelle Schließung von Clubs und Diskotheken.
  • Kapazitätsgrenzen für die Spiele der Fußball-Bundesliga.
  • Die Bundesnotbremse könnte erneut beschlossen werden. Dazu steht am Morgen allerdings noch eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts an.
  • Es zeichnet sich ab, dass der Bundestag demnächst über eine allgemeine Impfpflicht beraten und ohne Fraktionszwang darüber abstimmen wird.

Dienstag, 30. November, 5.19 Uhr

Deutschlandweit 45.753 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 452,2

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist im Vergleich zum Vortag erstmals seit mehr als drei Wochen wieder leicht gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 452,2 an. Am Montag war ein Höchstwert von 452,4 erreicht worden. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 45 753 Corona-Neuinfektionen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 388 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 309 Todesfälle. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Montag mit 5,52 an (Freitag: 5,97).

Montag, 29. November, 22.34 Uhr

Frankfurt muss Impf-Aktion mangels Impfstoff absagen

Die Stadt Frankfurt sieht ihre Impfkampagne durch fehlenden Impfstoff ausgebremst. Obwohl die Impfaktionen des Gesundheitsamtes von den Bürgerinnen und Bürgern sehr gut angenommen würden und die Nachfrage zuletzt stark angezogen habe, müsse die Stadt nun ihre Impfangebote einschränken - weil die vom Gesundheitsamt bestellten Impfstoffmengen von Seiten des Bundes einseitig reduziert worden seien, teilte das Gesundheitsamt mit.

Von diesem Dienstag an seien keine Impfungen an der Hauptwache mehr möglich. „Auch Sonderimpfaktionen müssen abgesagt werden“, hieß es. Auch für die erst am Morgen gestartete Neuauflage des Impf-Expresses in einer Straßenbahn reiche es nicht mehr, die Aktion müsse pausieren.

Statt der bestellten 19.380 Dosen erhalte Hessens größte Stadt nur rund 6000 Impfdosen des Impfstoffes Comirnaty von Biontech und maximal 4000 Dosen Spikevax von Moderna.

Montag, 29. November, 21.11 Uhr

Was muss geschehen, um die Corona-Lage in den Griff zu bekommen?

Die Corona-Fallzahlen schießen in die Höhe und die neue Omikron-Variante des Virus sorgt für Verunsicherung. Was muss und kann jetzt passieren, um die Situation wieder in den Griff zu bekommen? Darüber sprechen Ulrich Breulmann und Jens Ostrowski im Video-Kollegengespräch.

Montag, 29. November, 19.56 Uhr

Biontech zieht Lieferung von Millionen Impfdosen vor

Der Mainzer Impfstoffhersteller Biontech zieht angesichts der großen Impf-Nachfrage die Lieferung von Millionen Impfdosen an Deutschland vor. In dieser Woche werde der Bund 5,8 Millionen Impfdosen erhalten, weil eine eigentlich erst für kommende Woche vorgesehene Liefercharge von 2,9 Millionen Dosen auf diese Woche vorgezogen werde, teilte eine Unternehmenssprecherin am Montagabend mit. Zuvor hatte der „Spiegel“ darüber berichtet.

Demnach reagiert Biontech mit dem Schritt auf den hochschnellenden Bedarf an Auffrischungsimpfungen. Im Laufe des Dezembers wolle Biontech zwei Chargen liefern: nochmals 2,9 Millionen Dosen in der übernächsten Woche sowie 2,4 Millionen Dosen Kinder-Impfstoff kurz vor Weihnachten, hieß es in dem Bericht. Diese Zahlen gehen auch aus einer Übersicht des Bundesgesundheitsministerium mit Lieferprognosen der Hersteller hervor, die auf den 18. November datiert ist.

Montag, 29. November, 18.10 Uhr

Ungeimpfte müssen 5- bis 15-fach so oft ins Krankenhaus wie Geimpfte

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat ihre wissenschaftliche Begründung zu Auffrischimpfungen für alle Erwachsenen vorgelegt. Die Zahl der Covid-19-Krankenhausaufnahmen sei bei ihnen je nach Alter und Region 5- bis 15-­fach höher als bei Geimpften, heißt es im Fazit des Papiers. Die Zahl der noch nicht geimpften Erwachsenen in Deutschland wird darin mit rund 15 Millionen angegeben. Dies trage maßgeblich zur vierten Welle und zur hohen Zahl an Covid-19-Patienten in Krankenhäusern bei, schreibt das Gremium.

