Das Land NRW will am Dienstag weitere Einschränkungen beraten. Es soll vor allem um Großveranstaltungen und Fußballspiele gehen. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Coronavirus

Coronavirus: NRW will weitere Einschränkungen beschließen – Liveblog

Auch in Nordrhein-Westfalen gibt es nun Verdachtsfälle der neuen Omikron-Variante des Coronavirus. Das Land plant deswegen verschärfte Maßnahmen. Die Lage in NRW im Überblick.

Über die Entwicklungen der Corona-Krise in NRW berichten wir hier aktuell im Liveblog.

  • Fallzahlen in NRW: 1.164.535 bestätigte Fälle – 96.600 aktuell Infizierte – 18.899 verstorbene Personen – Wocheninzidenz: 276,8 – Hospitalisierungsinzidenz: 4,32 (Stand: 29.11.2021).
  • Das Land NRW will am Dienstag weitere Einschränkungen beschließen. Dabei soll es um Großveranstaltungen, Kontaktreduzierungen, Fußballspiele und die Maskenpflicht im Unterricht gehen.
  • Auch in Nordrhein-Westfalen gibt es nun Verdachtsfälle der neuen Omikron-Variante des Coronavirus. Es gebe in Essen und in Düsseldorf erste Verdachtsfälle, die jetzt mittels Sequenzierung überprüft werden, sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU).
  • Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, fordert ein Verfallsdatum für Impfnachweise. Dann sollen sich Geimpfte boostern lassen, um weiter als Geimpfte zu gelten.
  • Alle Regeln, die bis zum 21. Dezember gelten, haben wir hier in 13 Punkten einfach erklärt.

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Montag, 29. November, 18.10 Uhr

Ungeimpfte müssen 5- bis 15-fach so oft ins Krankenhaus wie Geimpfte

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat ihre wissenschaftliche Begründung zu Auffrischimpfungen für alle Erwachsenen vorgelegt. Die Zahl der Covid-19-Krankenhausaufnahmen sei bei ihnen je nach Alter und Region 5- bis 15-­fach höher als bei Geimpften, heißt es im Fazit des Papiers. Die Zahl der noch nicht geimpften Erwachsenen in Deutschland wird darin mit rund 15 Millionen angegeben. Dies trage maßgeblich zur vierten Welle und zur hohen Zahl an Covid-19-Patienten in Krankenhäusern bei, schreibt das Gremium.

Montag, 29. November, 16.55 Uhr
G7-Gesundheitsminister beraten über Omikron-Variante

Die Gesundheitsminister der G7-Staaten haben am Montag ihre Beratungen über die Omikron-Variante des Coronavirus begonnen. Das bestätigte ein Sprecher der britischen Regierung, die das außerplanmäßige virtuelle Treffen zuvor einberufen hatte. Großbritannien hat noch bis Jahresende den Vorsitz der G7-Staaten inne. Zur Gruppe der G7-Staaten gehören neben Großbritannien und Deutschland auch die USA, Frankreich, Italien, Japan und Kanada.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die zunächst im Süden Afrikas entdeckte Omikron-Variante als „besorgniserregend“ eingestuft. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC spricht von ernsthaften Sorgen, dass Omikron die Wirksamkeit der Impfstoffe erheblich verringern und das Risiko von Reinfektionen erhöhen könnte. Welche genauen Auswirkungen die Mutante hat, steht noch nicht fest.

Montag, 29. November, 15.08 Uhr

Auch Einschränkungen für Fußball-Fans

Fußball-Fans müssen sich in Nordrhein-Westfalen auf schärfere Corona-Einschränkungen gefasst machen. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) äußerte sich im ARD-„Mittagsmagazin“ kritisch über Bilder aus vollen Stadien. „Wir haben ja Bilder gesehen am Wochenende - auch vom Fußball. Auf der anderen Seite kommen aus anderen Bundesländern - weil wir noch Kapazitäten haben, weil bei uns die Lage noch beherrschbar ist - kommen Patienten zu uns eingeflogen“, sagte Wüst. „Das sind Dinge, die nicht zusammen passen. Und an solche Sachen werden wir auch ran gehen.“

Gleichzeitig drang der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz darauf, möglichst schnell bundeseinheitliche Schutzmaßnahmen zu ergreifen. „Wir können nicht warten, bis ein neuer Kanzler gewählt wird. Daher braucht es diese Abstimmung in den nächsten Tagen - am besten schon morgen“, sagte er.

Montag, 29. November, 14.52 Uhr
Wüst: Kontaktbeschränkungen noch diese Woche
Angesichts der sprunghaft steigenden Corona-Zahlen will NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) noch in dieser Woche weitere Kontaktreduzierungen umsetzen. „Die Wissenschaft mahnt uns dazu, Kontaktreduzierungen zu verschärfen und da deutlich besser aufzupassen“, sagte Wüst am Montag im Radiosender WDR 2. „Das werden wir noch in dieser Woche umsetzen.“
Am Dienstag wird das Landeskabinett über weitere kontaktreduzierende Maßnahmen beraten.


Wüst sprach sich zudem für ein einheitliches Vorgehen von Bund und Ländern aus. „Das Thema Kontaktreduktion müssen wir möglichst gemeinsam und einheitlich ausgestalten“, sagte Wüst, der auch Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) ist. Er drängte erneut auf ein vorgezogenes Bund-Länder-Treffen noch in dieser Woche.

Montag, 29. November, 14.12 Uhr
Ministerium: Derzeit sechs Omikron-Verdachtsfälle in NRW
In Nordrhein-Westfalen gibt es nach Informationen des Gesundheitsministeriums derzeit insgesamt sechs Verdachtsfälle der neuen Omikron-Variante des Coronavirus. Dabei geht es einem Überblick von Montagmittag zufolge um vier Verdachtsfälle in Essen, einen Verdachtsfall in Düsseldorf und einen Verdachtsfall im Kreis Kleve. Das sagte ein Ministeriumssprecher auf Anfrage der dpa.