Montag, 29. November, 16.55 Uhr
G7-Gesundheitsminister beraten über Omikron-Variante

Die Gesundheitsminister der G7-Staaten haben am Montag ihre Beratungen über die Omikron-Variante des Coronavirus begonnen. Das bestätigte ein Sprecher der britischen Regierung, die das außerplanmäßige virtuelle Treffen zuvor einberufen hatte. Großbritannien hat noch bis Jahresende den Vorsitz der G7-Staaten inne. Zur Gruppe der G7-Staaten gehören neben Großbritannien und Deutschland auch die USA, Frankreich, Italien, Japan und Kanada.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die zunächst im Süden Afrikas entdeckte Omikron-Variante als „besorgniserregend“ eingestuft. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC spricht von ernsthaften Sorgen, dass Omikron die Wirksamkeit der Impfstoffe erheblich verringern und das Risiko von Reinfektionen erhöhen könnte. Welche genauen Auswirkungen die Mutante hat, steht noch nicht fest.

Montag, 29. November, 15.08 Uhr

Auch Einschränkungen für Fußball-Fans

Fußball-Fans müssen sich in Nordrhein-Westfalen auf schärfere Corona-Einschränkungen gefasst machen. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) äußerte sich im ARD-„Mittagsmagazin“ kritisch über Bilder aus vollen Stadien. „Wir haben ja Bilder gesehen am Wochenende - auch vom Fußball. Auf der anderen Seite kommen aus anderen Bundesländern - weil wir noch Kapazitäten haben, weil bei uns die Lage noch beherrschbar ist - kommen Patienten zu uns eingeflogen“, sagte Wüst. „Das sind Dinge, die nicht zusammen passen. Und an solche Sachen werden wir auch ran gehen.“

Gleichzeitig drang der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz darauf, möglichst schnell bundeseinheitliche Schutzmaßnahmen zu ergreifen. „Wir können nicht warten, bis ein neuer Kanzler gewählt wird. Daher braucht es diese Abstimmung in den nächsten Tagen - am besten schon morgen“, sagte er.

Montag, 29. November, 14.52 Uhr
Wüst: Kontaktbeschränkungen noch diese Woche
Angesichts der sprunghaft steigenden Corona-Zahlen will NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) noch in dieser Woche weitere Kontaktreduzierungen umsetzen. „Die Wissenschaft mahnt uns dazu, Kontaktreduzierungen zu verschärfen und da deutlich besser aufzupassen“, sagte Wüst am Montag im Radiosender WDR 2. „Das werden wir noch in dieser Woche umsetzen.“
Am Dienstag wird das Landeskabinett über weitere kontaktreduzierende Maßnahmen beraten.


Wüst sprach sich zudem für ein einheitliches Vorgehen von Bund und Ländern aus. „Das Thema Kontaktreduktion müssen wir möglichst gemeinsam und einheitlich ausgestalten“, sagte Wüst, der auch Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) ist. Er drängte erneut auf ein vorgezogenes Bund-Länder-Treffen noch in dieser Woche.

Montag, 29. November, 14.12 Uhr
Ministerium: Derzeit sechs Omikron-Verdachtsfälle in NRW
In Nordrhein-Westfalen gibt es nach Informationen des Gesundheitsministeriums derzeit insgesamt sechs Verdachtsfälle der neuen Omikron-Variante des Coronavirus. Dabei geht es einem Überblick von Montagmittag zufolge um vier Verdachtsfälle in Essen, einen Verdachtsfall in Düsseldorf und einen Verdachtsfall im Kreis Kleve. Das sagte ein Ministeriumssprecher auf Anfrage der dpa.

Der Kreis Kleve teilte mit, dass sich um einen Verdachtsfall in Rees handele. Die vollständig immunisierte Person sei mit ihrem Partner am 24. November in Frankfurt am Main aus Südafrika eingetroffen. Am Folgetag seien dann Krankheitssymptome aufgetreten. Ein PCR-Test fiel den Angaben zufolge positiv aus. Beide Personen befänden sich in Quarantäne. Bisher wurde laut dem Kreis eine weitere Kontaktperson ermittelt.