Der Kreis Kleve teilte mit, dass sich um einen Verdachtsfall in Rees handele. Die vollständig immunisierte Person sei mit ihrem Partner am 24. November in Frankfurt am Main aus Südafrika eingetroffen. Am Folgetag seien dann Krankheitssymptome aufgetreten. Ein PCR-Test fiel den Angaben zufolge positiv aus. Beide Personen befänden sich in Quarantäne. Bisher wurde laut dem Kreis eine weitere Kontaktperson ermittelt.

Montag, 29. November, 13.50 Uhr
Kutschaty fordert Schließungen und Kontaktbeschränkungen
Angesichts der zugespitzten Corona-Lage fordert SPD-Oppositionsführer Thomas Kutschaty die sofortige Schließung von Bars, Clubs und Diskotheken. Außerdem müsse es strengere Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte geben, sagte Kutschaty am Montag in Düsseldorf. So sollten sich nicht geimpfte Personen nur noch mit maximal zwei Haushalten und höchstens zehn Personen treffen dürfen, schlug der SPD-Landtagsfraktionschef vor. Auch Großveranstaltungen sollten nicht mehr stattfinden. Fußballspiele sollten nur noch ohne Publikum laufen.

SPD-Vorsitzender Thomas Kutschaty (SPD), spricht sich für Kontaktbeschränkungen aus.
SPD-Vorsitzender Thomas Kutschaty (SPD), spricht sich für Kontaktbeschränkungen aus. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

Die von NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) angekündigte Wiedereinführung der Maskenpflicht im Unterricht nannte Kutschaty einen richtigen Schritt. Es sei aber falsch gewesen, die Maskenpflicht im Unterricht überhaupt abgeschafft zu haben. Auch Schulen seien Infektionstreiber. Kutschaty sprach sich auch für noch engmaschigere Corona-Tests an Schulen aus. Schülerinnen und Schüler sollten jeden Tag und nicht nur alle zwei Tage getestet werden. Die Schüler müssten auch für die Weihnachtsferien Tests mit nach Hause bekommen.

Montag, 29. November, 13.20 Uhr
Lauterbach stellt Schließung von Bars und Clubs in Aussicht
Die Ampel-Koalition will nach den Worten des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach die Corona-Maßnahmen kurzfristig verschärfen. Es werde „noch in dieser Woche“ entsprechende Vorschläge geben, kündigte Lauterbach am Montag im Fernsehsender Phoenix an. Angesichts hoher Infektionszahlen ist nach Lauterbachs Einschätzung eine Schließung von Bars, Clubs und Diskotheken unumgänglich. Darüber hinaus werde es wahrscheinlich eine verbindliche Maskenpflicht an Schulen geben sowie weitere Einschränkungen für Ungeimpfte.

Hintergrund der Verschärfungen ist auch die neue Omikron-Variante des Virus, die nach Lauterbachs Worten „zur Unzeit“ kommt. Es gebe nichts Schlimmeres, als während einer schweren Infektionswelle noch eine gefährlichere Mutation zu bekommen. Deshalb warb er noch einmal eindringlich für Impfungen: „Die Booster-Impfung ist wahrscheinlich unsere mit Abstand schärfste Waffe.“

Montag, 29. November, 12.40 Uhr
Essener Omikron-Verdachtsfall hat milden Verlauf - Dienstag Ergebnis
Der Essener Verdachtsfall der neuen Omikron-Variante des Coronavirus hat bisher einen milden Krankheitsverlauf. Die Person befinde sich in angeordneter, häuslicher Quarantäne. Die Kontakte würden über das Gesundheitsamt nachverfolgt, teilte die Stadt Essen am Montag mit.

Eine Bestätigung für das tatsächliche Vorliegen der Omikron-Variante gab es am Montag noch nicht. Das Ergebnis der Sequenzierung werde im Laufe des Dienstag erwartet, teilte die Stadt mit. Nachfrage zu Alter, Geschlecht und Einreiseweg der Person beantwortete die Stadt nicht.

Montag, 29. November, 12.17 Uhr
Gebauer will Maskenpflicht im Unterricht wieder einführen
Nordrhein-Westfalens Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) will die Maskenpflicht im Unterricht wieder einführen.

Sie werde dem Kabinett die Rückkehr zur Maskenpflicht am Sitzplatz für alle Schulen empfehlen, kündigte sie am Montag an.

Montag, 29. November, 12.15 Uhr
NRW will coronabedingte Einschränkungen verschärfen
Nordrhein-Westfalen bereitet weitere Verschärfungen bei den Corona-Maßnahmen vor. Wie die Deutsche Presse-Agentur in Düsseldorf am Montag aus Regierungskreisen erfuhr, wird das Landeskabinett an diesem Dienstag über weitere kontaktreduzierende Maßnahmen beraten.

Dabei soll es den Informationen zufolge insbesondere um Großveranstaltungen und weitere Orte mit besonderem Infektionsrisiko gehen. In Deutschland hat unter anderem die Debatte Fahrt aufgenommen, ob angesichts steigender Infektionszahlen weiterhin Zuschauer in Sportstadien erlaubt werden sollten.

Zudem wird erwartet, dass das Kabinett auf Initiative von Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) über die Wiedereinführung der Maskenpflicht am Platz im Schulunterricht berät. Am Dienstagmittag werden Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und sein Stellvertreter, Familienminister Joachim Stamp (FDP), über die Ergebnisse informieren.

Montag, 29. November, 12.04 Uhr
Erste Partei fordert: Duisburger Weihnachtsmarkt sofort schließen
Wegen der hohen Infektionszahlen und der neuen Omikron-Variante fordert die Duisburger FDP, den Weihnachtsmarkt in der Innenstadt zu schließen. Wie die WAZ berichtet, hätten Ratsvertreter sich an die Partei gewandt und fehlende Abstandsregelung kritisiert. Menschen würden teilweise ohne Maske herumlaufen und Ordnungskräfte seien nur vereinzelt zu sehen.

Montag, 29. November, 11.34 Uhr
WHO warnt vor globaler Ausbreitung der Omikron-Variante
Von der neuen Coronavirus-Variante Omikron geht nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein weltweit insgesamt „sehr hohes“ Risiko aus. Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren globalen Ausbreitung sei groß, warnte die WHO am Montag in einem Schreiben an ihre 194 Mitgliedsstaaten. Es sei mit steigenden Covid-19-Fallzahlen zu rechnen.

In einigen Gebieten drohten ernsthafte Folgen. Auch bei geimpften Personen dürfte es Infektionen und Covid-19-Erkrankungen geben, „wenn auch in einem kleinen und vorhersehbaren Verhältnis“. Die WHO rief dazu auf, das Impftempo bei Hochrisikogruppen zu beschleunigen und sicherzustellen, dass Pläne zur Eindämmung in Kraft seien, um wesentliche Teile des Gesundheitssystems aufrechtzuerhalten.

Montag, 29. November, 11 Uhr
Ehepaar nach Flucht aus Quarantäne-Hotel in Flugzeug festgenommen
In den Niederlanden ist ein Ehepaar aus einem Quarantäne-Hotel für positiv auf Corona getestete Reisende aus Südafrika geflohen. Die Grenzpolizei am Amsterdamer Flughafen Schiphol nahm den Mann aus Spanien und die Frau aus Portugal am Sonntagabend in einem Flugzeug fest, das nach Spanien starten sollte.

Wie das Paar aus dem Quarantäne-Hotel in der Nähe des Flughafens entkommen konnte, sei ein Rätsel, sagte ein Sprecher der Grenzpolizei nach Angaben des Senders NOS. „Verschiedene Einheiten sorgen dafür, dass niemand in das Hotel oder heraus gelangt, darunter auch die Grenzpolizei.“ Unklar ist den Polizeiangaben zufolge auch, wie die beiden in das Flugzeug gelangen konnten. Nach ihrer Festnahme wurden sie der niederländischen Gesundheitsbehörde übergeben und wieder unter Quarantäne gestellt.

Die Polizei erstattete Anzeige wegen Verletzung der gesetzlichen Quarantänepflicht. Über ein Strafverfahren wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit müsse nun die Staatsanwaltschaft entscheiden, sagte der Sprecher.

Montag, 29. November, 10.25 Uhr
Anfeindungen wegen Impfaktion in Essener Moschee
In der Essener Salahu d-Din-Moscheehat es am Samstag eine große Impfaktion gegeben. Nicht nur Mitglieder der Gemeinde stellten sich in die lange Schlange, auch viele Bürger aus den umliegenden Stadtteilen nahmen die Impfaktion der Stadt wahr. Der islamische Verein hatte dafür zum zweiten Mal seine Räume zur Verfügung gestellt. Vor drei Wochen hatte sich auch der Imam zum zweiten Mal impfen lassen.

Die Gemeinde selbst wurde wegen der Impfaktion im Internet angefeindet. Das islamische Zentrum macht sich für die Corona-Impfung stark und klärt auf. „Wir haben oft nach dem Gebet mit denen gesprochen, die Angst hatten oder skeptisch waren“, erzählt El Sayed. Die Impfquote innerhalb der Gemeinde sei dadurch angestiegen.

Montag, 29. November, 8.41 Uhr

Corona-Inzidenz steigt in NRW leicht

In Nordrhein-Westfalen ist die Corona-Inzidenz leicht gestiegen. Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche lag laut Robert Koch-Institut (RKI) am Montag bei 276,8 - nach 276,4 am Sonntag. Innerhalb von 24 Stunden wurden 3374 neue Covid-19-Fälle und vier weitere Todesfälle im Zusammenhang mit der Krankheit registriert.

Mit Stand Montag wurden nach Angaben der Landesregierung 2687 Covid-Patienten in NRW-Krankenhäusern behandelt. Davon lagen 697 auf Intensivstationen, 364 mussten künstlich beatmet werden. Den Angaben zufolge standen im bevölkerungsreichsten Bundesland noch 320 freie Intensivbetten mit Beatmung zur Verfügung.

Montag, 29. November, 7.35 Uhr

Städtetag fordert Beteiligung der Kommunen am Corona-Krisenstab

Der Deutsche Städtetag hat eine Beteiligung der Kommunen am geplanten ständigen Corona-Krisenstab im Kanzleramt verlangt. „Der neue Corona-Krisenstab muss sofort starten und die Städte gehören mit an den Tisch“, sagte Städtetagspräsident Markus Lewe (CDU) den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). Mit der neuen Virusvariante Omikron spitze sich die Situation zu. Zügige Entscheidungen seien notwendig.

„Die Expertise der Städte ist dafür unentbehrlich, denn dort wird die Arbeit gemacht und die Corona-Maßnahmen vor Ort umgesetzt.“ Lewe betonte: „Die Zeit von Bund-Länder-Gipfeln zu Corona sollte jetzt vorbei sein.“ Auf die Einrichtung eines ständigen Bund-Länder-Krisenstabs hatten sich die künftigen Regierungspartner verständigt.

Montag, 29. November, 6.19 Uhr

Experten: Omikron könnte in HIV-Patienten entstanden sein

Die überraschend viele Mutationen tragende Corona-Variante Omikron könnte Experten zufolge in einem Patienten mit HIV oder einer anderen Form der Immunschwäche entstanden sein. Das sei denkbar und wahrscheinlich, ähnliche Befunde seien in anderen Fällen bereits publiziert worden, sagte Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI), der Nachrichtenagentur dpa. In Menschen mit geschwächtem Immunsystem könne sich das Virus über viele Wochen vermehren, so Watzl.

„Dabei können immer wieder vereinzelt Mutationen auftreten, die dem Virus eventuell keinen Vorteil bringen, die sich aber aufgrund der fehlenden Kontrolle durch das Immunsystem dennoch weiter vermehren können.“ Damit könnten zusätzliche Mutationen entstehen, die dann in der Kombination eventuell einen Vorteil brächten. „Die vielen Mutationen sprechen für Entstehung in HIV-Patienten“, hatte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach schon am Freitag getwittert.