Montag, 29. November, 13.50 Uhr
Kutschaty fordert Schließungen und Kontaktbeschränkungen
Angesichts der zugespitzten Corona-Lage fordert SPD-Oppositionsführer Thomas Kutschaty die sofortige Schließung von Bars, Clubs und Diskotheken. Außerdem müsse es strengere Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte geben, sagte Kutschaty am Montag in Düsseldorf. So sollten sich nicht geimpfte Personen nur noch mit maximal zwei Haushalten und höchstens zehn Personen treffen dürfen, schlug der SPD-Landtagsfraktionschef vor. Auch Großveranstaltungen sollten nicht mehr stattfinden. Fußballspiele sollten nur noch ohne Publikum laufen.

SPD-Vorsitzender Thomas Kutschaty (SPD), spricht sich für Kontaktbeschränkungen aus.
SPD-Vorsitzender Thomas Kutschaty (SPD), spricht sich für Kontaktbeschränkungen aus. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

Die von NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) angekündigte Wiedereinführung der Maskenpflicht im Unterricht nannte Kutschaty einen richtigen Schritt. Es sei aber falsch gewesen, die Maskenpflicht im Unterricht überhaupt abgeschafft zu haben. Auch Schulen seien Infektionstreiber. Kutschaty sprach sich auch für noch engmaschigere Corona-Tests an Schulen aus. Schülerinnen und Schüler sollten jeden Tag und nicht nur alle zwei Tage getestet werden. Die Schüler müssten auch für die Weihnachtsferien Tests mit nach Hause bekommen.

Montag, 29. November, 13.20 Uhr
Lauterbach stellt Schließung von Bars und Clubs in Aussicht
Die Ampel-Koalition will nach den Worten des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach die Corona-Maßnahmen kurzfristig verschärfen. Es werde „noch in dieser Woche“ entsprechende Vorschläge geben, kündigte Lauterbach am Montag im Fernsehsender Phoenix an. Angesichts hoher Infektionszahlen ist nach Lauterbachs Einschätzung eine Schließung von Bars, Clubs und Diskotheken unumgänglich. Darüber hinaus werde es wahrscheinlich eine verbindliche Maskenpflicht an Schulen geben sowie weitere Einschränkungen für Ungeimpfte.

Hintergrund der Verschärfungen ist auch die neue Omikron-Variante des Virus, die nach Lauterbachs Worten „zur Unzeit“ kommt. Es gebe nichts Schlimmeres, als während einer schweren Infektionswelle noch eine gefährlichere Mutation zu bekommen. Deshalb warb er noch einmal eindringlich für Impfungen: „Die Booster-Impfung ist wahrscheinlich unsere mit Abstand schärfste Waffe.“

Montag, 29. November, 12.40 Uhr
Essener Omikron-Verdachtsfall hat milden Verlauf - Dienstag Ergebnis
Der Essener Verdachtsfall der neuen Omikron-Variante des Coronavirus hat bisher einen milden Krankheitsverlauf. Die Person befinde sich in angeordneter, häuslicher Quarantäne. Die Kontakte würden über das Gesundheitsamt nachverfolgt, teilte die Stadt Essen am Montag mit.

Eine Bestätigung für das tatsächliche Vorliegen der Omikron-Variante gab es am Montag noch nicht. Das Ergebnis der Sequenzierung werde im Laufe des Dienstag erwartet, teilte die Stadt mit. Nachfrage zu Alter, Geschlecht und Einreiseweg der Person beantwortete die Stadt nicht.

Montag, 29. November, 12.17 Uhr
Gebauer will Maskenpflicht im Unterricht wieder einführen
Nordrhein-Westfalens Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) will die Maskenpflicht im Unterricht wieder einführen.

Sie werde dem Kabinett die Rückkehr zur Maskenpflicht am Sitzplatz für alle Schulen empfehlen, kündigte sie am Montag an.

Montag, 29. November, 12.15 Uhr
NRW will coronabedingte Einschränkungen verschärfen
Nordrhein-Westfalen bereitet weitere Verschärfungen bei den Corona-Maßnahmen vor. Wie die Deutsche Presse-Agentur in Düsseldorf am Montag aus Regierungskreisen erfuhr, wird das Landeskabinett an diesem Dienstag über weitere kontaktreduzierende Maßnahmen beraten.

Dabei soll es den Informationen zufolge insbesondere um Großveranstaltungen und weitere Orte mit besonderem Infektionsrisiko gehen. In Deutschland hat unter anderem die Debatte Fahrt aufgenommen, ob angesichts steigender Infektionszahlen weiterhin Zuschauer in Sportstadien erlaubt werden sollten.