Montag, 29. November, 5.23 Uhr

Deutschlandweit 29.364 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 452,4

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut gestiegen und hat einen Höchststand erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 452,4 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 446,7 gelegen, vor einer Woche bei 386,5 (Vormonat: 64,3). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 29.364 Corona-Neuinfektionen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 73 Todesfälle verzeichnet. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 5,97 an (Donnerstag: 5,79).

Sonntag, 28. November, 21.16 Uhr

Nachbarstaaten bieten Hilfe Covid-Patienten an

Mehrere Staaten haben angeboten, Covid-Intensivpatienten aus Baden-Württemberg aufzunehmen. Das baden-württembergische Staatsministerium bestätigte am Samstag, dass es Unterstützungsangebote aus der Schweiz, der französischen Region Grand Est und der italienischen Region Lombardei gebe.

Baden-Württembergs Regierungssprecher Arne Braun sagte, Frankreich wolle Covid-Intensivpatienten aus Baden-Württemberg in Kliniken im Elsass aufnehmen. Die Landesregierung sei dankbar für dieses Angebot. Es sei zunächst noch nicht zu so einer Verlegung gekommen, es könne aber gut sein, dass man das Angebot annehmen müsse. Auf dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 waren französische Covid-Intensivpatienten nach Baden-Württemberg verlegt worden.

Die bisherigen Verlegungen von Intensivpatienten innerhalb Deutschlands wegen der regionalen Überlastung von Intensivstationen reichen nach Ansicht des Grünen-Gesundheitsexperten Janosch Dahmen womöglich nicht aus. „Anhand der Neuinfektionszahlen müssen wir davon ausgehen, dass Hunderte Intensivpatienten verlegt werden müssen“, sagte Dahmen der „Welt am Sonntag“.

Sonntag, 28. November, 20.37 Uhr

NRW meldet erste Omikron-Verdachtsfälle

Auch in Nordrhein-Westfalen gibt es nun Verdachtsfälle der neuen Omikron-Variante des Coronavirus. Es gebe in Essen und in Düsseldorf erste Verdachtsfälle, die jetzt mittels Sequenzierung überprüft werden, sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Die „Rheinische Post“ (Sonntag/Printausgabe Montag) hatte darüber zuerst berichtet. Ein Sprecher des Ministeriums sagte auf dpa-Anfrage, es könne wahrscheinlich erst am Montag gesagt werden, um wie viele Verdachtsfälle es sich handelt

Sonntag, 28. November, 19.29 Uhr

Dramatische Lage in Sachsen - weitere Patienten verlegt

Die Situation im Corona-Hotspot Sachsen bleibt dramatisch. Der Trend nach oben bei den Neuinfektionen hielt am Wochenende an - inzwischen liegen acht der zehn Landkreise und die Stadt Chemnitz über der 1000er-Marke bei der Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Wegen der Überlastung von Krankenhäusern und Kliniken wurden weitere Patienten in andere Bundesländer verlegt.

Die für Corona-Patienten zur Verfügung stehenden Betten sind weiter knapp, die Normalstationen zu 90 Prozent und die Intensivstationen zu knapp 95 Prozent ausgelastet. Dort waren laut der Übersicht des Sozialministeriums am Sonntag 575 von 606 Plätzen belegt.

Per Hubschrauber und Ambulanzflugzeug wurden zehn Patienten nach Göttingen und Osnabrück (Niedersachsen), Bielefeld (Nordrhein-Westfalen), Rostock und Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) sowie Bremen geflogen, aus Dresden, Freiberg, Adorf und Zschopau (Vogtland) und Rodewisch im Erzgebirgskreis. Dort ging die Inzidenz-Kurve weiter nach oben, auf 2021,9. Es bleibt die Region mit dem Höchstwert in Deutschland.

Sonntag, 28. November, 18.34 Uhr

Bayrische Minister bitten Medizinstudenten um Hilfe

Bayerns medizinischer Nachwuchs soll sich aktiv in die Hilfe im Kampf gegen die Corona-Pandemie einbringen. Einen entsprechenden Aufruf veröffentlichten Gesundheitsminister Klaus Holetschek und Wissenschaftsminister Bernd Sibler (beide CSU) gemeinsam mit den ärztlichen Direktoren der bayerischen Universitätskliniken in Regensburg, München, Erlangen, Würzburg und Augsburg. „Bringen Sie sich ein und packen Sie mit an! Jede helfende Hand wird gebraucht“, sagte Sibler an die Studierenden der Medizin gewandt.

Eingesetzt werden könnten sie etwa zur Beratung an Impf-Hotlines oder in Impfzentren aber auch in der Pflege. „Von Labor über Unterstützung in der Pflege bis hin zur Arbeit im Impfzentrum oder in der Verwaltung: Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig“, sagte Holetschek.

Sonntag, 28. November, 17.27 Uhr

NRW-Gesundheitsministerium warnt vor digital überwachten Selbsttests

Mit Blick auf die 3G-Pflicht am Arbeitsplatz hat das Gesundheitsministerium in NRW vor digital überwachten Selbsttests gewarnt. Die auf diesem Wege ausgestellten Zertifikate seien ungültig, betonte das Ministerium. Nur Tests, die vor Ort durch Dritte gemacht oder überwacht werden, könnten mit einem 3G-fähigen Zertifikat bestätigt werden.

Es sei sogar eine Ordnungswidrigkeit, Ergebnisse eines digitalen Tests im Rechtsverkehr - etwa bei Zugangskontrollen - zu verwenden. Nachweise dürften nur vorgesehene Teststellen oder Arbeitgeber ausstellen, die sich für die sogenannte Beschäftigtentestung registriert haben. Geschultes Personal kann vor Ort einen Abstrich nehmen oder einen Selbsttest beaufsichtigen.