Zudem wird erwartet, dass das Kabinett auf Initiative von Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) über die Wiedereinführung der Maskenpflicht am Platz im Schulunterricht berät. Am Dienstagmittag werden Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und sein Stellvertreter, Familienminister Joachim Stamp (FDP), über die Ergebnisse informieren.

Montag, 29. November, 12.04 Uhr
Erste Partei fordert: Duisburger Weihnachtsmarkt sofort schließen
Wegen der hohen Infektionszahlen und der neuen Omikron-Variante fordert die Duisburger FDP, den Weihnachtsmarkt in der Innenstadt zu schließen. Wie die WAZ berichtet, hätten Ratsvertreter sich an die Partei gewandt und fehlende Abstandsregelung kritisiert. Menschen würden teilweise ohne Maske herumlaufen und Ordnungskräfte seien nur vereinzelt zu sehen.

Montag, 29. November, 11.34 Uhr
WHO warnt vor globaler Ausbreitung der Omikron-Variante
Von der neuen Coronavirus-Variante Omikron geht nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein weltweit insgesamt „sehr hohes“ Risiko aus. Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren globalen Ausbreitung sei groß, warnte die WHO am Montag in einem Schreiben an ihre 194 Mitgliedsstaaten. Es sei mit steigenden Covid-19-Fallzahlen zu rechnen.

In einigen Gebieten drohten ernsthafte Folgen. Auch bei geimpften Personen dürfte es Infektionen und Covid-19-Erkrankungen geben, „wenn auch in einem kleinen und vorhersehbaren Verhältnis“. Die WHO rief dazu auf, das Impftempo bei Hochrisikogruppen zu beschleunigen und sicherzustellen, dass Pläne zur Eindämmung in Kraft seien, um wesentliche Teile des Gesundheitssystems aufrechtzuerhalten.

Montag, 29. November, 11 Uhr
Ehepaar nach Flucht aus Quarantäne-Hotel in Flugzeug festgenommen
In den Niederlanden ist ein Ehepaar aus einem Quarantäne-Hotel für positiv auf Corona getestete Reisende aus Südafrika geflohen. Die Grenzpolizei am Amsterdamer Flughafen Schiphol nahm den Mann aus Spanien und die Frau aus Portugal am Sonntagabend in einem Flugzeug fest, das nach Spanien starten sollte.

Wie das Paar aus dem Quarantäne-Hotel in der Nähe des Flughafens entkommen konnte, sei ein Rätsel, sagte ein Sprecher der Grenzpolizei nach Angaben des Senders NOS. „Verschiedene Einheiten sorgen dafür, dass niemand in das Hotel oder heraus gelangt, darunter auch die Grenzpolizei.“ Unklar ist den Polizeiangaben zufolge auch, wie die beiden in das Flugzeug gelangen konnten. Nach ihrer Festnahme wurden sie der niederländischen Gesundheitsbehörde übergeben und wieder unter Quarantäne gestellt.

Die Polizei erstattete Anzeige wegen Verletzung der gesetzlichen Quarantänepflicht. Über ein Strafverfahren wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit müsse nun die Staatsanwaltschaft entscheiden, sagte der Sprecher.

Montag, 29. November, 10.25 Uhr
Anfeindungen wegen Impfaktion in Essener Moschee
In der Essener Salahu d-Din-Moscheehat es am Samstag eine große Impfaktion gegeben. Nicht nur Mitglieder der Gemeinde stellten sich in die lange Schlange, auch viele Bürger aus den umliegenden Stadtteilen nahmen die Impfaktion der Stadt wahr. Der islamische Verein hatte dafür zum zweiten Mal seine Räume zur Verfügung gestellt. Vor drei Wochen hatte sich auch der Imam zum zweiten Mal impfen lassen.

Die Gemeinde selbst wurde wegen der Impfaktion im Internet angefeindet. Das islamische Zentrum macht sich für die Corona-Impfung stark und klärt auf. „Wir haben oft nach dem Gebet mit denen gesprochen, die Angst hatten oder skeptisch waren“, erzählt El Sayed. Die Impfquote innerhalb der Gemeinde sei dadurch angestiegen.

Montag, 29. November, 8.41 Uhr

Corona-Inzidenz steigt in NRW leicht

In Nordrhein-Westfalen ist die Corona-Inzidenz leicht gestiegen. Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche lag laut Robert Koch-Institut (RKI) am Montag bei 276,8 - nach 276,4 am Sonntag. Innerhalb von 24 Stunden wurden 3374 neue Covid-19-Fälle und vier weitere Todesfälle im Zusammenhang mit der Krankheit registriert.