Sonntag, 28. November, 15.59 Uhr

Moderna arbeitet an Omikron-Impfstoff

Impfstoffhersteller Moderna arbeitet an einem Impfstoff gegen die Omikron-Variante. Hunderte der Mitarbeiter hätten direkt nach ersten Veröffentlichungen zur Mutante an Thanksgiving angefangen, an einer Anpassung des Corona-Impfstoffs zu arbeiten, sagte Paul Burton, Chef des Pharmakonzerns.

Sonntag, 28. November, 14.34 Uhr

Verdacht auf Infektion mit Omikron in Hessen bestätigt

In Hessen ist ein Fall der neuen Coronavirus-Variante Omikron nachgewiesen worden. Die Sequenzierung habe die Variante bei dem am Samstag bekanntgegebenen Verdachtsfall bestätigt, teilte Hessens Sozialminister Kai Klose auf Twitter mit.

Bei der betroffenen Person handelt es sich den Angaben zufolge um einen Reiserückkehrer aus Südafrika. Sie stamme aus dem Rhein-Main-Gebiet. Die Person war nach Angaben des Ministeriums schon am 21. November aus Südafrika in Frankfurt angekommen. Zu diesem Zeitpunkt sei Südafrika weder als Hochrisiko- noch als Virusvariantengebiet eingestuft gewesen. Sie war den Angaben zufolge vollständig geimpft, entwickelte dann im Laufe der Woche Symptome und ließ sich testen.

Sonntag, 28. November, 13.23 Uhr

Montgomery fordert Verfallsdatum für Impfnachweis

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, fordert eine Befristung des Impfstatus. „Jede Impfung muss ein Verfallsdatum bekommen“, sagte der Mediziner den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Online Sonntag, Print Montag). Wenn eine Impfung länger zurückliege, falle der Geimpfte dann automatisch wieder zurück in den Status des Ungeimpften. Wer sich boostern lasse, gelte wieder als geimpft. Dazu müsse jetzt geklärt werden, wie lange der Impfschutz jeweils halte und wann dieses Verfallsdatum angesetzt werden müsse.

In Frankreich sollen Booster-Impfungen in Zukunft verpflichtend sein, um den Status „geimpft“ zu behalten. „Die Regelung brauchen wir auch in Deutschland“, forderte Montgomery. Die EU-Kommission hatte Ende der Woche ebenfalls eine Auffrischungsimpfung gegen Corona als Voraussetzung für die weitere Gültigkeit des digitalen Covid-Zertifikats der EU vorgeschlagen.

Sonntag, 28. November, 12.40 Uhr

RKI meldet 5835 neue Corona-Fälle - Inzidenz fast konstant

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat am Sonntag 5835 neue Coronafälle binnen 24 Stunden in Nordrhein-Westfalen gemeldet. Die Zahl liegt deutlich unter dem Wert vom Samstag (8941); allerdings ist das Bild wegen Meldeverzögerungen am Wochenende häufig nicht repräsentativ. Die Inzidenz lag mit 276,4 Infektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen knapp unter dem Samstagswert von 278,5.

Elf Menschen starben innerhalb eines Tages im Zusammenhang mit der Krankheit. Die Inzidenz liegt in NRW weiter deutlich unter dem bundesweiten Wert, den das RKI am Sonntag mit 446,7 angab. Zur Zahl der Corona-Patienten in NRW-Krankenhäusern und der freien Betten gab es am Sonntag keine aktualisierten Daten der Landesregierung.

Sonntag, 28. November, 11.28 Uhr

Südafrikas Ärzte: Omikron-Patienten bislang nicht in Lebensgefahr

Die bislang mit der neuen Coronavirus-Variante Omikron infizierten Menschen in Südafrika sind nach Angaben der dortigen Mediziner-Vereinigung (SAMA) bislang nicht schwer erkrankt. Die Vorsitzende des südafrikanischen Ärzteverbands, Angélique Coetzee, sagte der BBC, dass die bisher in ihrem Land festgestellten Fälle nicht schwerwiegend seien. Allerdings seien die Untersuchungen zu dieser Variante noch in einem sehr frühen Stadium. In dem Land seien nur rund 24 Prozent der Menschen vollständig geimpft. „Die Patienten klagen meist über einen schmerzenden Körper und Müdigkeit, extreme Müdigkeit, und wir sehen es bei der jüngeren Generation, nicht bei den älteren Menschen“, sagte sie. Es handele sich nicht um Patienten, die direkt in ein Krankenhaus eingeliefert würden, sagte Coetzee.

Sonntag, 28. November, 10.44 Uhr

Niederlande ab heute im Abend-Lockdown

Wegen eines starken Anstiegs der Infektions- und Patientenzahlen gehen die Niederlande von diesem Sonntag an in einen abendlichen Corona-Lockdown. Geschäfte, Kulturstätten, Gaststätten und Sportclubs müssen bereits um 17 Uhr schließen. Die verschärften Maßnahmen gelten zunächst bis zum 18. Dezember. Davon ausgenommen sind Supermärkte. Schulen sollen vorerst geöffnet bleiben. Allerdings müssen Schüler ab zehn Jahre eine Maske tragen, wenn sie nicht an ihrem Platz sitzen.

Die 1,5-Meter-Distanz-Regel wird ausgeweitet auf Kinos, Theater und Gaststätten. Das heißt, dass weniger Besucher gleichzeitig hinein dürfen. Dort wird auch wieder die Maskenpflicht gelten. Es müsse eine echte Wende erreicht werden, sagte Ministerpräsident Mark Rutte am Freitag bei der Ankündigung der neuen Regeln.