Mit Stand Montag wurden nach Angaben der Landesregierung 2687 Covid-Patienten in NRW-Krankenhäusern behandelt. Davon lagen 697 auf Intensivstationen, 364 mussten künstlich beatmet werden. Den Angaben zufolge standen im bevölkerungsreichsten Bundesland noch 320 freie Intensivbetten mit Beatmung zur Verfügung.

Montag, 29. November, 7.35 Uhr

Städtetag fordert Beteiligung der Kommunen am Corona-Krisenstab

Der Deutsche Städtetag hat eine Beteiligung der Kommunen am geplanten ständigen Corona-Krisenstab im Kanzleramt verlangt. „Der neue Corona-Krisenstab muss sofort starten und die Städte gehören mit an den Tisch“, sagte Städtetagspräsident Markus Lewe (CDU) den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). Mit der neuen Virusvariante Omikron spitze sich die Situation zu. Zügige Entscheidungen seien notwendig.

„Die Expertise der Städte ist dafür unentbehrlich, denn dort wird die Arbeit gemacht und die Corona-Maßnahmen vor Ort umgesetzt.“ Lewe betonte: „Die Zeit von Bund-Länder-Gipfeln zu Corona sollte jetzt vorbei sein.“ Auf die Einrichtung eines ständigen Bund-Länder-Krisenstabs hatten sich die künftigen Regierungspartner verständigt.

Montag, 29. November, 6.19 Uhr

Experten: Omikron könnte in HIV-Patienten entstanden sein

Die überraschend viele Mutationen tragende Corona-Variante Omikron könnte Experten zufolge in einem Patienten mit HIV oder einer anderen Form der Immunschwäche entstanden sein. Das sei denkbar und wahrscheinlich, ähnliche Befunde seien in anderen Fällen bereits publiziert worden, sagte Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI), der Nachrichtenagentur dpa. In Menschen mit geschwächtem Immunsystem könne sich das Virus über viele Wochen vermehren, so Watzl.

„Dabei können immer wieder vereinzelt Mutationen auftreten, die dem Virus eventuell keinen Vorteil bringen, die sich aber aufgrund der fehlenden Kontrolle durch das Immunsystem dennoch weiter vermehren können.“ Damit könnten zusätzliche Mutationen entstehen, die dann in der Kombination eventuell einen Vorteil brächten. „Die vielen Mutationen sprechen für Entstehung in HIV-Patienten“, hatte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach schon am Freitag getwittert.

Montag, 29. November, 5.23 Uhr

Deutschlandweit 29.364 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 452,4

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut gestiegen und hat einen Höchststand erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 452,4 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 446,7 gelegen, vor einer Woche bei 386,5 (Vormonat: 64,3). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 29.364 Corona-Neuinfektionen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 73 Todesfälle verzeichnet. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 5,97 an (Donnerstag: 5,79).

Sonntag, 28. November, 21.16 Uhr

Nachbarstaaten bieten Hilfe Covid-Patienten an

Mehrere Staaten haben angeboten, Covid-Intensivpatienten aus Baden-Württemberg aufzunehmen. Das baden-württembergische Staatsministerium bestätigte am Samstag, dass es Unterstützungsangebote aus der Schweiz, der französischen Region Grand Est und der italienischen Region Lombardei gebe.

Baden-Württembergs Regierungssprecher Arne Braun sagte, Frankreich wolle Covid-Intensivpatienten aus Baden-Württemberg in Kliniken im Elsass aufnehmen. Die Landesregierung sei dankbar für dieses Angebot. Es sei zunächst noch nicht zu so einer Verlegung gekommen, es könne aber gut sein, dass man das Angebot annehmen müsse. Auf dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 waren französische Covid-Intensivpatienten nach Baden-Württemberg verlegt worden.

Die bisherigen Verlegungen von Intensivpatienten innerhalb Deutschlands wegen der regionalen Überlastung von Intensivstationen reichen nach Ansicht des Grünen-Gesundheitsexperten Janosch Dahmen womöglich nicht aus. „Anhand der Neuinfektionszahlen müssen wir davon ausgehen, dass Hunderte Intensivpatienten verlegt werden müssen“, sagte Dahmen der „Welt am Sonntag“.