Sonntag, 28. November, 9.31 Uhr

Karliczek: Leopoldina-Empfehlungen „ohne Zögern“ umsetzen

Die amtierende Bundesforschungsministerin Anja Karliczek hat die Politik aufgefordert, die Empfehlungen der wissenschaftlichen Akademie Leopoldina wie Kontaktbeschränkungen auch für Corona-Geimpfte sofort umzusetzen. „Die Politik sollte dem Rat der Wissenschaft ohne Zögern folgen. Wir dürfen keine weitere Zeit mehr verlieren“, sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Die neue Stellungnahme der Leopoldina sei ein Appell der Wissenschaft zum Handeln in nie da gewesener Deutlichkeit. „Es ist eine unmissverständliche Aufforderung an jeden und jede, die im Land politische Verantwortung tragen oder in Kürze tragen werden.“

Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung
Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Am Samstag hatte die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina vorgeschlagen, rasch mehrwöchige Kontaktsperren auch für Geimpfte zu verhängen, um die starke vierte Corona-Welle zu brechen. Außerdem müssten bis Jahresende 30 Millionen Menschen in Deutschland eine Booster-Impfung erhalten. Eine Impfpflicht, zumindest für Bedienstete im Gesundheitswesen, sei notwendig.

Sonntag, 28. November, 8.53 Uhr

Krankenhausgesellschaft: Drei Viertel aller Kliniken verschieben OPs

Aufgrund der vielen Covid-Patienten auf Intensivstationen müssen immer mehr Kliniken in Deutschland sogenannte planbare Operationen verschieben. Nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft kann der Normalbetrieb in mehr als drei Viertel aller Krankenhäuser in Deutschland mittlerweile nicht mehr aufrechterhalten werden, und diese Häuser müssen planbare Operationen verschieben. „Die Lage ist wirklich zunehmend dramatisch und führt bei einem Teil der abgesetzten Behandlungen auch zu körperlichen und psychischen Belastungen bei den betroffenen Patienten“, teilte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, in Berlin mit. Für die Krankenhäuser sei die Verschiebung planbarer Operationen derzeit das Mittel der Wahl, um die Versorgung akuter Fälle weiter leisten zu können.

Sonntag, 28. November, 7.39 Uhr

Spahn bringt lange Einschränkungen für Ungeimpfte ins Spiel

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat in der Corona-Pandemie lange Einschränkungen für Ungeimpfte ins Spiel gebracht. Der CDU-Politiker sagte, er sei grundsätzlich skeptisch, was eine allgemeine verpflichtende Impfung angehe. Eine Alternative, die zu diskutieren sei, sei durchgängig 2G für alle Lebensbereiche, also Zugang nur noch für Geimpfte und Genesene.

Es könnte zu einer Ansage kommen: „Stellt Euch darauf ein, 2G, geimpft oder genesen, und zwar auffrischgeimpft dann ab einem Punkt x, gilt mindestens mal das ganze Jahr 2022. Wenn Du irgendwie mehr tun willst als Dein Rathaus oder Deinen Supermarkt besuchen, dann musst Du geimpft sein.“ Dies wäre eine ziemlich klare Ansage.

Sonntag, 28. November, 7.15 Uhr

Deutschlandweit 44.401 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 446,7

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut gestiegen und hat einen Höchststand erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen mit 446,7 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 444,3 gelegen, vor einer Woche bei 372,7 (Vormonat: 130,2). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 44.401 Corona-Neuinfektionen. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 104 Todesfälle verzeichnet. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 5,97 an (Donnerstag: 5,79).

Samstag, 27. November, 20.23 Uhr

Großbritannien führt PCR-Test und Quarantäne für alle Einreisenden ein

Angesichts der neu entdeckten Omikron-Variante verschärft Großbritannien seine Einreiseregeln für Reisende aus aller Welt. Alle Ankommenden müssen an Tag Zwei nach ihrer Einreise einen PCR-Test machen und bis zum Erhalt eines negativen Testergebnisses in Quarantäne gehen, wie der britische Premier Boris Johnson am Samstag mitteilte. Das gilt unabhängig vom Impfstatus und soll nach drei Wochen überprüft werden. Bislang mussten vollständig Geimpfte aus den meisten Ländern nur noch einen Schnelltest nach der Einreise machen, aber nicht mehr in Quarantäne gehen.

Samstag 27. November. 19.20 Uhr

Zwei Fälle der Omikron-Variante in Bayern bestätigt

In München sind die ersten beiden Fälle der als besorgniserregend eingestuften Omikron-Variante des Coronavirus in Deutschland bestätigt worden.

Die beiden Reisenden seien am 24. November mit einem Flug aus Südafrika eingetroffen, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU). Die Betroffenen hätten selbst vorausschauend eine Untersuchung auf die Virusvariante veranlasst, nachdem sie aus den Medien von der Gefahr erfahren hätten.

Samstag, 27. November, 18.44 Uhr

Debatte über vorgezogene Weihnachtsferien

CDU-Politiker Ralph Brinkhaus hat weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus gefordert. „Sollte sich die Lage noch verschlimmern, muss meines Erachtens auch darüber nachgedacht werden, die Weihnachtsferien überall ein bis zwei Wochen früher beginnen zu lassen", sagte er der „Welt am Sonntag".

Mit Blick auf Kinder und Jugendliche empfiehlt auch die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina vorgezogene Weihnachtsferien. In Sachsen-Anhalt wurden die Ferien bereits auf drei Wochen verlängert, letzter Schultag soll der 17. Dezember sein, zuvor wäre es der 21. Dezember gewesen.

Samstag, 27. November, 17.48 Uhr

61 Passagiere aus Südafrika in Amsterdam mit Corona infiziert

Dutzende aus Südafrika in Amsterdam gelandete Passagiere sind nach Einschätzung niederländischer Behörden mit dem Coronavirus infiziert.

Es sei allerdings noch nicht geklärt, ob es sich dabei um die neue Virusvariante B.1.1.529 handele, zitierte die Zeitung «De Telegraaf» in der Nacht zu Samstag die Gesundheitsbehörden. Das sollten Folgeuntersuchungen des Erasmus Medical Centre in Rotterdam zeigen. Am Freitagvormittag waren zwei Flugzeuge der Gesellschaft KLM mit rund 600 Menschen an Bord auf dem Airport Schipohl gelandet. Die Maschinen waren in Kapstadt und Johannesburg gestartet.