Sonntag, 28. November, 20.37 Uhr

NRW meldet erste Omikron-Verdachtsfälle

Auch in Nordrhein-Westfalen gibt es nun Verdachtsfälle der neuen Omikron-Variante des Coronavirus. Es gebe in Essen und in Düsseldorf erste Verdachtsfälle, die jetzt mittels Sequenzierung überprüft werden, sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Die „Rheinische Post“ (Sonntag/Printausgabe Montag) hatte darüber zuerst berichtet. Ein Sprecher des Ministeriums sagte auf dpa-Anfrage, es könne wahrscheinlich erst am Montag gesagt werden, um wie viele Verdachtsfälle es sich handelt

Sonntag, 28. November, 19.29 Uhr

Dramatische Lage in Sachsen - weitere Patienten verlegt

Die Situation im Corona-Hotspot Sachsen bleibt dramatisch. Der Trend nach oben bei den Neuinfektionen hielt am Wochenende an - inzwischen liegen acht der zehn Landkreise und die Stadt Chemnitz über der 1000er-Marke bei der Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Wegen der Überlastung von Krankenhäusern und Kliniken wurden weitere Patienten in andere Bundesländer verlegt.

Die für Corona-Patienten zur Verfügung stehenden Betten sind weiter knapp, die Normalstationen zu 90 Prozent und die Intensivstationen zu knapp 95 Prozent ausgelastet. Dort waren laut der Übersicht des Sozialministeriums am Sonntag 575 von 606 Plätzen belegt.

Per Hubschrauber und Ambulanzflugzeug wurden zehn Patienten nach Göttingen und Osnabrück (Niedersachsen), Bielefeld (Nordrhein-Westfalen), Rostock und Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) sowie Bremen geflogen, aus Dresden, Freiberg, Adorf und Zschopau (Vogtland) und Rodewisch im Erzgebirgskreis. Dort ging die Inzidenz-Kurve weiter nach oben, auf 2021,9. Es bleibt die Region mit dem Höchstwert in Deutschland.

Sonntag, 28. November, 18.34 Uhr

Bayrische Minister bitten Medizinstudenten um Hilfe

Bayerns medizinischer Nachwuchs soll sich aktiv in die Hilfe im Kampf gegen die Corona-Pandemie einbringen. Einen entsprechenden Aufruf veröffentlichten Gesundheitsminister Klaus Holetschek und Wissenschaftsminister Bernd Sibler (beide CSU) gemeinsam mit den ärztlichen Direktoren der bayerischen Universitätskliniken in Regensburg, München, Erlangen, Würzburg und Augsburg. „Bringen Sie sich ein und packen Sie mit an! Jede helfende Hand wird gebraucht“, sagte Sibler an die Studierenden der Medizin gewandt.

Eingesetzt werden könnten sie etwa zur Beratung an Impf-Hotlines oder in Impfzentren aber auch in der Pflege. „Von Labor über Unterstützung in der Pflege bis hin zur Arbeit im Impfzentrum oder in der Verwaltung: Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig“, sagte Holetschek.

Sonntag, 28. November, 17.27 Uhr

NRW-Gesundheitsministerium warnt vor digital überwachten Selbsttests

Mit Blick auf die 3G-Pflicht am Arbeitsplatz hat das Gesundheitsministerium in NRW vor digital überwachten Selbsttests gewarnt. Die auf diesem Wege ausgestellten Zertifikate seien ungültig, betonte das Ministerium. Nur Tests, die vor Ort durch Dritte gemacht oder überwacht werden, könnten mit einem 3G-fähigen Zertifikat bestätigt werden.

Es sei sogar eine Ordnungswidrigkeit, Ergebnisse eines digitalen Tests im Rechtsverkehr - etwa bei Zugangskontrollen - zu verwenden. Nachweise dürften nur vorgesehene Teststellen oder Arbeitgeber ausstellen, die sich für die sogenannte Beschäftigtentestung registriert haben. Geschultes Personal kann vor Ort einen Abstrich nehmen oder einen Selbsttest beaufsichtigen.

Sonntag, 28. November, 15.59 Uhr

Moderna arbeitet an Omikron-Impfstoff

Impfstoffhersteller Moderna arbeitet an einem Impfstoff gegen die Omikron-Variante. Hunderte der Mitarbeiter hätten direkt nach ersten Veröffentlichungen zur Mutante an Thanksgiving angefangen, an einer Anpassung des Corona-Impfstoffs zu arbeiten, sagte Paul Burton, Chef des Pharmakonzerns.