Samstag, 27. November, 16.24 Uhr

Zwei Corona-Tests bei Kapstadt-Passagieren in München positiv

Aus dem am Freitagabend in München angekommenen Flug mit Passagieren aus Kapstadt sind zwei positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das gab eine Sprecherin des bayerischen Gesundheitsministeriums am Samstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur bekannt. Beide seien isoliert. Um welche Variante des Virus es sich dabei handelt, war zunächst unklar. Es laufe die Genomsequenzierung um herauszufinden, ob es sich bei den Proben tatsächlich um die neue besorgniserregende Variante Omikron handelt.

Samstag, 27. November, 15.17 Uhr

Nationale Akademie der Wissenschaften für sofortige Kontaktbeschränkungen

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt sofortige umfassende Kontaktbeschränkungen, auch für Geimpfte. „Unmittelbar wirksam ist es aus medizinischer und epidemiologischer Sicht, die Kontakte von Beginn der kommenden Woche an für wenige Wochen deutlich zu reduzieren", heißt es in einer heute veröffentlichten Stellungnahme. „Aufgrund der nachlassenden Immunität müssten diese Maßnahmen vorübergehend auch für Geimpfte und Genesene gelten, die in dieser Zeit eine Auffrischungsimpfung erhalten müssen." Neue Virusvarianten machten schnelles und konsequentes Handeln noch dringlicher.

Samstag, 27. November, 14.44 Uhr
Kanzlerkandidat Scholz kündigt wegen Corona konsequentes Handeln an
SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat in der sich dramatisch zuspitzenden Corona-Pandemie konsequentes Handeln angekündigt. Man werde alles tun, was getan werden muss, sagte Scholz am Samstag in Frankfurt beim Bundeskongress der Jusos und sprach von „wieder neuen dramatischen Herausforderungen“. Es gebe nichts, was nicht in Betracht genommen werde.

Ehrgeiziges Ziel sei, dass jetzt alle Betreffenden eine Booster-Impfung zur Auffrischung bekommen. Er habe ja bereits angekündigt, dass ein Krisenstab eingesetzt werden soll. Es gebe derzeit eine enge Zusammenarbeit der künftigen und der jetzigen Regierung, sagte Scholz am Rande des Bundeskongresses.

Samstag, 27. November, 13.05 Uhr
Erste Lifte in Winterberg laufen: Ruhiger Betrieb

Mit zunächst zwei Liften ist am Samstag in Winterberg im Sauerland der Skibetrieb angelaufen. Am Vormittag nutzten erste Skifans das Angebot, es lief ruhig und ging geordnet zu. Für das erste Adventswochenende waren zunächst zwei Pisten vorbereitet worden, wie eine Sprecherin für das Skigebiet berichtete. Mit künstlich erzeugtem Schnee soll ein zunächst sehr begrenzter Betrieb vor dem offiziellen Start der Wintersportsaison in Winterberg anlaufen. In der Nacht zu Samstag war auch der erste Schnee gefallen.

Zugelassen sind in der Corona-Pandemie nur Geimpfte oder Genesene nach dem 2G-Prinzip, für unter 16-Jährige gelten Ausnahmen. In Liften und Schlangen müssen Masken getragen werden. Ordnungsamt und Mitarbeiter des Skigebiets wollen die Maßnahmen kontrollieren.

Samstag, 27. November, 12.10 Uhr
Stamp angesichts neuer Mutation: „Alles auf Prüfstand“

Der stellvertretende NRW-Regierungschef Joachim Stamp hat sich mit Blick auf zukünftige Großveranstaltungen skeptisch gezeigt. Es müsse alles auf den Prüfstand kommen, sagte der FDP-Politiker am Samstag im Deutschlandfunk auch unter Hinweis auf die neue Omikron-Variante des Coronavirus.

Stamp verwies zudem auf eine Äußerung von Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) von Freitag, derzufolge auch die umstrittene Maskenfreiheit am Sitzplatz - gerade erst seit 2. November gültig - wieder überprüft werde.




Samstag, 27. November, 10.46 Uhr
Omikron-Variante in Deutschland: Verdachtsfall in Hessen

Expertinnen und Experten hatten nach der Entdeckung der neuen Corona-Variante Omikron in Südafrika dazu geraten, die Ausbreitung in Deutschland möglichst lange zu verhindern. Doch Omikron ist womöglich schon in Deutschland angekommen, wie Hessens Gesundheitsminister Kai Klose nun auf Twitter bekanntgegeben hat.

Es bestehe ein „hochgradiger Verdacht“, dass sich ein Reiserückkehrer aus Südafrika mit der Variante infiziert habe, weil er „mehrere für Omikron typische Mutationen“ aufweise.


Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek reagierte bereits auf den Post: „Leider schlechte Nachrichten am frühen Morgen“, schrieb sie auf Twitter. Gesundheitsminister Klose appellierte an die Menschen, sich und ihre Mitmenschen zu schützen. „Wenn Sie in der letzten Woche aus dem südlichen Afrika zurückgekehrt sind, schränken Sie Ihre Kontakte ein und lassen sich testen“, betonte er.

Samstag, 27. November, 10.10 Uhr
Niederlande: 61 Südafrika-Reisende mit Corona infiziert

Sie waren schon in der Luft, als die Niederlande ein Flugverbot aussprach. Nun stellt sich heraus: In den beiden mit rund 600 Fliegern Dutzende aus Südafrika in Amsterdam gelandete Passagiere sind 61 mit Corona infiziert. Das berichtet die niederländische Zeitung „De Telegraaf“ unter Berufung auf Gesundheitsbehörden. Es sei allerdings noch nicht klar, ob es sich dabei um die neue Virusvariante B.1.1.529, auch Omicron genannt, handele. Das sollten Folgeuntersuchungen des Erasmus Medical Centre in Rotterdam zeigen.