Sonntag, 28. November, 14.34 Uhr

Verdacht auf Infektion mit Omikron in Hessen bestätigt

In Hessen ist ein Fall der neuen Coronavirus-Variante Omikron nachgewiesen worden. Die Sequenzierung habe die Variante bei dem am Samstag bekanntgegebenen Verdachtsfall bestätigt, teilte Hessens Sozialminister Kai Klose auf Twitter mit.

Bei der betroffenen Person handelt es sich den Angaben zufolge um einen Reiserückkehrer aus Südafrika. Sie stamme aus dem Rhein-Main-Gebiet. Die Person war nach Angaben des Ministeriums schon am 21. November aus Südafrika in Frankfurt angekommen. Zu diesem Zeitpunkt sei Südafrika weder als Hochrisiko- noch als Virusvariantengebiet eingestuft gewesen. Sie war den Angaben zufolge vollständig geimpft, entwickelte dann im Laufe der Woche Symptome und ließ sich testen.

Sonntag, 28. November, 13.23 Uhr

Montgomery fordert Verfallsdatum für Impfnachweis

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, fordert eine Befristung des Impfstatus. „Jede Impfung muss ein Verfallsdatum bekommen“, sagte der Mediziner den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Online Sonntag, Print Montag). Wenn eine Impfung länger zurückliege, falle der Geimpfte dann automatisch wieder zurück in den Status des Ungeimpften. Wer sich boostern lasse, gelte wieder als geimpft. Dazu müsse jetzt geklärt werden, wie lange der Impfschutz jeweils halte und wann dieses Verfallsdatum angesetzt werden müsse.

In Frankreich sollen Booster-Impfungen in Zukunft verpflichtend sein, um den Status „geimpft“ zu behalten. „Die Regelung brauchen wir auch in Deutschland“, forderte Montgomery. Die EU-Kommission hatte Ende der Woche ebenfalls eine Auffrischungsimpfung gegen Corona als Voraussetzung für die weitere Gültigkeit des digitalen Covid-Zertifikats der EU vorgeschlagen.

Sonntag, 28. November, 12.40 Uhr

RKI meldet 5835 neue Corona-Fälle - Inzidenz fast konstant

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat am Sonntag 5835 neue Coronafälle binnen 24 Stunden in Nordrhein-Westfalen gemeldet. Die Zahl liegt deutlich unter dem Wert vom Samstag (8941); allerdings ist das Bild wegen Meldeverzögerungen am Wochenende häufig nicht repräsentativ. Die Inzidenz lag mit 276,4 Infektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen knapp unter dem Samstagswert von 278,5.

Elf Menschen starben innerhalb eines Tages im Zusammenhang mit der Krankheit. Die Inzidenz liegt in NRW weiter deutlich unter dem bundesweiten Wert, den das RKI am Sonntag mit 446,7 angab. Zur Zahl der Corona-Patienten in NRW-Krankenhäusern und der freien Betten gab es am Sonntag keine aktualisierten Daten der Landesregierung.

Sonntag, 28. November, 11.28 Uhr

Südafrikas Ärzte: Omikron-Patienten bislang nicht in Lebensgefahr

Die bislang mit der neuen Coronavirus-Variante Omikron infizierten Menschen in Südafrika sind nach Angaben der dortigen Mediziner-Vereinigung (SAMA) bislang nicht schwer erkrankt. Die Vorsitzende des südafrikanischen Ärzteverbands, Angélique Coetzee, sagte der BBC, dass die bisher in ihrem Land festgestellten Fälle nicht schwerwiegend seien. Allerdings seien die Untersuchungen zu dieser Variante noch in einem sehr frühen Stadium. In dem Land seien nur rund 24 Prozent der Menschen vollständig geimpft. „Die Patienten klagen meist über einen schmerzenden Körper und Müdigkeit, extreme Müdigkeit, und wir sehen es bei der jüngeren Generation, nicht bei den älteren Menschen“, sagte sie. Es handele sich nicht um Patienten, die direkt in ein Krankenhaus eingeliefert würden, sagte Coetzee.

Sonntag, 28. November, 10.44 Uhr

Niederlande ab heute im Abend-Lockdown

Wegen eines starken Anstiegs der Infektions- und Patientenzahlen gehen die Niederlande von diesem Sonntag an in einen abendlichen Corona-Lockdown. Geschäfte, Kulturstätten, Gaststätten und Sportclubs müssen bereits um 17 Uhr schließen. Die verschärften Maßnahmen gelten zunächst bis zum 18. Dezember. Davon ausgenommen sind Supermärkte. Schulen sollen vorerst geöffnet bleiben. Allerdings müssen Schüler ab zehn Jahre eine Maske tragen, wenn sie nicht an ihrem Platz sitzen.

Die 1,5-Meter-Distanz-Regel wird ausgeweitet auf Kinos, Theater und Gaststätten. Das heißt, dass weniger Besucher gleichzeitig hinein dürfen. Dort wird auch wieder die Maskenpflicht gelten. Es müsse eine echte Wende erreicht werden, sagte Ministerpräsident Mark Rutte am Freitag bei der Ankündigung der neuen Regeln.

Sonntag, 28. November, 9.31 Uhr

Karliczek: Leopoldina-Empfehlungen „ohne Zögern“ umsetzen

Die amtierende Bundesforschungsministerin Anja Karliczek hat die Politik aufgefordert, die Empfehlungen der wissenschaftlichen Akademie Leopoldina wie Kontaktbeschränkungen auch für Corona-Geimpfte sofort umzusetzen. „Die Politik sollte dem Rat der Wissenschaft ohne Zögern folgen. Wir dürfen keine weitere Zeit mehr verlieren“, sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Die neue Stellungnahme der Leopoldina sei ein Appell der Wissenschaft zum Handeln in nie da gewesener Deutlichkeit. „Es ist eine unmissverständliche Aufforderung an jeden und jede, die im Land politische Verantwortung tragen oder in Kürze tragen werden.“

Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung
Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Am Samstag hatte die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina vorgeschlagen, rasch mehrwöchige Kontaktsperren auch für Geimpfte zu verhängen, um die starke vierte Corona-Welle zu brechen. Außerdem müssten bis Jahresende 30 Millionen Menschen in Deutschland eine Booster-Impfung erhalten. Eine Impfpflicht, zumindest für Bedienstete im Gesundheitswesen, sei notwendig.

Sonntag, 28. November, 8.53 Uhr

Krankenhausgesellschaft: Drei Viertel aller Kliniken verschieben OPs

Aufgrund der vielen Covid-Patienten auf Intensivstationen müssen immer mehr Kliniken in Deutschland sogenannte planbare Operationen verschieben. Nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft kann der Normalbetrieb in mehr als drei Viertel aller Krankenhäuser in Deutschland mittlerweile nicht mehr aufrechterhalten werden, und diese Häuser müssen planbare Operationen verschieben. „Die Lage ist wirklich zunehmend dramatisch und führt bei einem Teil der abgesetzten Behandlungen auch zu körperlichen und psychischen Belastungen bei den betroffenen Patienten“, teilte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, in Berlin mit. Für die Krankenhäuser sei die Verschiebung planbarer Operationen derzeit das Mittel der Wahl, um die Versorgung akuter Fälle weiter leisten zu können.

Sonntag, 28. November, 7.39 Uhr

Spahn bringt lange Einschränkungen für Ungeimpfte ins Spiel

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat in der Corona-Pandemie lange Einschränkungen für Ungeimpfte ins Spiel gebracht. Der CDU-Politiker sagte, er sei grundsätzlich skeptisch, was eine allgemeine verpflichtende Impfung angehe. Eine Alternative, die zu diskutieren sei, sei durchgängig 2G für alle Lebensbereiche, also Zugang nur noch für Geimpfte und Genesene.

Es könnte zu einer Ansage kommen: „Stellt Euch darauf ein, 2G, geimpft oder genesen, und zwar auffrischgeimpft dann ab einem Punkt x, gilt mindestens mal das ganze Jahr 2022. Wenn Du irgendwie mehr tun willst als Dein Rathaus oder Deinen Supermarkt besuchen, dann musst Du geimpft sein.“ Dies wäre eine ziemlich klare Ansage.

Sonntag, 28. November, 7.15 Uhr

Deutschlandweit 44.401 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 446,7

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut gestiegen und hat einen Höchststand erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen mit 446,7 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 444,3 gelegen, vor einer Woche bei 372,7 (Vormonat: 130,2). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 44.401 Corona-Neuinfektionen. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 104 Todesfälle verzeichnet. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 5,97 an (Donnerstag: 5,79).