Samstag, 27. November, 10 Uhr
Inzidenz steigt in NRW weiter - knapp 9000 neue Fälle gemeldet

In Nordrhein-Westfalen steigt die Corona-Inzidenz weiter. Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen einer Woche lag laut Robert Koch-Institut (RKI) am Samstag bei 278,5 - nach 274,2 am Freitag. Innerhalb von 24 Stunden wurden 8941 neue Covid-19-Fälle registriert. Im Zusammenhang mit der Krankheit verzeichnete das RKI innerhalb eines Tages 31 Todesfälle. Die Inzidenz in NRW lag nach wie vor deutlich unter dem bundesweiten Wert, den das RKI mit 444,3 angab.

Besonders hoch fiel die Sieben-Tage-Inzidenz in NRW im Oberbergischen Kreis (404,9) und in Minden-Lübbecke (404,2) aus. Die größte Stadt Köln verzeichnete einen Wert von 293,8. Und für die Landeshauptstadt wurden 327,3 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner angegeben. Unter den NRW-Großstädten hatte Münster mit 181,1 die niedrigste Inzidenz. Am landesweit geringsten waren die Zahlen im Hochsauerlandkreis (176,0) und im Kreis Coesfeld (173,1).


Samstag, 27. November, 9.45 Uhr
Lauterbach geht von weiteren Corona-Einschränkungen aus

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach geht angesichts der vierten Corona-Welle und dem Auftauchen einer möglicherweise besonders gefährlichen neuen Virusvariante von weitergehenden Einschränkungen aus.

Dass die im Süden Afrikas aufgetauchte, möglicherweise gefährliche Variante B.1.1.529 auch Deutschland erreichen könnte, bereitet Lauterbach große Sorgen. Wenn das passieren würde, dann hätten wir ein riesiges Problem. „Denn es ist nichts schlimmer, als eine besonders gefährliche Variante in eine laufende Welle hineinzubekommen.“ Die Variante scheine für Geimpfte und Ungeimpfte gefährlich zu sein. „Daher müssen wir mit Reisebegrenzungen hier arbeiten, hier zählt wirklich jeder Tag, der gewonnen werden kann, bis diese Variante kommt.“

Lauterbach betonte, die Booster-Impfungen würden auch vor dieser Variante schützen, weil der Boostereffekt so enorm stark sei. Wenn sich diese Variante aber tatsächlich massiv durchsetzen würde, was man derzeit aber nicht wisse, „dann müsste ein neuer Impfstoff entwickelt werden. Der wäre dann in drei Monaten auf dem Markt“.

Samstag, 27. November, 9.15 Uhr
Weniger Bürokratie beim Boostern in NRW

Die Drittimpfung in der Corona-Pandemie, das sogenannte Boostern, soll laut einem Zeitungsbericht mit weniger bürokratischem Aufwand über die Bühne gehen. Nach Informationen der „Rheinischen Post“ hat sich das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium mit der Ärztekammer auf entsprechende Schritte verständigt. So soll eine mündliche Aufklärung ausreichen.

Aufklärungsmerkblatt sowie Anamnese- und Einwilligungsbogen sollen demnach wegfallen. Nur in Einzelfällen wird laut Ministerium eine Unterschrift des Impflings empfohlen. Laut der Zeitung begrüßen die niedergelassenen Ärzte die Erleichterung. So werde mehr Zeit für das Impfen selbst geschaffen. Bis zu dreimal mehr Patienten könnten so an einem Tag immunisiert werden.


Samstag, 27. November, 8.50 Uhr
Wachsende Sorgen vor schwerem Winter in Deutschland

Angesichts deutlich steigender Corona-Infektionszahlen und einer neuen Virusvariante im südlichen Afrika wachsen die Sorgen vor einem schweren Pandemieverlauf in diesem Winter in Deutschland. Städte und Gemeinden forderten schärfere Maßnahmen gegen das Virus. Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, warnte vor der Entstehung noch gefährlicherer Varianten des Coronavirus.

„Meine große Sorge ist, dass es zu einer Variante kommen könnte, die so infektiös ist wie Delta und so gefährlich wie Ebola“, sagte Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die neue südafrikanische Variante B.1.1.529 sei ein gutes Beispiel dafür, dass man dem Virus keine Chance zur Mutation geben dürfe. Eine Ebola-Infektion führt meist zu hohem Fieber und inneren Blutungen und endet sehr oft tödlich. Der bislang folgenschwerste Ausbruch war 2014/2015 in Westafrika, damals starben mehr als 11.000 Menschen.

Samstag, 27. November, 7.15 Uhr
Regierung stuft acht Länder als Virusvariantengebiete ein

Wegen der Verbreitung einer neuen Coronavirus-Variante im südlichen Afrika beschränkt die Bundesregierung die Einreise aus insgesamt acht Ländern der Region drastisch. Die WHO hat die neue Variante Omikron als „besorgniserregend“ eingestuft.

Südafrika, Namibia, Simbabwe, Botsuana, Mosambik, Eswatini, Malawi und Lesotho werden ab Sonntag um 0.00 Uhr als Virusvariantengebiete eingestuft, wie das Robert Koch-Institut am Freitagabend mitteilte.

Fluggesellschaften dürfen damit im Wesentlichen nur noch deutsche Staatsbürger oder in Deutschland lebende Personen von dort nach Deutschland befördern. Es handelt sich aber nicht um ein Flugverbot. Für Einreisende gilt eine zweiwöchige Quarantänepflicht - auch für Geimpfte und Genesene. Sie kann auch nicht durch negative Tests verkürzt werden.

Samstag, 27. November, 7.05 Uhr
Inzidenz erreicht mit 444,3 neuen Höchststand

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut gestiegen und hat einen Höchststand erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen mit 444,3 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 438,2 gelegen, vor einer Woche bei 362,2 (Vormonat: 118,0).

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 303 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 248 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 5.717.295 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 5,97 an (Donnerstag: 5,79). Der Wert spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 in den Bundesländern können dort jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängt werden.